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Orbéde bis Ordensleute (Bd. 3, Sp. 608 bis 610)
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Artikelverweis Die Orbéde, S, Urbede.

[Bd. 3, Sp. 609]



 
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Orbīl, Genit. Orbils, plur. die Orbile, eigentlich der Nahme eines mürrischen harten Schulmeisters zu Rom, welcher vorher ein Rathsdiener, und hernach ein Soldat geworden war, und welchen Horaz, weil er die grammatischen Regeln mit dem Stocke einzubläuen pflegte, plagosum Orbilium nennet. Von ihm wird noch jetzt ein finsterer mürrischer und mit Schlägen freygebiger Schulmann ein Orbil genannt.
 
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Der Orcān, S. Adelung Orkan.
 
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Das Orchếster, (sprich Orkester,) des -s, plur. ut nom. sing. der abgetheilte Ort in Schauspielen, Opern und Concerten, wo sich die Musikanten befinden, und die sämmtlichen in einem solchen Stücke spielenden Musikanten. Es ist aus dem Griech. ορχσρα entlehnet, welches den erhöheten Ort bedeutete, auf welchem die Mimi spieleten; daher auch das erhöhete Pult in der Küche, ja zuweilen auch die Kanzel selbst, im mittlern Lat. Orcistra genannt wurde.
 
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Der Orden, des -s, plur. ut nom. sing. 1. * Die Ordnung, ohne Plural; eine im Hochdeutschen ungewöhnliche Bedeutung. Nach dem Orden ihres Alters, 2 Mos. 28, 10. S. Adelung Ordentlich.
   2. Ein Stand, d. i. eine Gesellschaft von Menschen einerley Art. 1) Überhaupt, wo es nur noch zuweilen und gemeiniglich im Scherze vorkommt. Der Männerorden, der Weiberorden, der Junggesellen-Orden u. s. f. der Stand oder die Gesellschaft der verheiratheten Männer, der Weiber, der Junggesellen. Siehe Ordnung. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung wird es nur von gewissen Gesellschaften, welche durch Gesetzte, Regeln oder Statuten unter einander verbunden sind, gebraucht. Der geistliche Orden, in der Römischen Kirche, ist eine Gesellschaft gottesdienstlicher Personen, welche unter gewissen Regeln zum gemeinschaftlichen Gottesdienste verbunden ist. Der Mönchs-Orden, ein solcher Orden für Mönche oder männliche Personen, zum Unterschiede von einem Nonnen- oder Frauen-Orden. Der Augustiner-Orden, Franciscaner-Orden, Bettelorden u. s. f. Vermuthlich gaben diese geistlichen Orden das Muster zu den Ritter-Orden ab, in welchen die ritterlichen Übungen mit den gottesdienstlichen verbunden wurden, und welche in den neuern Zeiten bis auf bloße Ehrenzeichen und Feyerlichkeiten ausgeartet sind. Endlich sind auch andre Gesellschaften, welche bloß das gesellschaftliche Vergnügen zur Absicht haben, und deren Glieder durch gewisse Regeln und Gesetze mit einander verbunden, und gemeiniglich durch äußere Zeichen von andern unterschieden sind, unter dem Nahmen der Orden bekannt. Dergleichen sind der Freymäurer-Orden, der Mops-Orden und so ferner.
   3. Das Verhältniß, die Würde und die Verbindlichkeit einer solchen Gesellschaft. Ingleichen das Ehren- und Unterscheidungszeichen einer solchen Gesellschaft, besonders eines Ritter-Ordens. Einen Orden tragen, das Ehrenzeichen eines Ordens.
   Anm. Es ist wohl gewiß, daß es, wenigstens in der zweyten Bedeutung, nach dem Lat. Ordo gebildet worden, welches schon sehr frühe von gottesdienstlichen Gesellschaften gebraucht, und mit dem Christenthume und den Mönchs-Orden selbst auch in die Deutsche Sprache eingeführet worden. In der allgemeinen Bedeutung der Ordnung ist es ein gutes altes Deutsches Wort, welches von dem Lat. Ordo nur ein Seitenverwandter ist, S. Adelung Ordentlich und Ordnung.
 
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Das Ordensalter, des -s, plur. inus. dasjenige Alter, welches nach den Gesetzen eines Ordens zu der Aufnahme in denselben erfordert wird.
 
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Das Ordensband, des -es, plur. die -bänder, dasjenige Band, welches die Glieder eines Ordens tragen, und an welches oft der Orden befestiget ist.

[Bd. 3, Sp. 610]



 
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Der Ordensbruder, des -s, plur. die -brüder, das Mitglied eines männlichen Ordens, so fern sich dieselben Brüder zu nennen pflegen; besonders eines geistlichen Ordens. Die Ordensschwester ist ein solches Mitglied eines weiblichen Ordens. Beyde zusammen werden Ordenspersonen und im gemeinen Leben Ordensleute genannt.
 
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Der Ordensgeistliche, des -n, plur. die -n, ein Geistlicher, so fern er zugleich ein Glied eines geistlichen Ordens ist, in der Römischen Kirche, und zum Unterschiede von einem Weltgeistlichen. Daher die Ordensgeistlichkeit, die sämmtlichen Geistlichen dieser Art.
 
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Das Ordenskleid, des -es, plur. die -er, dasjenige Kleid, diejenige Kleidung, welche die Glieder eines Ordens zu tragen verbunden sind, welches sie von andern unterscheidet. Die sämmtlichen Kleidungsstücke dieser Art machen den Ordens-Habīt aus.
 
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Die Ordensleute, sing. inus. S. Adelung Ordensbruder.

 

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