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Paille bis Pállasch (Bd. 3, Sp. 640)
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Artikelverweis  Paille, (sprich Palje,) das Franz. Paille, welches Stroh bedeutet. Man gebraucht es im Deutschen nur, eine Art der blaßgelben Farbe zu bezeichnen, welche aus schwefelgelb und ein wenig röthlich grau bestehet, und der Farbe des Strohes gleicht; strohgelb. Das Tuch ist paille oder paille-farbig.
 
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Die Paißelbêêre, S. Adelung Berberis.
 
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Der Päkel, ein im Nieders. für Bökel, Salzbrühe, übliches Wort, S. Adelung Bökel.
 
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Die Palánder, plur. die -n, aus dem Ital. Palandra, Franz. Palangre, eine Art platter Fahrzeuge auf der mittelländischen See, in der Größe eines starken Schiffes, welche von starkem Holze und mit Eisen beschlagen sind, und so wohl zum Fischfange, als auch zu Bombardier-Galioten gebraucht werden. In Genua heißt ein solches Fahrzeug Paramite.
 
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Der Palast, S. Adelung Pallast.
 
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Der Pālatin, des -es, plur. die -e, eine Art zierlicher Halstücher des andern Geschlechtes, welche von Rauchwerk, oft aber auch von Sammet, Flor u. s. f. verfertiget sind, und deren beyde lange Enden gemeiniglich vorn herunter hängen. Aus dem Franz. Palatine, wo dieses Kleidungsstück den Nahmen von seiner Erfinderinn, einer Pfalzgräfinn, bekommen haben soll. Einige gebrauchen es im sächlichen Geschlechte, welches aber im Hochdeutschen ungewöhnlich ist.
   Ein zartes Palatin, zu dünn etwas zu decken,
   Ist doch bemüht, die Brust verräthrisch zu verstecken,
   Zachar. Ein Palatin von Rauchwerk heißt bey einigen ein Pelzkragen.
 
Artikelverweis Der
Palêster, S. Adelung Balester.
 
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Die Palếtte, plur. die -n, aus dem Franz. Palette, bey den Mahlern, ein dünnes rundes oder rundliches Bret von hartem Holze, welches vermittelst eines darin befindlichen Loches auf den Daumen gesteckt wird, und worauf der Mahler die Farben setzet, ordnet und mischet. Ein Gemählde verräth die Palette, schmeckt nach der Palette, wenn die Mischung nicht geschickt genug gemacht worden, so daß die einzelnen Farben, welche vermischt worden, zu kenntlich sind. Im mittlern Lat. ist Paletum eine runde Scheibe. Es ist ein Diminut. vielleicht von dem noch im Schwed. üblichen Pall, Isländ. Pallr, ein Schämmel.
 
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Der Palier, Palieren, S. Polirer, Poliren.
 
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Die Palisade, S. Adelung Pallisade.
 
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Der Pállasch, des -es, plur. die -e, ein kurzes Seitengewehr der Soldaten zu Fuß, welches eine gerade breite Klinge und gemeiniglich einen stumpfen dicken Rücken hat. Das Wort ist, so wie das Gewehr selbst, vermuthlich Slavonischen Ursprunges. In dem Glossar. Chaucico in Leibnitzens Collect. Etymol. kommt Pollesch von einer Streitaxt vor, welches aber aus bal, bol, groß, oder auch von bal, böse, streitend, und Axt zusammen gesetzet ist. Im Schwed. ist Bålyxa und Bolyxa gleichfalls eine große Axt, eine Streitaxt. Indessen kommt doch im mittlern Lat. Balasardus von einem kurzen Degen vor, welcher auch Badelare, Badarellus, und im alten Franz. Bazelaire genannt wird.

 

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