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Pagāt bis Pālatin (Bd. 3, Sp. 639 bis 640)
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Artikelverweis Der Pagāt, des -es, plur. die -e, in dem Tarock-Spiele, das mit einer Römischen I bezeichnete Blatt, welches das vornehmste Blatt ist, um welches sich das ganze Spiel drehet. Das Wort ist eben so ausländisch, als das ganze Spiel. Im Frischlin ist Pagatz Longurio, ein langer Mensch.
 
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Der Page, (sprich Pāsche,) des -n, plur. die -n, aus dem Franz. Page, ein adeliger Knabe, welcher einem Vornehmern zur Aufwartung dienet; ein Edelknabe. Als Page dienen. Page seyn. S. Adelung Kammer-Page, Leib-Page, Jagd-Page u. s. f.
   Anm. Im Ital. Paggio. Das mittlere Lat. Pagius bedeutet einen jeden Aufwärter und Bedienten. Bag ist ein altes weit ausgebreitetes Wort, welches einen Knaben bedeutet, und zu dessen Geschlechte mit andern Endlauten auch unser Bube, das Lat. Puer, und Griech. παις, gehören. Marpais war im Longobardischen ein Marschall, eigentlich ein Pferdeknabe oder Pferdediener. Nach dem Curtius hießen die Edelknaben der Persischen Monarchen Bagoae, und bey den heutigen Persern heißt ein Lackey Peik. Im Schwed. bedeutet noch jetzt Bagge einen Jüngling, und Pojke einen Knaben, Dän. Pog, Engl. Boy. Im Finnländ. heißt Poika, im Esthnischen Pois, und im Litthauischen Poig, der Sohn.
 
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Der Pagen-Hofmeister, des -s, plur. ut nom. sing. an den Höfen, ein Hofmeister, welcher die Pagen in seiner Aufsicht hat. So auch das Pagen-Haus, der Pagen-Bediente, der Pagen-Koch, u. s. f.
 
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Die Pagōde, plur. die -n, ein Chinesischer oder Ost-Indischer Götzentempel; aus dem Portugiesischen Pagoda, und dieß aus dem Persischen Putgeda, ein Götzentempel.

[Bd. 3, Sp. 640]



 
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Pah! ein Empfindungswort der stolzen Verachtung. Pah! der hätte mir kommen sollen!
 
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Paille, (sprich Palje,) das Franz. Paille, welches Stroh bedeutet. Man gebraucht es im Deutschen nur, eine Art der blaßgelben Farbe zu bezeichnen, welche aus schwefelgelb und ein wenig röthlich grau bestehet, und der Farbe des Strohes gleicht; strohgelb. Das Tuch ist paille oder paille-farbig.
 
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Die Paißelbêêre, S. Adelung Berberis.
 
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Der Päkel, ein im Nieders. für Bökel, Salzbrühe, übliches Wort, S. Adelung Bökel.
 
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Die Palánder, plur. die -n, aus dem Ital. Palandra, Franz. Palangre, eine Art platter Fahrzeuge auf der mittelländischen See, in der Größe eines starken Schiffes, welche von starkem Holze und mit Eisen beschlagen sind, und so wohl zum Fischfange, als auch zu Bombardier-Galioten gebraucht werden. In Genua heißt ein solches Fahrzeug Paramite.
 
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Der Palast, S. Adelung Pallast.
 
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Der Pālatin, des -es, plur. die -e, eine Art zierlicher Halstücher des andern Geschlechtes, welche von Rauchwerk, oft aber auch von Sammet, Flor u. s. f. verfertiget sind, und deren beyde lange Enden gemeiniglich vorn herunter hängen. Aus dem Franz. Palatine, wo dieses Kleidungsstück den Nahmen von seiner Erfinderinn, einer Pfalzgräfinn, bekommen haben soll. Einige gebrauchen es im sächlichen Geschlechte, welches aber im Hochdeutschen ungewöhnlich ist.
   Ein zartes Palatin, zu dünn etwas zu decken,
   Ist doch bemüht, die Brust verräthrisch zu verstecken,
   Zachar. Ein Palatin von Rauchwerk heißt bey einigen ein Pelzkragen.

 

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