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3. Die Palme bis Palmsonntag (Bd. 3, Sp. 642 bis 643)
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Artikelverweis  3. Die Palme, plur. die -n, eine Benennung verschiedener mit Dornen oder Stacheln versehenen Gewächse. 1) Der Christdorn, oder Myrtendorn, Ilex aquifolium L. welcher ovalrunde spitzige stechende Blätter hat, wird in vielen Gegenden stechende Palme oder Stechpalme, in andern aber Stechbaum, Stechlaub und Hülse genannt. 2) Der Mäusedorn, Ruscus aculeatus L. heißt an manchen Orten gleichfalls stechende Palme oder Stechpalme.
   Anm. Da beyde Gewächse schmale stachelige Blätter oder doch Dornen haben, auf welche auch ihre übrigen Nahmen abzielen, so ist es sehr wahrscheinlich, daß sie dieser Eigenschaft auch den Nahmen Palme zu denken haben, der alsdann mit Pfahl, Beil, Bolz, Pfeil, dem Lat. Palea, und vielen andern Eines Geschlechtes seyn, und die stachelige Beschaffenheit der Blätter oder Dornen bezeichnen würde. S. Adelung Palmbaum, dessen Nahme eben dieselbe Abstammung leidet und erfordert.
 
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4. Die Palme, plur. die -n, ein in Nieder-Deutschland und den nördlichen Gegenden übliches Maß, wornach die Dicke der Mastbäume und des runden Holzes bestimmt wird. In Hamburg hält die Palme in die Ründe 421/3 Französische Linien, im Durchmesser aber 131/2 solche Linien. In Holland und Norwegen hält die Palme 392/10 Französische Linien, und drey Palmen machen daselbst 10 Zoll 2 Linien Dänischen Maßes. Es ist hier ohne Zweifel das Italiänische Palmo, einer flachen Hand breit, welches von dem Lat. Palma, die flache Hand, abstammet, und gleichfalls häufig als ein Längenmaß gebraucht wird. Schon im Isidor ist Folmo und im Angels. Folm die flache Hand, welches denn entweder von fahen, fassen, abstammen, oder auch zunächst die Fläche bezeichnen kann, in welchem letztern Falle es mit Palette zu Bohle, Feld und andern dieses Geschlechtes gehören würde.
 
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Das Palmeichörnchen, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Eichhörner, welche ihr Leben in den warmen Ländern auf den Palmbäumen zubringt; Sciurus Palmarum L. die Palmratze, weil es gewisser Maßen einer Ratze gleicht, der Palmist, nach dem Franz. Palmiste.

[Bd. 3, Sp. 643]



 
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Der Palmêsel, des -s, plur. ut nom. sing. in der Römischen Kirche, ein geschnitzter Esel, welcher am Palmsonntage, wenn der Einzug Christi vorgestellet wird, dessen ausgehauenes Bild trägt, und auf einem kleinen Rollwagen herum geführet wird. Die Redlichkeit ist bey ihm so rar, als der Palmesel, der das Jahr nur Ein Mahl zum Vorschein kommt.
 
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Das Palmgewächs, des -es, plur. die -e, bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches; Gewächse, welche wie die Palmbäume nur Einen Stamm haben, auf dessen Gipfel die Blätter befindlich sind; zum Unterschiede von den Pflanzen in engerer Bedeutung, von den Gräsern, Farnkräutern, Moosen und Schwämmen.
 
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Der Palmhonig, des -es, plur. inus. in der Bienenzucht, dasjenige Honig, welches die Bienen in der Palm- oder Knospenzeit eintragen sollen, ungeachtet die Palmen kein Honig, sondern nur Bienenbrot geben, S. 2 Palme. In andern Gegenden wird es Krauthonig genannt.
 
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Der Palmíst, des -en, plur. die -en, S. Palmeichhörnchen.
 
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Das Palmöhl, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, das aus der Frucht des Palmbaumes gepreßte Öhl, wohin denn auch das Kokosöhl und Dattelöhl gehöret.
 
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Die Palmratze, plur. die -n, S. Palmeichhörnchen.
 
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Der Palmsêct, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, eine Art Sect oder süßen Weines, welcher von der Canarischen Insel Palma zu uns gebracht wird, woher er auch den Nahmen hat; so wie Canarien-Sect eigentlich der Sect von der Insel Canaria ist.
 
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Der Palmsonntag, des -es, plur. die -e, der Sonntag vor Ostern, an welchem das Andenken des Einzuges Christi zu Jerusalem und seiner Einhohlung mit Palmzweigen gefeyert wird; Dominica Palmarum, ehedem der Blumen-Ostertag, und verderbt der blaue Ostertag, Pascha floridum, Franz. Paque fleurie.

 

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