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Ōsterkèrze bis Ōsterpalme (Bd. 3, Sp. 626 bis 627)
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Artikelverweis Die Ōsterkèrze, plur. die -n, in einigen Gegenden ein Nahme der Königskerze oder des Wollkrautes, Verbascum Thapsus L. vielleicht, weil es um Ostern blühet. S. Adelung Königskerze.
 
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Der Ōsterkūchen, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Osterfladen.
 
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Das Ōsterlàmm, des -es, plur. die -lämmer, dasjenige Lamm, welches die ehemahligen Juden an ihrem Osterfeste mit gewissen besondern Feyerlichkeiten zu essen pflegten. Bey dem Notker Osterrfriskin, S. Adelung Frischling.
 
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Ȫsterlich, adj. et adv. was um Ostern ist oder geschiehet. Die österliche Zeit, die Zeit um Ostern. Die österliche Beicht, in der Römischen Kirche, da jeder wenigstens Ein Mahl des Jahres um Ostern zu beichten verbunden ist. Der osterliche tac, der Ostertag, Heinrich von Morunge.
 
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Die Ōsterlilie, plur. die -n, ein Nahme, welchen in einigen Gegenden die gelbe oder unechte Narzisse führet, weil sie um Ostern blühet; Narcissus Pseudo-Narcissus L.
 
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Die Ōsterluzēy, plur. inus. eine Pflanze, welche in Österreich, Frankreich und der Tartarey wächset, und deren Wurzel einen starken widrigen Geruch, nebst einem scharfen bittern Geschmack hat, und Brechen erreget; Aristolochia Clematis L. Hohlwurz, Herzwurz, in Schwaben Fobwurz. Einige andere Arten sind in Amerika und dem wärmern Europa einheimisch. Der Deutsche Nahme ist, wie schon Frisch anmerket, so wie der Engl. Olsterloit, aus dem Griech. Aristolochia verderbt, welchen diese Pflanze, nach dem Dioskorides, um deßwillen erhalten hat, weil sie den Gebärenden sehr heilsam seyn soll.
 
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Die Ōstermêsse, plur. die -n, eine Messe, d. i. großer Jahrmarkt, welcher um Ostern gehalten wird. Der Ostermarkt, des -es, plur. die -märkte, ein Jahrmarkt, welcher um diese Zeit fällt.

[Bd. 3, Sp. 627]



 
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Der Ostermonath, des -es, plur. die -e, der Deutsche Nahme des Aprilles, weil das Osterfest gemeiniglich in denselben zu fallen pflegt, welcher Nahme, der bey dem Raban Maurus Ostarmanoth lautet, von Carln dem Großen herrühret. S. Adelung Aprill.
 
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Der Ōstermontag, des -es, plur. die -e, der Montag in dem Osterfeste, der zweyte Osterfeyertag.
 
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Die Ōstern, sing. car. das Fest der Auferstehung Christi, das Osterfest, und bey den Juden, das Fest, in welchem das Andenken des Ausganges aus Ägypten und der Verschonung von dem Würgengel gefeyert wird; das Osterfest. Es ist eigentlich der Plural des außerdem veralteten Beywortes oster, wo Tag oder Feyertag ausgelassen zu seyn scheinet. Die Ostern, eigentlich die ostern Feyertage. Daher es auch billig das Bey- und Zeitwort in der vielfachen Zahl bekommt; auf künftige Ostern, die Ostern sind nahe; wie man die Wörter Pfingsten und Weihnachten auf eben dieselbe Art gebraucht. Indessen wird es doch sehr häufig mit einem Zeitworte der einfachen Zahl verbunden. Und der Jüden Ostern war nahe, Joh. 2, 13. Es war aber nahe die Ostern, Kap. 6, 4. Welches Entschuldigung zu verdienen scheinet, wenn das Wort absolute und ohne Artikel gebraucht wird, auf welche Art es am üblichsten ist, so wie man mit dem Artikel lieber das Wort Osterfest gebraucht. Ostern wird bald kommen. Es wird bald Ostern seyn. Ostern ist nahe. Acht Tage vor Ostern. Nach Ostern. Um Ostern.
   Anm. Schon bey dem Kero Oostrun, Ostron, bey dem Ottfried Ostoron, und noch jetzt in der Schweiz Osteren. Andere Sprachen gebrauchen es in diesem Verstande im Singular, wie das Engl. Easter, das Angels. Easter, Oster, Ostor, das Holländ. Ooster. Beda und andere, welchen auch Ihre beypflichtet, leiten dieses Wort von der alten Sächsischen Göttin Eostra, bey den ältern Schweden Astargydia, her, welche bey den Deutschen und mitternächtigen Heiden die Stelle der Griechischen und Römischen Venus vertrat, und deren Fest um die Zeit unserer Ostern soll seyn gefeyert worden, da denn das Fest der Auferstehung, welches bey der Einführung des Christenthumes an dessen Stelle gekommen, den alten Nahmen behalten habe. Man hat wichtige Gründe wider diese Ableitung; z. B. daß es sehr unwahrscheinlich ist, daß man eines der vornehmsten christlichen Feste mit einem heidnischen Nahmen sollte haben belegen lassen. Daher Wachter glaubte, es sey aus dem Goth. urreistan, auferstehen, oder Angels. Aryste, Auferstehung, zusammen gezogen; ob sich gleich von dieser an und für sich schon sehr ungewöhnlichen Zusammenziehung nicht die geringste Spur findet, und dieses Wort schon bey dem Kero, der doch bald nach der völligen Einführung des Christenthumes in dem mittägigen Deutschlande lebte, Ostron lautete. Es ist also noch immer am wahrscheinlichsten, daß es das veraltete Beywort oster, östlich, ist, (S. Adelung Osten Anm.) nicht, weil man, wie Frisch will, Christum bey seiner Auferstehung mit der aufgehenden Sonne verglichen, sondern so fern osten und oster in dem allgemeinern Begriffe des Erhebens, des Aufgehens und Auferstehens, mit einander überein kommen. Im Angels. ist Est wirklich der Ursprung. Im Nieders. heißt Ostern Pasken, Pausken und noch jetzt in einigen Oberdeutschen Gegenden Pasch und Paschen, von dem Hebr. Nahmen dieses Festes Pascha.
 
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Die Ōsterpalme, plur. die -n, in einigen Gegenden die wolligen Blüthknospen der Weiden, S. Adelung Palme.

 

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