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Órthographīe bis Ortsgulden (Bd. 3, Sp. 623 bis 624)
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Artikelverweis Die Órthographīe, S. Adelung Rechtschreibung.
 
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Örtlich, adj. et adv. welches von einigen Neuern eingeführet worden, das Latein. localis auszudrucken. 1) Einen Ort habend, einnehmend. Die Engel sind nicht ganz ohne oder außer allem Orte, ob sie gleich keinen Ort einnehmen und ausfüllen; sie haben also eine örtliche aber keine räumliche Gegenwart, welche letztere das Daseyn anderer Körper ausschließt. Gott ist keiner örtlichen Gegenwart und Einschränkung fähig. 2) Einem besondern Orte gemäß, in demselben gegründet; nach dem Franz. local. Die örtliche Schönheit, welche nur in einem Lande, in einem Orte bewundert, in andern aber verachtet wird. In welcher Bedeutung es doch um der Zweydeutigkeit willen am wenigsten anzurathen ist.
 
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Der Ortolān, des -es, plur. die -e, aus dem Ital. Ortolano, der Wälsche Nahme einer in der Lombardey befindlichen sehr lockern Art Ammern oder Ämmerlinge, welche im Deutschen Fettammern genannt werden; Emberiza Hortulanus L. Siehe Fettammer.
 
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Der Ortpäuschel, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Bergleuten, ein eiserner schwerer Fäustel, das gröbere und festere Gestein damit vor Ort zu gewinnen, S. Adelung Ort 3. und Päuschel.
 
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Der Ortpfahl, des -es, plur. die -pfähle, bey den Markscheidern, ein Pfahl, womit ein in der Grube befindlicher Ort auf der Oberfläche der Erde bezeichnet wird; der Ortpflock, wenn es nur ein Pflock ist.
 
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Die Ortschaft, plur. die -en, ein von Menschen bewohnter Ort, ohne zu bestimmen, ob es ein Weiler, Dorf, Flecken oder Stadt ist. Am häufigsten pflegt man Dörfer, Weiler und einzelne benannte Gebäude mit diesem allgemeinen Nahmen zu belegen.
 
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Das Ortscheit, des -es, plur. die -e, dasjenige bewegliche Stück Holz, woran ein Pferd mit den Strängen vor einem Wagen gespannet wird; von Ort, das Ende, weil sich an jedem Ende der Wage eines befindet. In Niedersachsen heißt es der Schwängel, im Österreich das Drittel, der Vorschlag, im Hohenlohischen das Wagscheit, in der Wetterau das Stillscheit. S. Adelung Ort 3.
 
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Das Ortschick, des -es, plur. die -e, im Bergbaue, eine Kluft, welche nach einem spitzigen Winkel über einen Gang streichet, und ihn in Gestalt eines Andreas-Kreuzes durchschneidet; zum Unterschiede von einer Kreuzkluft oder Querkluft, welche ihn nach einem rechten Winkel durchschneidet. Von Ort, die Spitze, und Schick, für Geschick, eine zur Erzeugung der Erze dienliche Steinart S. Adelung Ort 2, und Geschick 4. Daher ortschickig, adj. et adv. Ortschicke habend, enthaltend.
 
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Ortschief, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, eine schiefe, d. i. verschobene Ecke, einen schiefen Winkel habend, schiefwinkelig, im Gegensatze des rechtwinkelig. So heißt ein Rhombus im gemeinen Leben eine ortschiefe Figur.

[Bd. 3, Sp. 624]



 
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Die Ortsémmel, plur. die -n, bey den Bäckern und im gemeinen Leben, besonders Niedersachsens, zwey oder mehrere mit den Orten oder Ecken an einander hangende runde Semmeln; Ecksemmeln, zum Unterschiede von der Schicht- oder Reihensemmeln.
 
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Der Ortsgulden, des -s, plur. ut nom. sing. der vierte Theil eines Guldens, d. i. vier Groschen, und eine Münze, welche vier Groschen gilt, ein Viergroschenstück. Von Ort, der vierte Theil eines Ganzen, S. Adelung Ort 1. 2). Ortsgülden, wie dieses Wort auch geschrieben und gesprochen wird, würde der vierte Theil eines Güldens, folglich 5 Gr. 3 Pf. seyn.

 

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