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Ōpium bis Orbéde (Bd. 3, Sp. 607 bis 608)
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Artikelverweis Das Ōpium, des Opii, plur. inus. ein Gummi, welches aus dem getrockneten Safte der morgenländischen Mohnköpfe fließet, wenn sie zur Zeit ihrer Reife geritzt werden, und welche ein sehr heftiges einschläferndes Mittel ist; Mohnsaft. Der Nahme ist morgenländischen Ursprunges und lautet in der heutigen Persischen Sprache Afiun. Daher das Opiāt, des -es, plur. die -e, ein daraus bereitetes Schlaf machendes Mittel
 
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Die Óptik, plur. inus. aus dem Griech. und Lat. Optica, ein Theil der angewandten Mathematik, welcher in der Wissenschaft der Lichtstrahlen bestehet. In der engsten und gewöhnlichsten Bedeutung ist die Optik die Wissenschaft der Lichtstrahlen, welche in

[Bd. 3, Sp. 608]


gerader Linie in unser Auge kommen; zum Unterschiede von der Katoptrik, oder der von polirten Flächen zurück geworfenen Lichtstrahlen, und der Dioptrik, der in durchsichtigen Materien gebrochenen Lichtstrahlen.
 
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Óptisch, adj. et adv. aus dem Lat. opticus, zur Optik gehörig, in derselben gegründet. In weiterer Bedeutung ist optisch so wie eine Sache gesehen wird, so wie sie dem Auge vorkommt, im Gegensatze der Art und Weise, wie sie wirklich ist. So sind die Ausdrücke, die Sonne gehet auf, sie gehet unter, optische Ausdrücke und Vorstellungen, weil die Sonne auf- und unterzugehen scheinet, ob sie gleich im Mittelpuncte ihres Systemes unbeweglich ist.
 
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Das Orākel, des -s, plur. ut nom. sing. aus dem Lat. Oraculum, nach der Mythologie der Alten, 1) die, gemeiniglich räthselhafte Antwort der Götter durch die Priester; der Götterspruch. Daher man auch noch jetzt einen jeden theils räthselhaften, theils auch unwiderlegbar gewissen Ausspruch ein Orakel zu nennen pflegt. 2) Der Ort, wo eine heidnische Gottheit den Fragenden durch die Priester Antwort ertheilte. Daher auch figürlich eine Person, bey welcher sich viele Raths erhohlen, ein Orakel heißt.
 
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Die Oránge, (spricht Orangsche,) plur. die -n, aus dem Franz. Orange, und dieß aus dem Ital. Arancia, eine Pomeranze, ingleichen ein Pomeranzenbaum. Im Deutschen pflegt man daher die Bäume, Blüthen, Zweige, ingleichen die unreifen Früchte der Pomeranzen- und Citronen-Bäume Orangen, ingleichen Orangen-Bäume, Orangen-Blüthe, und Orangen-Früchte zu nennen. Im mittlern Lat. Irangia. Im Ital. heißt der Pomeranzen-Apfel auch mit dem müßigen n, Naranzo und Melaranzo, und im Persischen Nareng. Die Orange oder Orangen-Farbe, und mit einem dem Deutschen näher gebrachten Ausdrucke die Oranien-Farbe ist die dunkle röthlich gelbe Farbe, welche aus citronen-gelb und roth gemischt ist, und den Übergang der gelben Farbe in das Morgenroth ausmacht. Daher das Bey- und Nebenwort orangen, orangefarben, orangefarbig, orangegelb, oraniengelb, diese gelbe Farbe habend. Ein orangegelber Taffent. Ein orangefarbenes Kleid.
 
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Die Orangerīe, (spricht Orangscherie, viersylbig,) plur. die -n, (fünfsylbig,) aus dem Franz. Orangerie. 1) Der sämmtliche in und bey einem Garten befindliche Vorrath von Citronen-Bäumen, Pomeranzen-Bäumen, und in weiterer Bedeutung auch von allen ausländischen Bäumen und Gewächsen, welche in dem Gewächshause aufbewahret werden. 2) Auch das Gewächs- oder Treibhaus selbst wird zuweilen mit diesem Nahmen belegt.
 
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Oraniengêlb, S. Adelung Orange.
 
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Der Ōrant, des -es, plur. inus. der Nahme einer Pflanze, welche auch Dorant, ingleichen Hundskopf, Steckkraut, Stärkkraut, Teufelsband, weil man es ehedem zur Zauberey zu mißbrauchen pflegte, genannt wird; Antirrhinum Orontium L. Nach dem Frisch sind beyde Nahmen, so wohl Dorant als Orant, aus dem Griech. Antirrhinum verderbt. Von andern wird auch der gemeine Dosten oder Wohlgemuth, Origanum vulgare L. mit diesem Nahmen beleget, da denn derselbe aus dem Lat. oder vielmehr Griech. Origanum gebildet seyn würde.
 
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Die Oratōrie, plur. inus. S. Adelung Redekunst.
 
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Das Oratōrium, des -torii, plur. die -toria, das mittlere Lat. Oratorium, ein Singestück in der Musik zu bezeichnen, in welchem die Handlung aus der geistlichen Geschichte hergenommen ist, eine Oper, oder Operette geistlichen Inhaltes. In der Römischen Kirche ist es auch ein Bethstübchen für vornehme Personen.
 
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Die Orbéde, S, Urbede.

[Bd. 3, Sp. 609]


 

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