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Ortscheit bis Ȫsche (Bd. 3, Sp. 623 bis 624)
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Artikelverweis Das Ortscheit, des -es, plur. die -e, dasjenige bewegliche Stück Holz, woran ein Pferd mit den Strängen vor einem Wagen gespannet wird; von Ort, das Ende, weil sich an jedem Ende der Wage eines befindet. In Niedersachsen heißt es der Schwängel, im Österreich das Drittel, der Vorschlag, im Hohenlohischen das Wagscheit, in der Wetterau das Stillscheit. S. Adelung Ort 3.
 
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Das Ortschick, des -es, plur. die -e, im Bergbaue, eine Kluft, welche nach einem spitzigen Winkel über einen Gang streichet, und ihn in Gestalt eines Andreas-Kreuzes durchschneidet; zum Unterschiede von einer Kreuzkluft oder Querkluft, welche ihn nach einem rechten Winkel durchschneidet. Von Ort, die Spitze, und Schick, für Geschick, eine zur Erzeugung der Erze dienliche Steinart S. Adelung Ort 2, und Geschick 4. Daher ortschickig, adj. et adv. Ortschicke habend, enthaltend.
 
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Ortschief, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, eine schiefe, d. i. verschobene Ecke, einen schiefen Winkel habend, schiefwinkelig, im Gegensatze des rechtwinkelig. So heißt ein Rhombus im gemeinen Leben eine ortschiefe Figur.

[Bd. 3, Sp. 624]



 
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Die Ortsémmel, plur. die -n, bey den Bäckern und im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, zwey oder mehrere mit den Orten oder Ecken an einander hangende runde Semmeln; Ecksemmeln, zum Unterschiede von der Schicht- oder Reihensemmeln.
 
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Der Ortsgulden, des -s, plur. ut nom. sing. der vierte Theil eines Guldens, d. i. vier Groschen, und eine Münze, welche vier Groschen gilt, ein Viergroschenstück. Von Ort, der vierte Theil eines Ganzen, S. Adelung Ort 1. 2). Ortsgülden, wie dieses Wort auch geschrieben und gesprochen wird, würde der vierte Theil eines Güldens, folglich 5 Gr. 3 Pf. seyn.
 
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Die Ortspuhle, plur. die -n, im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, diejenigen Federspuhlen, welche sich am Orte, d. i. am Ende, des Gänseflügels befinden, und die kleinsten, aber auch die härtesten sind, zum Unterschiede von den Schlagspuhlen, welches die größten sind.
 
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Der Ortstein, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben einiger Gegenden. 1) Der Eckstein; von Ort 2, Ecke. So werden die Ecksteine der Häuser und Gebäude in Niedersachsen Ortsteine genannt. Schon Notker nennet einen solchen Stein Ortstein. Auch ein Gränzstein, welcher in einem Winkel oder in ein Eck der Markung gesetzt wird, ein Hauptstein, Eckstein, heißt in manchen Gegenden ein Ortstein. 2) Auch ein fester eisenschüssiger Sandstein, welcher nahe unter der Dammerde lieget, ist unter dem Nahmen des Ortsteines bekannt, entweder von Ort, der Anfang, weil er sich gleich unter der Dammerde befindet, oder auch, weil man die Ortsteine in der vorigen Bedeutung daraus zu verfertigen pflegt.
 
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Der Ortsthaler, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, z. B. am Nieder-Rheine, der vierte Theil eines Thalers, d. i. 6 Groschen, welcher auch nur ein Ort schlechthin genannt wird. Ingleichen eine Münze, welche 6 Groschen gilt. Verstehet man unter Thaler einen Species-Thaler, so ist der Ortsthaler 8 Groschen oder ein halber Gulden. Siehe Ort 1. 2).
 
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Die Ortung, plur. die -en, von Ort, und der Endsylbe -ung oder -ing; ein nur im Bergbaue übliches Wort, einen Ort, d. i. einen Winkel, eine Ecke eines Berggebäudes in der Grube zu bezeichnen. Die Ortung an Tag oder zu Tage ausbringen, eine Wendung, einen Winkel der Grube auf der Oberfläche der Erde andeuten.
 
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Der Ortziegel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Eckziegel, ein Ziegel, welcher sich an dem Orte, an der Ecke eines Daches, befindet; in einigen Gegenden ein Preisziegel.
 
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Die Ȫsche, im Oberdeutschen ein Flur, S. 3 Esche.

 

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