Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Panzerrad bis Papageyänte (Bd. 3, Sp. 648 bis 650)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Das Panzerrad, S. Adelung Panster.
 
Artikelverweis 
Der Panzerreiter, des -s, plur. ut nom. sing. ein gepanzerter Reiter, dergleichen ehedem üblicher waren als jetzt.
 
Artikelverweis 
Der Panzerrênner, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Panzerklinge.
 
Artikelverweis 
Die Panzerschürze, plur. die -n, oder der Panzerschurz, des -es, plur. die -e, ein von Draht geflochtener oder aus drähternen Maschen zusammen gesetzter Schurz, welcher bey den ehemahligen Rüstungen unten an den Panzern und Harnischen befestiget war, und den Unterleib bedeckte.
 
Artikelverweis 
Der Pánzerstêcher, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Panzerklinge.
 
Artikelverweis 
Das Panzerthier, des -es, plur. die -e, ein gepanzertes, d. i. mit undurchdringlichen Schuppen versehenes vierfüßiges, vier- und fünfzehiges Thier, welches in Ostindien lebt, und auch Armadillo, (aus dem Span. von armado, bewaffnet,) Schildferkel, Ameisenbär und Ameisenfresser genannt wird, weil es sich von Ameisen nähret; Manis L.
 
Artikelverweis 
Das Panzerzeug, S. Pansterzeug.
 
Artikelverweis 
Die Päōnie, (viersylbig,) plur. die -n, ein Gartengewächs, welches große, gemeiniglich dunkelrothe Blumen trägt, welch einige Ähnlichkeit mit den Rosen haben; Paeonia officinalis L. Pfingstrose, weil sie um Pfingsten blühet, Gichtrose, Gichtkörner, wegen der Heilkräfte ihrer Wurzel und Samenkörner in der Gicht, Königsrose, bey dem Dasypodius Minwenkraut, Minwenwurz, Benonien, im Nieders. Amachtsblome, Ohnmachtsblume. Sie ist in den Schweizerischen Gebirgen einheimisch, von da sie in unsere Gärten gebracht worden. Der Nahme Päonie ist aus dem Griech. παιονιον. Im heutigen Persischen heißt diese Blume Favania.

[Bd. 3, Sp. 649]



 
Artikelverweis 
Papā, das Nennwort, womit Kinder ihren Vater rufen und anzureden pflegen, da es denn auch als ein Hauptwort gebraucht wird, der Papa, des -s, plur. die -s, der Vater. Es gilt von diesem Worte eben das, was schon bey dem Worte Mamma erinnert worden. Nur Kinder von einem gewissen Stande pflegen ihre Ältern mit Papa und Mamma anzureden. In der Abwesenheit aber und als ein eigentliches Hauptwort sind bey Kindern von Erziehung und von einigem Alter mein Vater, meine Mutter, für mein Papa, meine Mamma üblicher und schicklicher, indem beyde durch den langen Gebrauch von Kindern ein kindisches Ansehen bekommen haben.
   Anm. Dieses Wort ist so wie Mamma erst in den spätern Zeiten aus dem Französischen entlehnet worden, indessen ist es doch so wie dieses im Grunde ein allgemeines Wort, welches die Natur stammelnde Kinder selbst gelehret zu haben scheinet, weil die Sylben pa, pa, ma, ma, die ersten und leichtesten sind, welche ein Kind aussprechen lernet. Daher findet es seine Geschlechtsverwandten auch in allen Sprachen und bey allen Nationen. Selbst in den niedrigen Sprecharten einiger Provinzen, z. B. Thüringens, ist Päppe und Mämme bey Kindern für Vater und Mutter üblich. Das Ital. Papa, und in den gemeinen Sprecharten Babba, das Schwed. Pappa, das Pers. Baba und Papa, das Griech. παππας, und andere, werden auf eben dieselbe Art gebraucht. Ja selbst bey den Negern am Senegal heißt Baba der Vater, und Bibel eine bejahrte Matrone. S. Adelung Abba, Papst, Pfaff und Vater.
 
Artikelverweis 
Der Papagēy, des -es, plur. die -e, Diminut. das Papageychen, zusammen gezogen in der vertraulichen Sprechart Pāpchen, ein ausländischer Waldvogel mit einem oben gewölbten Schnabel, welcher in den warmen Gegenden Asiens und Afrika's einheimisch ist, und eine sehr fleischige Zunge hat, daher er auch leicht reden lernt; Psittacus l. Man findet ihn fast von allen und oft sehr schönen Farben, ingleichen von verschiedener Größe, von der Größe eines Sperlinges an bis zu der Größe eines Huhnes.
   Zwey häusliche Thiere,
   Cyper, ein fleckiger Kater, und ein geschwätziges Papchen,
   Zachar.
   Ihr plauderndes Papchen
   Saß im goldenen Käfich,
   ebend. Besonders wird dieses Diminutivum, so wie das sonst ungewöhnliche nicht verkleinernde Pape, als ein Anrede- und Liebkosungswort gegen einen Papagey gebraucht. Wegen einiger Ähnlichkeit in den Farben, zuweilen auch wegen der Ähnlichkeit in leichter Nachahmung der menschlichen Stimme, werden auch wohl einige bey uns einheimische Vögel mit diesem Nahmen belegt. So führen die Mandelkrähe wegen ihrer bunten Farben, und der Krummschnabel wegen seiner grünen Federn, bey einigen den Nahmen des Deutschen Papageyes. S. Sittich, welcher Nahme besonders im Oberdeutschen für Papagey üblich ist.
   Anm. Dieser Vogel heißt im mittlern Lat. Papagen und Papagallus, im veralt. Franz. Papegaut, Pappeguez, ehedem Papagaus, im Ital. Papagallo, im Engl. Popingay, im Nieders. Papegoje, Pape, und mit Wegwerfung der ersten Sylbe Goje, Goge, im Schwed. Papegoja, im Böhm. Papaussek, im Portug. Papagayo, im Span. Papagayo, und im Neu-Griech. παπαγας. Die wunderliche Ableitung von Papa, ein Pfaffe, und dem Franz. Gay, Geai, eine Älster, oder gai, lustig, weil die Geistlichen ihn in den mittlern Zeiten zu ihrem Vergnügen zu halten pflegten, hat schon Frisch verworfen. Der Papagey hat seinen Nahmen ohne Zweifel mit aus Asien gebracht, und im Arab. heißt er wirklich Babagha, welcher der Grund des Europäischen ist. Ob dieser aber zu unserm papern, papeln, plaudern, gehöret, oder ob er ihm um deßwillen gegeben worden, weil die Sylben Baba die ersten

[Bd. 3, Sp. 650]


sind, welche er aussprechen lernet, mag ein Araber untersuchen. Er ist durch die Handlung aus Italien nach der Levante und nachmahls durch die Kreuzzüge in Europa sehr früh bekannt geworden, und sehr bald zum Vergnügen gehalten worden. Übrigens heißt er im Ital. auch Perochetto, im Franz. Perroquet, im Engl. Perroquet, Parrot, so wie man ihn im Deutschen nach dem Griech. Psittacus auch Sittich nennet, S. dieses Wort. Die Malabaren nennen ihn von seinem Geschrey Klipulley.
 
Artikelverweis 
Die Papageyänte, plur. die -n, eine Art Grönländischer Wasservögel oder Taucher, mit einem breiten oben gekrümmten Schnabel, wie ein Papagey, und schwarzen Federn mit gelben in die Quere gehenden Streifen. Andere nennen ihn den Papageytaucher.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: