Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Ōsterabend bis Ōsterlàmm (Bd. 3, Sp. 625 bis 626)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Ōsterabend, des -es, plur. die -e, der Abend vor dem Osterfeste, vor Ostern.
 
Artikelverweis 
Die Ōsterblume, plur. die -n, ein Nahme verschiedener Pflanzen, welche um die Zeit des Osterfestes blühen. So wird die gemeine Küchenschelle oder große Schlottenblume, Anemone Pulsatilla L. auch Osterblume genannt. Eben diesen Nahmen führet auch der kleine Ziegenbart, oder Wiesen-Anemone, Anemone pratensis L. welche zum Unterschiede von der vorigen auch kleine Osterblume heißt. Ferner die Narzisse, Narcissus L. welche daher in einigen Oberdeutschen Gegenden auch Aprilenblume genannt wird.
 
Artikelverweis 
Der Ōsterdinstag, des -es, plur. die -e, der Dinstag in dem Osterfeste, der dritte Osterfeyértag.
 
Artikelverweis 
Das Ōsterey, des -es, plur. die -er, im gemeinen Leben, bunt gefärbte Eyer, womit man sich noch jetzt auf dem Lande nach einem alten Gebrauche am Osterfeste zu beschenken pfleget. Im Nieders. Paskey, von Pasken, Ostern. Der Gebrauch rühret aus der Römischen Kirche her, da man am Osterabende nach geendigter Fasten, und nunmehr wieder vorhandenen Freyheit, Eyer und andere Fleischspeisen zu essen, ganze Körbe voll solcher bunt

[Bd. 3, Sp. 626]


gemahlten Eyer weihen lässet, und die Mahlzeiten die ganze Osterwoche über damit ausschmücket. In Siebenbürgen werden solche Eyer Mengelahr, Mengeleyer, d. i. gemahlte Eyer genannt, von dem aus mahlen verderbten mengeln.
 
Artikelverweis 
Das Ōsterfêst, des -es, plur. die -e, Ostern als ein Fest betrachtet, ein hohes Fest, welches in der Jüdischen Kirche zum Andenken des Ausganges aus Ägypten und der dabey vom Würgengel geschehenen Verschonung der Jüdischen Erstgeburten, (S. Adelung Pascha,) in der christlichen Kirche aber zum Andenken der Auferstehung Christi gefeyert, und im gemeinen Leben nur Ostern genannt wird, S. dieses Wort.
 
Artikelverweis 
Das Ōsterfeuer, des -s, plur. ut nom. sing. Freudenfeuer, welche man ehedem am Osterfeste oder am Osterabende anzuzünden pflegte, und welche noch an einigen Orten auf dem Lande üblich sind, und einigen zu Folge noch aus den Zeiten des Heidenthumes herstammen sollen. S. Adelung Ostern. In der Römischen Kirche wird am Ostersonntage schon von alten Zeiten her alles alte Feuer ausgelöschet, und neues, welches man in den Kirchen von geweihten Lampen oder Kerzen bekam, angezündet, welches im mittlern Lateine gleichfalls Ignis paschalis hieß, und nach einem Briefe des Papstes Zacharias an den Erzbischof Bonifacius zu Mainz aus den ersten Zeiten der christlichen Kirche herrühren soll.
 
Artikelverweis 
Der Ōsterfeyertag, des -es, plur. die -e, einer von den drey Feyertagen, woraus das Osterfest bestehet.
 
Artikelverweis 
Der Ōsterfladen, des -s, plur. ut nom. sing. Fladen, d. i. breite dünne Kuchen, welche noch am Osterfeste gebacken werden, und das Andenken des ungesäuerten Brotes, welches in der alten Jüdischen Kirche an diesem Feste genossen werden mußte, erhält; der Osterkuchen. In Niedersachsen bäckt man um Ostern eine Art runder Fladen mit einem aufgebogenen Rande, welche oben mit einem Teige von Mohnsamen bedeckt werden und daselbst Ostermahne heißen, von Mahn, Mohn.
 
Artikelverweis 
Die Ōsterkèrze, plur. die -n, in einigen Gegenden ein Nahme der Königskerze oder des Wollkrautes, Verbascum Thapsus L. vielleicht, weil es um Ostern blühet. S. Adelung Königskerze.
 
Artikelverweis 
Der Ōsterkūchen, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Osterfladen.
 
Artikelverweis 
Das Ōsterlàmm, des -es, plur. die -lämmer, dasjenige Lamm, welches die ehemahligen Juden an ihrem Osterfeste mit gewissen besondern Feyerlichkeiten zu essen pflegten. Bey dem Notker Osterrfriskin, S. Adelung Frischling.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: