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Oftmahls bis Öhlbild (Bd. 3, Sp. 590 bis 592)
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Artikelverweis  Oftmahls, das Nebenwort des vorigen Beywortes, für oft, in dessen zweyten Bedeutung; im gemeinen Leben auch oftmahlen und öftermahls. Ich habe es ihm schon oftmahls gesagt, schon oft. Er errettete sie oftmahls, Ps. 106, 43. So wohl dieß als das vorige, werden in der edlen Schreibart gern vermieden, außer daß die Dichter sie zuweilen um des Sylbenmaßes willen gebrauchen.
   Vernunft, zu oftmahls sclavisch, ergriff jetzt die Partey
   Der mächtigern Begierden,
   Dusch.
 
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Oh! S. 1 O.
 
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Der Oheim, zusammen gezogen der Ohm, des -es, plur. die -e, Fämin. die Oheime, zusammen gezogen die Ohme, plur. die -n, des Vaters oder der Mutter Bruder, und im Fämin. des Vaters oder der Mutter Schwester. Es ist in den gemeinen Sprecharten Ober- und Nieder-Deutschlandes am üblichsten, kommt aber auch in der Kanzelleysprache vor, wo der Kaiser die weltlichen Churfürsten, so wie die meisten altfürstlichen, Oheim zu nennen pflegt; vermuthlich so fern dieses Wort ehedem, wie aus dem Frisch erhellet, auch des Bruders und der Schwester Kinder zu bezeichnen pflegte, wofür jetzt die Wörter Neffe und Nichte üblicher sind, so daß die Neffen und Nichten so wohl ihrer Ältern Geschwister, als auch diese jene Oheim nannten. Im Bremischen wird des Bruders oder der Schwester Kind noch jetzt auf dem Lande Öhm und Öhme genannt. Der Großoheim oder Großohm, des Vaters oder der Mutter Oheim. Das weibliche Oheime und Ohme scheint seltener gebraucht zu werden; indessen kommt es doch Amos 6, 10 für Muhme vor: ein jeglicher muß seine Ohme nehmen.
   Anm. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen Ohein, in Schwaben und der Schweiz noch jetzt Ohan, Ohen, Ohein, im Nieders. Ohm, im Diminut. Öhmken, Öhmke, im Angels. Eam. In dem alten Augsburg. Stadtrechte bey dem Schilter heißt es: Wer die frunt sien, die einen zer echt bringen mugen. Das fullen sin des mannes vater und sin mutter, wip und kint, bruder und swester, bruder kinde und swester chinde, vettern und vettern chinde, öhan und öhaus kind. Wasen unt Mumen und iro chinde. Frisch ließ es, freylich gezwungen genug, von dem Latein. Avunculus abstammen. Weit wahrscheinlicher ist es, daß es mit dem alten Amme, Mutter, Ahn, und, so fern es auch einen Neffen bedeutet, mit Enkel und Enke verwandt ist, und überhaupt einen nahen Verwandten bedeutet, so wie Muhme und Mamma, Mutter, auf gleiche Art verwandt sind. Schon im Arab. bedeutet Am, dem Bremisch-Nieders. Wörterbuche zu Folge, einen Vaterbruder. In den Münzen werden an einigen Orten noch die zünftigen Arbeiter Ohme oder Ohmen, und ihre Zunft oder Gesellschaft die Ohmschaft, Öhenschaft, genannt; woraus denn erhellet, daß es auch in weiterer Bedeutung von einem jeden Verbundenen, in Gesellschaft und Gemeinschaft stehenden gebraucht worden.
 
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Das Öhl, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, ein von sich selbst flüssiges Fett, ein fetter flüssiger Körper, welcher sich im Wasser gar nicht, oder doch nur wenig auflösen lässet, mit einer von Rauch und Ruß begleiteten Flamme brennet, und nach der Destillation eine kohlichte Substanz zurück lässet. 1) Eigentlich. Aus einem Körper das Öhl destilliren. Das Öhl aus den Früchten pressen. Öhl schlagen, es durch Stampfen aus den Samen heraus bringen. Wesentliches Öhl, welches den Geruch derjenigen vegetabilischen Substanz, aus welcher es gezogen worden, hat, wie Nelkenöhl, Zimmtöhl u. s. f. Brennzliches Öhl, ein jedes Öhl, welches durch die Destillation bey einem Grade der Wärme erhalten worden, welcher über den Grad der Wärme des siedenden Wassers gehet, und daher angebrannt

