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Papageytaucher bis Papīermácher (Bd. 3, Sp. 650 bis 651)
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Artikelverweis Der Papageytaucher, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Papageyänte.
 
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Papern, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, aber nur im gemeinen Leben und in der vertraulichen Sprechart für plaudern oder plappern üblich ist. Den ganzen Tag papern. Ungereimtes Zeug papern. Daher das Gepaper, das Geplauder, ingleichen ein grundloses Geschwätz. Es ahmet den Laut des geschwinden und gedankenlosen Redens nach, und lautet in manchen Gegenden auch papeln, pappern, pappeln, babbeln, Engl. to babble, Franz. babiller, Ital. bavare, baveggiare, babbolare, Latein. fabulari. Man hat von diesem Worte in den niedrigen Sprecharten mehrere Ableitungen und Zusammensetzungen; z. B. paperig, paperhaft, babbelhaft, pappelig, plauderhaft, plapperhaft, Papelhans oder Paperhans, der gern und viel plappert, Franz. Babillard u. s. f. Ein anderes nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort ist papeln, streicheln, liebkosen, zärteln, im gemeinen Leben der Obersachsen hätscheln.
 
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Das Papīer, des -es, plur. von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, Diminut. das Papierchen, Oberd. Papierlein. 1) Eine aus verschiedenen Theilen des Pflanzenreiches in Gestalt dünner Blätter bereitete Masse, vornehmlich um darauf zu schreiben, hernach aber auch sich deren zu andern Bedürfnissen zu bedienen; ohne Verkleinerung. Die erste Art des Papieres, oder der unter diesem Nahmen bekannten Masse wurde aus der Ägyptischen Papierstaude bereitet, S. dieses Wort. In den mittlern Zeiten verfertigte man baumwollenes Papier, dessen Gebrauch in öffentlichen Urkunden schon von Kaiser Friedrich II im Jahre 1221 in Neapel, und zwischen 1252 und 1284 in Castilien verboten wurde. Auf dieses Papier folgte unser heutiges Lumpenpapier, welches jetzt nur schlechthin Papier genannt, und aus leinenen zuweilen auch wollenen Lumpen auf den Papiermühlen verfertiget wird. Papier machen, S. Papiermacher. Mit Papier handeln. Ein Bogen Papier. Ein Buch Papier, 24 Bogen. Ein Rieß Papier, 20 Buch. Ein Blatt Papier, ein Stück von einem Bogen. Das Papier schlägt durch oder fließt, wenn es aus Mangel des Leimes die Tinte zerfließen lässet. Etwas zu Papier (nicht Papiere) bringen, es aufschreiben, aufsetzen. Schreibpapier, Druckpapier, Löschpapier, Packpapier, Postpapier

[Bd. 3, Sp. 651]


u. s. f. Das sehr zarte Chinesische oder Indianische Papier wird nicht, wie man gemeiniglich glaubt, aus Seide verfertiget, sondern ist gleichfalls das Product der zarten Rinde gewisser Pflanzen. 2) Ein Stück Papier von unbestimmter Größe, Diminut. Papierchen, Oberd. Papierlein. Ein jedes Papierchen aufheben. Es liegt unter den Papieren auf dem Tische. Am häufigsten beschriebene Stücke, auch wohl Bogen Papier, im allgemeinsten und unbestimmtesten Verstande. Man hat es unter seinen Papieren gefunden, unter seinen beschriebenen Blättern oder Bogen Papier, unter seinen Scripturen. Jemandes Papiere versiegeln lassen.
   Anm. Es ist aus dem Griech. und Latein. Papyrus, παπυρος, welches eigentlich der alte Ägyptische Nahme der Papierstaude war, der denn mit der Sache selbst in den übrigen Theilen der Welt bekannt geworden; Franz. Papier, Engl. Paper, Schwed. Papper.
 
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Der Papieradel, des -s, plur. inus. der Adel, d. i. die adelige Würde, welche sich nicht auf Geburt, sondern auf Erhebung vermittelst einer Urkunde gründet; der Briefadel, Buchadel. Ingleichen mehrere auf diese Art geadelte Personen.
 
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Die Papierblume, plur. die -n, ein Nahme, welchen in einigen Gegenden die gemeine Flockenblume, Centaurea Iacea L. führet.
 
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Papieren, adj. et adv. aus Papier bereitet. Ein papierenes, papiernes, Fenster. Eine papierne Laterne.
 
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Das Papiergêld, des -es, plur. inus. Scheine oder Zettel von Papier, so fern sie im Handel und Wandel die Stelle des baren Geldes vertreten.
 
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Der Papierhandel, des -s, plur. inus. der Handel mit Papier; der Papierkram. Daher der Papierhändler, Fämin. die Papierhändlerinn, eine Person, welche mit Papier handelt; an einigen Orten der Papierkrämer, die Papierkrämerinn.
 
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Die Papierlaus, plur. die -läuse, bey einigen ein Nahme der Buchmilbe, Termes pulsatorius L. weil sie sich gern in den alten Büchern aufhält. Von andern wird sie wegen ihres kleinen Körpers die Staublaus genannt.
 
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Die Papierlumpen, sing. inus. Lumpen, aus welchen Papier gemacht wird, oder gemacht werden soll.
 
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Der Papīermácher, des -s, plur. ut nom. sing. ein Handwerker, welcher Papier aus Lumpen macht; der Papiermüller, so fern er der Inhaber einer Papiermühle ist. Dessen Gattinn die Papiermacherinn. Im Oberdeutschen wird er der Papierer genannt.

 

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