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Olýmp bis Ōpferaltār (Bd. 3, Sp. 605 bis 606)
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Artikelverweis Der Olýmp, des -es, plur. inus. aus dem Griech. und Lat. Olympus, ein Gebirge in Thessalien, welches sich mit einigen Spitzen über die Wolken erhebt, und in der Mythologie der Griechen und Römer die Wohnung Jupiters und der obern Götter war, daher auch wohl christliche Dichter es noch von dem poetischen Himmel, und olympisch für himmlisch gebrauchen.
 
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Das Ōmat, S. Adelung Grummet.
 
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Die Ontologīe, S. Adelung Grundwissenschaft.
 
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Der Onvogel, S. Adelung Ohnvogel.
 
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Der Ōnyx, des -es, plur. die -e, aus dem Griech. und Lat. Onyx, Onychium, ein halb durchsichtiger glasartiger Halbedelstein, welcher zu den Achatarten gehöret, und eigentlich ein aus über einander laufenden Streifen von verschiedener Farbe bestehender Krystall-Achat ist. Der Sardonyr, Sardonychium, ist ein mit rothen Streifen vermischter Onyx. In der Deutschen Bibel kommen die ungebräuchlichern Nahmen Onich und Onichstein vor.
 
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Der Opāl, des -es, plur. die -e, aus dem Griech. und Lat. Opalus, ein milchfarbiger, thonartiger, mehr als halb durchsichtiger Stein, welcher nach dem Schleifen, bey verschiedener Wendung, mit verschiedener Farbe spielet, und unter die Halbedelsteine gerechnet wird. Bey den Alten hieß er wegen dieser verschiedenen Farben Iris; Plinius nennet ihn Paederos.
 
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Die Ōper, plur. die -n, die mit Musik begleitete Vorstellung einer wunderbaren Handlung, das musikalische Drama, welches, weil es gesungen wird, auch im Deutschen das Singespiel heißt. Der Nahme ist so wie die Erfindung selbst Italiänisch, indem man im 16ten Jahrhunderte in Italien anfing, das damahls übliche Extemporiren den mittelmäßigen Schauspielern zu erleichtern, die Rollen mit Musik zu begleiten. Die ernsthafte Oper, Ital. Opera seria, wenn eine ernsthafte wunderbare Handlung vorgestellet wird, welche sich wieder in die Götter-Oper und Helden-Oper theilet; zum Unterschiede von der komischen Oper, Ital. Opera buffa, wenn es die Vorstellung einer lustigen Handlung ist. Daher die Operêtte, plur. die -n, Ital. Operetta, ein kurzes Singespiel dieser Art, das Opern-Haus, worin Opern gespielet werden, der Opern-Sänger, oder Operíst, die Opern-Sängerinn, oder Operístinn, die Schauspieler in der Oper, der Opern-Dichter u. s. f.
 
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Das Opermếnt, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein aus Auripigmentum verderbtes Wort, ein Arsenik-Erz zu bezeichnen, welches aus Arsenik, Schwefel und Erde bestehet, ein blätteriges Gewebe und eine gelbe glänzende Farbe hat; Auripigment. Das rothe Operment hat eine hochrothe Zinnoberfarbe, und wird auch Rauschgelb und rother Arsenik genannt. Es hat den Lateinischen Nahmen, so wie den Französischen, Orpiment, Orpin, von dem Gebrauche zum Mahlen, welchen die Mahler davon machen.
 
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Der Operngucker, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art kleiner Ferngläser, so fern man sich ihrer bedienet, in der Oper damit umher zu gucken; der Taschengucker.
 
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Das Opfer, des -s, plur. ut nom. sing. ein jedes sichtbares Ding, welches der Gottheit zur Abbildung seiner eigenen Übergabe an dieselbe, dargebracht wird. Ein blutiges Opfer, oder Schlachtopfer, wenn es in einem lebendigen Geschöpfe bestehet, welches alsdann geschlachtet, und oft auch in der engsten Bedeutung ein Opfer schlechthin genannt wird, zum Unterschiede von einem unblutigen Opfer, welches in einem jeden andern Dinge bestehen kann. In weiterer Bedeutung wird oft, besonders in der Römischen Kirche, alles ein Opfer genannt, was zum Behuf des Gottesdienstes und der gottesdienstlichen Personen geschenkt und dargebracht wird. Im weitesten Verstande ist, besonders in der

[Bd. 3, Sp. 606]


höhern Schreibart, ein jedes Ding, eine jede Sache, welche man einem andern zum Zeichen seiner Unterwürfigkeit, seiner Ergebenheit darbringet, ein Opfer. Ein Opfer bringen. Einem etwas zum Opfer bringen. In engerer und figürlicher Bedeutung, ist das Opfer so wohl eine Sache, deren Eigenthumes man sich um eines andern willen begibt, als auch ein Gegenstand, auf welchen die Schuld eines andern übertragen wird, und in weiterer Bedeutung, ein jedes Ding, welches der Gegenstand eines von einem andern ihm zugefügten Übels ist, wo die Figur von einem Schlachtopfer oder blutigen Opfer entlehnet worden. Die Gerechtigkeit verlanget ein Opfer. Oft wird die Unschuld ein Opfer der Tyranney und überlegenen Macht. Ein Opfer der Leidenschaft eines andern werden.
   Anm. Schon im Isidor Offerung, bey dem Ottfried Oppher, im Tatian Obphar, im Dän. und Schwed. Offer, im Wallis. Abert, im Böhm. Ober. Gemeiniglich glaubt man, daß es aus dem Lat. offerre, obferre, oder gar aus dem Griech. επιφορα, entlehnet sey. Allein, es kann auch, wie so viele andere eine bloß buchstäbliche Übersetzung des Lateinischen Ausdruckes seyn, weil so wohl das Vorwort ob, auf, Nieders. up, als auch das Zeitwort bären, tragen, bringen, ferre, φερειν, ehedem sehr üblich waren. Auf ähnliche Art hieß ein Opfer im Angels. Tiber, von toberau, zubringen, zutragen. Man hatte ehedem noch andere gleichbedeutende Ausdrücke, wohin das Ghelstar und Ghelstro im Isidor, von gelten, das Blostar bey eben demselben, und Blot der alten mitternächtlichen Völker, das Hunsl der Gothen, und Husl der Angelsachsen, und das Vuiechuuerch des Notker gehören.
 
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Der Ōpferaltār, des -es, plur. die -täre, ein Altar, so fern er zunächst zu den Opfern, und in engerer Bedeutung zu den blutigen Opfern bestimmt ist.

 

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