[Bd. 3, Sp. 591]


riecht und schmeckt; empyrevmatisches Öhl. Öhl brennen, in der Lampe. Öhl in das Feuer gießen oder schütten, figürlich, eine jede Leidenschaft noch heftiger machen. In engerer Bedeutung pflegt man diejenige Art des Öhles, deren man sich in gewissen Fällen am häufigsten bedienet, nur Öhl schlechthin zu nennen. Es ist unter Öhl in der Deutschen Bibel beständig Baumöhl zu verstehen, (S. die folgenden Zusammensetzungen,) und in der Hauswirthschaft pflegt man das Lein- und Rübsenöhl, dessen man sich zum Brennen in den Hauslampen bedienet, nur Öhl schlechthin zu nennen. Das Öhl der Kupferdrucker ist Nußöhl, und das Öhl der Mahler Leinöhl, S. Öhlfirniß. 2) Figürlich werden gewisse durch die Kunst bereitete flüssige Körper, wegen einer ähnlichen Consistenz, zuweilen Öhle genannt, dahin das Arseniköhl, Weinsteinöhl, Vitriolöhl, Kupferöhl u. s. f. gehören, S. diese Wörter.
   Anm. Schon im Isidor Ole, bey dem Ottfried Oli, im Nieders. Ölje, bey dem Ulphilas Alev, im Schwed. Olja, im Angels. Ele, im Engl. Oil, im Böhm. Oleg, im Krainerischen Vojle, im Pohln. Oley, im Franz. Huile, im Ital. Oglio, im Lat. Oleum, im Griech. ελαιον, selbst in Patagonien Oli, und auf den Cocos-Inseln Lolo. Ihre lässet es von dem alten noch Schwed. ala, alere, abstammen, weil es dem Feuer Nahrung gibt, oder auch von ala, anzünden, und dem alten Eld, Aeld, Feuer. Allein es scheinet auch ohne diese Eigenschaft einen jeden flüssigen, besonders dicklichen Körper bezeichnet zu haben; daher ist im Angels. Eala, im Engl. Ale, im Schwed. Oel, im Isländ. Aul, im Lettischen Allus, im Esthnischen Olei, Oellut, und in einigen Niedersächsischen Gegenden Öhl, Bier, womit auch das Griech. ουλαι bey dem Eustathius überein kommt. In den nördlichen Mundarten ist Elbe, Elf, ein Fluß, und sogar im Patagonischen bedeutet Oli das Wasser. Gottsched hatte den sonderbaren Einfall, dieses Wort ohne h Oel oder Öl zu schreiben, bloß weil das Latein. Oleum, wovon er es ableitete, kein h hat. Die Ableitung war sehr ungegründet; gleich als wenn das ganze nördliche Europa nicht eher ein flüssiges Fett, oder einen flüssigen Körper überhaupt hätte benennen können, als bis es solches erst von den Römern lernen müssen. Hätte es aber auch mit der Abstammung seine Richtigkeit, so wäre es doch billig, daß ein Wort, welches durch Wegwerfung der Endsylben und durch Veränderung des Selbstlautes ein ganz Deutsches Ansehen bekommen, sich auch in der Schreibart bequemet, welche vor den flüssigen Buchstaben ein h erfordert, S. Adelung H.
 
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Das Öhlbällchen, des -s, plur. ut. nom. sing. bey den Kupferdruckern, ein kleiner Ballen, womit die Kupferplatten abgewischet werden; das Filzbällchen.
 
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Der Öhlbaum, des -es, plur. die -bäume, derjenige Baum, aus dessen Beeren das Baumöhl gepresset wird; Olea L. bey einigen, aber sehr undeutsch, Oliven-Baum.
   Und warum floh der Held itzt stillen Schatten zu,
   Und wählte für den Streit des Öhlbaums träge Ruh?
   Weiße; weil der Öhlbaum schon seit den ältesten Zeiten ein Sinnbild des Friedens ist. Er ist in dem wärmern Asien einheimisch, von da er nach Griechenland, von da, um das Jahr 690 der Stadt Rom, nach Italien, und von da endlich nach Frankreich und Spanien gebracht worden. Der wilde Öhlbaum, oder Böhmische Öhlbaum, wächst in Böhmen, Spanien und Syrien; Elaeagnus L. Er wird in der Lausitz Öhlbeerbaum genannt, und hat den Nahmen nur wegen der Ähnlichkeit der Früchte, so wie der Lebensbaum, Thuja L. welcher von einigen gleichfalls wilder Öhlbaum genannt wird. Bey dem Ottfried Oliboum, bey dem Notker Oleboum.

[Bd. 3, Sp. 592]



 
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Öhlbäumen, adj. et adv. von dem Öhlbaume herkommend. Öhlbäumenes Holz. Ingleichen aus diesem Holze bereitet.
 
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Der Öhlbêêrbaum, des -es, plur. die -bäume, S. Adelung Öhlbaum.
 
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Die Öhlbêêre, plur. die -n, die Beeren des Öhlbaumes, welche man gemeiniglich mit einem ausländischen Nahmen Oliven zu nennen pflegt, S. dieses Wort.
 
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Der Öhlbêrg, des -es, plur. die -e, ein mit Öhlbäumen bewachsener Berg; besonders in engerer Bedeutung und als ein eigenthümlicher Nahme eines vor der ehemahligen Stadt Jerusalem befindlichen Berges, welcher durch die Leidensgeschichte Christi bekannt geworden ist. In der Deutschen Bibel kommt es auch als ein allgemeiner Nahme mehrmahls vor. Öhlberge, die du nicht gepflanzet hast, 5 Mos. 6, 11. Bey dem Ottfried Oliberg.
 
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Das Öhlbild, des -es, plur. die -er, ein mit Öhlfarben gemahltes Bild. S. Adelung Öhlfarbe.

 

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