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Öhlbaum bis Öhlen (Bd. 3, Sp. 591 bis 592)
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Artikelverweis Der Öhlbaum, des -es, plur. die -bäume, derjenige Baum, aus dessen Beeren das Baumöhl gepresset wird; Olea L. bey einigen, aber sehr undeutsch, Oliven-Baum.
   Und warum floh der Held itzt stillen Schatten zu,
   Und wählte für den Streit des Öhlbaums träge Ruh?
   Weiße; weil der Öhlbaum schon seit den ältesten Zeiten ein Sinnbild des Friedens ist. Er ist in dem wärmern Asien einheimisch, von da er nach Griechenland, von da, um das Jahr 690 der Stadt Rom, nach Italien, und von da endlich nach Frankreich und Spanien gebracht worden. Der wilde Öhlbaum, oder Böhmische Öhlbaum, wächst in Böhmen, Spanien und Syrien; Elaeagnus L. Er wird in der Lausitz Öhlbeerbaum genannt, und hat den Nahmen nur wegen der Ähnlichkeit der Früchte, so wie der Lebensbaum, Thuja L. welcher von einigen gleichfalls wilder Öhlbaum genannt wird. Bey dem Ottfried Oliboum, bey dem Notker Oleboum.

[Bd. 3, Sp. 592]



 
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Öhlbäumen, adj. et adv. von dem Öhlbaume herkommend. Öhlbäumenes Holz. Ingleichen aus diesem Holze bereitet.
 
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Der Öhlbêêrbaum, des -es, plur. die -bäume, S. Adelung Öhlbaum.
 
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Die Öhlbêêre, plur. die -n, die Beeren des Öhlbaumes, welche man gemeiniglich mit einem ausländischen Nahmen Oliven zu nennen pflegt, S. dieses Wort.
 
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Der Öhlbêrg, des -es, plur. die -e, ein mit Öhlbäumen bewachsener Berg; besonders in engerer Bedeutung und als ein eigenthümlicher Nahme eines vor der ehemahligen Stadt Jerusalem befindlichen Berges, welcher durch die Leidensgeschichte Christi bekannt geworden ist. In der Deutschen Bibel kommt es auch als ein allgemeiner Nahme mehrmahls vor. Öhlberge, die du nicht gepflanzet hast, 5 Mos. 6, 11. Bey dem Ottfried Oliberg.
 
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Das Öhlbild, des -es, plur. die -er, ein mit Öhlfarben gemahltes Bild. S. Adelung Öhlfarbe.
 
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Die Öhlblase, plur. die -n, eine kupferne Blase, worin die Mahler das Leinöhl, Nußöhl u. s. f. zu Firniß, die Kupferdrucker aber ihre Schwärze aus Nußöhl kochen; die Firnißblase.
 
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Das Öhlblatt, des -es, plur. die -blätter, ein Blatt von dem Öhlbaume.
 
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Das Öhlblau, subst. indeclin. bey den Mahlern, ein Nahme der besten Schmalte, weil sie auch mit einem Öhlfirniß aufgetragen werden kann.
 
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Die Öhldrusen, sing. inus. die Hefen, der dicke Bodensatz des Öhles, und besonders des Baumöhles; die Öhlhefen. Ingleichen das Überbleibsel von den Öhlbeeren oder Oliven, nach ausgepreßtem Öhle; im gemeinen Leben die Öhltriestern. Bey dem Notker Oeltruosin. S. die Drusen.
 
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Öhlen, verb. reg. act. mit Öhl versehen. Den Salat öhlen, Baumöhl darauf thun; doch nur im Oberdeutschen. Geöhltes Brot, mit Öhl bestrichenes oder in Öhl gebackenes Brot, 3 Mos. 8, 26. Am häufigsten gebraucht man es noch, für mit Öhl bestreichen, mit Öhl tränken. Geöhltes Papier, welches auf beyden Seiten mit Terpenthin-Öhl bestrichen worden. Ein Schloß einöhlen oder öhlen, es mit Öhl schmieren. Ehedem gebrauchte man es auch für mit Öhl salben, daher noch die letzte Öhlung in der Römischen Kirche üblich ist, wo es die sacramentliche Salbung eines in den letzten Zügen liegenden Kranken mit dem geweiheten Öhle bedeutet.

 

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