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Ōsterwóche bis Otterfang (Bd. 3, Sp. 628 bis 629)
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Artikelverweis Die Ōsterwóche, plur. die -n, diejenige Woche, in welche das Osterfest fällt.
 
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Ȫstlich, -er, -ste, adj. et adv. gegen Osten oder Morgen gelegen oder gerichtet. Die östlichen Länder. Der Wind drehet sich östlich, gegen Morgen.
 
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Die Ōstlinde, plur. die -n, in einigen Gegenden, z. B. in der Lausitz, ein Nahme der Steinlinde, Waldlinde oder Sandlinde; Tilia cordata Mill.
 
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Die Ostránz, oder Óstritz, in einigen Gegenden ein Nahme der Meisterwurz, S. dieses Wort.
 
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Der Ōstwind, des -es, plur. die -e, ein aus Osten oder Morgen kommender Wind; der Morgenwind, in der höhern Schreibart der Ost. Bey dem Raban Maurus im 8ten Jahrhunderte Ostroniuuint, bey spätern Oberdeutschen Schriftstellern Osterwind.
 
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Der Othem, S. Adelung Athem.
 
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Die Otte, plur. die -n, oder absolute Otten, der Ottenbaum, oder Otterbaum, in einigen Gegenden ein Nahme der Erle, S. dieses Wort. Ohne Zweifel mit 2 Otter aus Einer Quelle, weil dieser Baum die feuchten sumpfigen Gegenden liebt.
 
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1. Die Otter, plur. die -n. 1) Ein Nahme der kleinen, sehr giftigen Schlangen, deren Biß vor andern schädlich ist. Sie sind nicht über zwey Fuß lang, und höchstens eines Daumens dick, haben eine graue oder gelbe Haut mit langen braunen Flecken und einen breiten Kopf; die Viper. In einigen gemeinen Mundarten so wohl Ober- als Niederdeutschlandes, Adder, Atter, Angels. Aetter, Aetterae, Engl. Adder, und mit dem vorgesetzten müßigen n, in einigen Deutschen Gegenden auch Natter, welches von vielen von Natrix abgeleitet wird, da doch die eigentlichen kleinen giftigen Schlangen keine Wasserschlangen sind, sondern sich in den Schutthausen und um Gebäude herum aufhalten, S. Adelung Natter. Otter und Natter stammen unstreitig von dem alten noch bey dem Notker befindlichen Eitter, Gift, her, Angels. Aetter, Aettor, Gift, S. Eiter.
 
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2. Die Otter, plur. die -n, ein vierfüßiges Thier mit verbundenen Schwimmzehen, dessen Schwanz halb so groß ist, als der ganze Körper. Es kann so wohl im Wasser, obgleich nicht lange, als auch auf dem Lande leben, und hält sich daher gemeiniglich an den Ufern der Flüsse, Seen und Meere auf, wo es von den Fischen, Fröschen und Krebsen lebt; Lutra L. Die Fischotter, zum Unterschiede von der vorigen. Die Flußotter, welche an den Flüssen Europens einheimisch ist. Die Seeotter, welche in Asien und Amerika angetroffen wird.
   Anm. Im Engl. gleichfalls Otter, im Schwed. Utter, im Isländ. Ottr, im Dän. Odder, im Böhm. mit dem vorgesetzten Blaselaute Wycra, im Pohln. Wydra, im Ungar. und Dalmat. Vidra. Da im Isländ. Uddr Feuchtigkeit bedeutet, welches zu dem Latein. udus, feucht, naß, gehöret, und womit auch der eigenthümliche Nahme der Oder, Latein. Viadrus, und vermittelst des vorgesetzten n auch unser naß, Niederdeutsch natt, verwandt sind, so siehet man bald, daß mit dem Nahmen dieses Thieres

[Bd. 3, Sp. 629]


auf den Ort seines Aufenthaltes gesehen wird. Im Oberdeutschen ist dieses Wort männlichen Geschlechtes, der Otter.
 
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Der Otterbaum, des -es, plur. die -bäume, S. Adelung Otte.
 
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Der Otterfang, des -es, plur. die -fänge, das Fangen der Fischottern; ohne Plural. Auf den Otterfang ausgehen. Ingleichen, ein Ort, wo man Fischottern fänget, und die dazu gemachte Vorrichtung.

 

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