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Packen bis Packleinwand (Bd. 3, Sp. 636 bis 638)
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Artikelverweis Der Packen, des -s, plur. ut nom. sing. S. 1 Pack.
 
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1. Packen, verb. reg. recipr. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, und eigentlich sich schnell bewegen bedeutet. So pack dich her und rede! Less. Pack dich herein! Packt euch hinauf! In engerer Bedeutung sich schnell fortbewegen, sich fortpacken; wo es, so wie in der vorigen allgemeinern Bedeutung, gemeiniglich einen Unwillen von Seiten des Redenden voraus setzet. Packe dich deiner Wege, packe dich fort. Packe er sich, Less. Nun packt euch, daß ihr einmahl hinaus kommt, Weiße.
   Bis oft gestoßen, oft geschmissen,
   Sich endlich beyde packen müssen,
   Haged. Anm. Im Nieders. packen. Im Engl. ist to pack away gleichfalls sich fortpacken, im Schwed. packa, im Finnländ. pakenen, wo Paco auch die Flucht ist. Wachter leitete es von dem Griech. υπαγειν, απαγειν, her, wovon auch das Lat. apage herstammet. Ihre hält es für eine Figur von 3 Packen, und erkläret es durch abitum parare. Allein es ist wohl unstreitig ein Intensivum von wegen, weichen wovon auch fackeln, fickfacken u. s. f. Intensiva in einer andern Bedeutung sind. Die Griech. υπαγειν und απαγειν haben in der letzten Hälfte das einfache Zeitwort αγειν, wegen. Die Niedersachsen haben von packen das Diminut. pakern, mit kurzen Schritten laufen, traben. Eben daselbst ist von padden, pedden, treten, auch das Diminut. padken, gehen, mit kurzen Schritten einher treten, üblich; sich fort padken, sich aus dem Staube machen.
 
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2. Packen, verb. reg. act. welches gleichfalls nur im gemeinen Leben üblich ist, fest, gewiß angreifen, gewiß anfassen, es sey nun mit der Hand, oder mit den Klauen und dem Maule. Die Hunde haben ein Thier gut gepackt, wenn sie es mit dem Maule gewiß gefasset haben. Ich kann es nicht recht packen, nicht fest, gewiß, angreifen. Eine Person zu packen kriegen, sie derb angreifen. Nehmen was man zu packen kriegt. Die Jäger packen ein Wild, wenn sie es mit dem Gewehre gut fassen, und im Nieders. ist packen auch von dem Fassen mit dem Verstande üblich. Ich kann es nicht packen, kann es nicht begreifen. Siehe auch Anpacken.
   Anm. Auch dieses Zeitwort ist, wie aus den härtern Buchstaben erhellet, ein Intensivum, aber von dem alten fahen, fassen, fangen.
 
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3. Packen, verb. reg. act. mehrere Dinge fest zusammen legen, sie auf solche Art zusammen fügen und fest mit einander verbinden. Die Häringe in die Tonne, die Kleider in den Koffer, die Bücher in den Kasten, die Waaren auf den Wagen packen. Die Waaren sind nicht gut gepackt. Ingleichen figürlich. Ein Faß, eine Kiste, einen Koffer packen, die bestimmten Sachen hinein packen. Nach einer andern Figur sagt man im Scherze die Karte packen, sie künstlich mischen.
   Daher das Packen. S. auch Abpacken, Aufpacken, Auspacken, Bepacken, Einpacken u. s. f.
   Anm. Im mittlern Lat. paccare, im Ital. gleichfalls paccare, im Engl. to pack, im Schwed. packa, im Finnländ. pacotan. Allem Ansehen nach ist es das Intensivum von fügen, welches zur Bezeichnung der Intension seine weichen Mitlauter in die harten verwandelt hat. Die Griech. πγω, πγνυω, πυκα, dicht, πυκαζω, ich mache fest und dicht, das alte Lat. pago, Compages, und andere sind freylich damit verwandt, ohne eben, wie Wachter und Frisch wollen, die Quelle des Deutschen Wortes zu seyn. S. Adelung Packwerk.
 
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Der Packer, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Eine Person, welche packt, besonders in Handelsstädten, Leute, welche ein Geschäft daraus machen, die Waaren, welche verschickt werden sollen, einzupacken, und welche zuweilen auch Ballenbinder heißen. 2) Bey den Jägern, ein großer starker Hund, welcher ein wildes Schwein anpackt und so lange hält, bis man demselben den Fang gibt.
 
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Die Päckerey, plur. die -en, mehrere Packe oder Packete, das Gepäck, das Packgeräth.
 
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Das Packēt, des -es, plur. die -e, aus dem Französischen Pacquet, und dieß aus dem Ital. Diminut. Pacchetto, ein kleines Pack, ein Päckchen. Ein Packet Briefe, Waaren u. s. f. Ungeachtet Packet schon ein Verkleinerungswort ist, so macht man zuweilen doch noch ein neues Diminutivum davon, das Packetchen.

[Bd. 3, Sp. 638]



 
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Das Packēt-Both, des -es, plur. die -e, in den Seestädten, ein Fahrzeug, welches, so wie zu Lande eine Post, zu bestimmter Zeit mit Briefen, Packeten und Personen zu Wasser von einem Orte zum andern fähret.
 
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Das Packgeräth, des -es, plur. inus. ein Collectivum, zusammen gepackte Geräthschaften zu bezeichnen. Das Packgeräth eines Kriegsheeres, das Gepäck; mit einem Französischen Ausdrucke die Bagage.
 
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Das Packhaus, des -es, plur. die -häuser, ein öffentliches Haus, in welchem nicht nur die eingepackten Waaren eine Zeit lang aufbehalten werden, sondern wo sie auch auf- und abgepackt, und zur Entrichtung der obrigkeitlichen Gefälle ausgepackt werden müssen; der Packhof, wenn es ein großes mit einem ansehnlichen Hofe versehenes Gebäude ist. In der Schweiz eine Zust oder Suste, an andern Orten, von den daselbst befindlichen großen Wagen, auch wohl die Wage.
 
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Die Packleinwand, plur. inus. grobe Leinwand, Waaren darein zu packen; das Packtuch.

 

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