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Pānax-Kraut bis Panster (Bd. 3, Sp. 644 bis 645)
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Artikelverweis Das Pānax-Kraut, des -es, plur. inus. eine Art des Laserkrautes, welche um Montpellier einheimisch ist; Laserpitium Chironium L. Der Nahme ist aus dem Griech. παναξ, welcher von πασιν ακος abstammet, weil man diese Pflanze ehedem für ein Heilmittel in allen Krankheiten hielt, daher sie auch im Engl. Allheal heißt. Aus der geritzten Wurzel und dem Stängel rinnet ein Saft, welcher Panax-Saft oder Gummi Panax genannt wird.
 
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Die Pandōre, plur. die -n, ein Art unvollkommener Lauten, welche einen kürzern Hals wie die Laute hat, auch mit weniger Saiten bezogen wird als diese. Sie ist, dem Pollux zu Folge, der sie πανδουρα und τριχορδιον nennet, eine Assyrische Erfindung, und kommt schon bey dem Lampridius im Leben Heliogabals Kap. 32 vor. Heut zu Tage ist sie in Rußland, Pohlen und der Ukräne am üblichsten, aus welcher letztern Provinz auch die besten Pandoristen oder Panduristen nach Rußland kommen. Sie heißt im Ital. gleichfalls Pandora, im Franz. mit der nicht ungewöhnlichen Verwechselung des m und p Mandore, und auch im Deutschen zuweilen Mandore, im Engl. Bandore, im Span. Bandurria, alle aus dem Griech. πανδουρα, oder wie andere lesen πανδωρα.
 
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Die Panēle, plur. inus. oder das Panēlwêrk, des -es, plur. nur von mehrern Arten, die -e, eine vornehmlich im Niederdeutschen übliche Benennung der breternen Bekleidung der Wände, besonders, wenn sie aus viereckten mit Leisten eingefaßten Feldern bestehet, welche man im Hoch- und Oberdeutschen Täfelwerk zu nennen pflegt. Im Engl. ist Panel, Pannel, die viereckige Leiste an der Schreinerarbeit, und Pane eine viereckige Scheibe. Es scheinet entweder zu Bahn, oder so fern zunächst auf die vertieften Felder gesehen wird, zu Pfanne, Nieders. Panne zu gehören.
 
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Das Panīer, des -es, oder -s, plur. die -e, ein Wort, welches ehedem die Hauptfahne bey einem Kriegsheere oder einem Haufen desselben bezeichnete, jetzt aber nur noch in der biblischen und dichterischen Schreibart für Banier gebraucht wird; welches letztere der Abstammung gemäßer seyn würde, von dem Französ. Banniere, Ital. Bandiera, mittlere Lat. Banderia, alle von Bandum, eine Fahne, und dieß von Band. Die Kinder Israel sollen sich lagern, ein jeglicher in sein Lager (in seinem Lager) und bey das (dem) Panier seiner Schaar, 4 Mos. 1, 52. Gegen Abend soll liegen das Gezelt und Panier Ephraim mit ihrem Heer, Kap. 2, 18. Im Nahmen unsers Gottes werfen wir Panier auf, Ps. 20, 6, rüsten uns zum Kriege.
   Wie das Panier, von seiner Hand gefasset,
   Zur drohenden Ägide ward,
   Raml.
 
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Der Panīs-Brief, des -es, plur. die -e, in dem Deutschen Staatsrechte, eine schriftliche Anweisung, welche der Kaiser jemanden auf eine Pfründe zu ertheilen befugt ist; aus dem Lat. Panis.
 
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Das Pankết, S. Adelung Bankett.
 
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Die Panne, plur. die -n, ein nur bey den Falkenjägern übliches Wort, die großen Schwingfedern an den Flügeln der Falken zu bezeichnen, S. Adelung Wanne, von welchem Worte es nur eine verderbte Aussprache ist.
 
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Der Pannerhêrr, S. Adelung Bannerherr.
 
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Die Panse, S. Adelung Banse.

[Bd. 3, Sp. 645]



 
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Der Pansen, S. Adelung Bansen.
 
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Das Panster, des -s, plur. ut nom. sing. im Mühlenbaue, ein hohes unterschlächtiges Wasserrad, welches zwey Mahlgänge treibt; das Pansterrad, zum Unterschiede von dem Staberrade, welches nur halb so hoch ist, und auch nur Einen Mahlgang treibt. Daher die Panstermühle, eine mit einem Pansterrade versehene Wassermühle; das Pansterzeug, das Pansterrad mit seinem Zubehör. S. Stockpanster und Ziehpanster.
   Anm. Obgleich die Stellung der Schaufeln bey dem Pansterrade und Staberrade heut zu Tage einerley ist, indem die Schaufeln bey beyden zwischen den Wangen oder Felgen eingesetzet sind, dagegen ein Straubrad selbige an der Stirn trägt, so scheinet doch ehedem ein Unterschied zwischen denselben Statt gefunden zu haben, woher denn auch die Benennung rühren mag; wenn nicht Panster eigentlich die allgemeine Benennung des Panster- und Staberrades im Gegensatze des Straubrades ist, da denn Panster auf die Vertiefung der Schaufeln und den hohlen Raum zwischen denselben gehen, und zu unserm Banse und Bansen gehören würde, S. diese Wörter. Vermuthlich hat man dieses Wort ehedem von Panzer abgeleitet, wie es denn auch wohl von einigen so geschrieben und gesprochen wird; wenigstens kommt Lorica im mittlern Lateine von einem Theile der Mühle vor. Pro faciendo et poaendo in dicto molendino unam loricam, d. i. ein Pansterrad, in einer ungedruckten Urkunde bey dem Carpentier.

 

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