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Offenbarung bis Officīer (Bd. 3, Sp. 585 bis 587)
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Artikelverweis Die Offenbarung plur. die -en, von dem Zeitworte offenbaren. 1. Die Handlung des Offenbarens. 1) * Überhaupt, eine jede Bekanntmachung; in welchem Verstande es außer der biblischen Schreibart veraltet ist. Wir gehen auch nicht mit Schalkheit um, sondern mit Offenbarung der Wahrheit, 2 Cor. 4, 2. Der Tag der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, Röm. 2, 5. 2) In engerer Bedeutung, die Bekanntmachung einer verborgenen Sache. Man kann alles versöhnen, ausgenommen die Schmach, Verachtung, Offenbarung der Heimlichkeit und böse Tücke, Sir. 22, 27. 3) In noch engerer theologischer Bedeutung, die Bekanntmachung übernatürlicher Wahrheiten von Gott. Manche Schwärmer rühmen sich noch jetzt, daß sie göttliche Offenbarungen haben oder bekommen. 2. Die bekannt gemachte Sache selbst, die geoffenbarten Kenntnisse; wo es nur allein im theologischen Verstande üblich ist, bekannt gemachte vorher unbekannte Kenntnisse zu bezeichnen. Die Offenbarung Johannis, der ganze Umfang aller ihm geoffenbarten Dinge, und das Buch, worin sie aufgezeichnet sind, welches in den ältern Übersetzungen vor Luthern das Buch der Tugenheit heißt, d. i. der Verborgenheit, von tugen, verborgen. Besonders die bekannt gemachten Wahrheiten von Gott und unserm Verhältnisse gegen ihn, und deren ganzer Umfang. Die allgemeinere oder entferntere Offenbarung, die aus dem Daseyn und Zusammenhange aller natürlichen Dinge bekannten Wahrheiten von Gott; im Gegensatze der nähern Offenbarung Gottes, der durch die veranstaltete Versöhnung von ihm bekannt gewordenen Wahrheiten. In der engsten Bedeutung ist die nähere Offenbarung, die durch symbolische Erkenntnißzeichen geschehene Bekanntmachung der nöthigen Heilswahrheiten, da denn in weiterm Verstande auch wohl die ganze heil. Schrift, ob sie gleich nicht lauter geoffenbarte Wahrheiten enthält, die göttliche Offenbarung, oder die Offenbarung schlechthin genannt wird.
   Bey dem Notker nur Offenunga, Öffnung.
 
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Die Offenheit, plur. inus. von offen 3. 7), die Eigenschaft, da man offen, d. i. frey, ohne Zurückhaltung und Verstellung ist.
 
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Offenherzig, -er, -ste, adj. et adv. ein offenes Herz habend, d. i. seine Gedanken und Empfindungen andern ohne Zurückhaltung

[Bd. 3, Sp. 586]


entdeckend, und in dieser Eigenschaft gegründet. Ein offenherziger Mensch. Sie sind sehr offenherzig, daß sie mir auch ihre Thorheiten nicht verschweigen. Gegen jemanden offenherzig seyn. Ein offenherziges Bekenntniß ablegen. Du gehst nicht offenherzig mit mir um. In engerer Bedeutung ist man offenherzig, wenn man einem andern alle heilsame Nachrichten auf daß möglichste entdeckt.
 
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Die Offenhêrzigkeit, plur. inus. die Eigenschaft, da man offenherzig ist.
 
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* Offenkündig, -er, -ste, adj. et adv. welches nur im Oberdeutschen für jedermann bekannt, notorisch, üblich ist. Eine offenkündige Sache. Daher die Offenkündigkeit.
 
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Das Offenstück, des -es, plur. die -e, bey den Gärtnern, eine Art Luststücke, wo man vermittelst der Gänge zwischen den Feldern überall frey ein- und ausgehen kann, ohne überzuschreiten; Franz. Parterre de Pieces coupées, eigentlich ein offenes Stück.
 
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Öffentlich, -er, -ste, adj. et adv. 1) Was vor allen Leuten, vor jedermann ist und geschiehet; im Gegensatze des geheim oder verborgen. Sich nicht öffentlich sehen lassen. Eine öffentliche Buße. Öffentliche Sünden, öffentliche Schande. Öffentlich beschimpft werden. Öffentlich speisen. Ein öffentliches Ärgerniß. Sich öffentlich hören lassen. Man spricht öffentlich davon. Der öffentliche Gottesdienst, wo jedem der Zutritt verstattet, jeder durch das Geläut der Glocken dazu eingeladen, und jede gottesdienstliche Handlung vor jedermann verrichtet wird; im Gegensatze des Privat-Gottesdienstes und Hausgottesdienstes. Öffentlich (vor den Leuten) spielten sie die Rolle der Gleichgültigkeit sehr glücklich. 2) Zu jedermanns Gebrauche bestimmt. Ein öffentlicher Ort. Auf öffentlichen Gassen. Auf öffentlichem Markte. Öffentliche Gebäude. Ein öffentliches Wirthshaus. 3) In engerm Verstande, eine große bürgerliche Gesellschaft betreffend. Ein öffentliches Amt. Öffentliche Verbrechen, welche wider das Band des Landesherren und der Unterthanen begangen werden.
   Anm. Im Oberdeutschen offentlich. Es ist aus offen und lich zusammen gesetzet, und lautet daher im Kero, Isidor, und selbst noch bey den Schwäbischen Dichtern, offanliih, offenlih. Das t ist das t euphonicum, welches dem n in mehrern Wörtern nachschleicht, S. Adelung N und T. Im Oberdeutschen wurde es ehedem auch sehr häufig für offenbar gebraucht, so wie Ottfried für öffentlich nur offen, offen, hat.
 
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Die Öffentlichkeit, plur. inus. die Eigenschaft einer Sache, da sie öffentlich ist, oder geschiehet, in allen Bedeutungen dieses Wortes.
 
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Der Officiāl, des -es, plur. die -e, aus dem mittlern Lat. Officialis, in der Römischen Kirche, der Vorgesetzte eines geistlichen Gerichtes, welcher in einem geistlichen Gerichte im Nahmen des Bischofes den Vorsitz hat, und dessen Stelle vertritt. Daher das Officialāt, dessen Amt und Würde. Das Officialat-Gericht, ein geistliches bischöfliches Gericht, dessen Stelle bey den Protestanten die Consistorien oder Kirchenräthe vertreten. Die Officiale und ihre Gerichte kamen ungefähr im 12ten und 13ten Jahrhunderte anstatt der Archi-Diaconen und ihrer Gerichte auf, welche sich durch ihre Ausschweifungen, Härte, und Gierigkeit bey jedermann verhaßt gemacht hatten.
 
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Der Officiánt, des -en, plur. die -en, aus dem mittlern Lat. officians, ein jeder, welcher ein öffentliches Amt geringerer Art bekleidet, ein Unterbedienter, welcher den Beamten hilft oder an die Hand gehet. Die Officianten aus der Buchhalterey. Die Münz-Officianten. Zuweilen werden auch wohl die Arbeiter einer Officin Officianten genannt. An den Höfen sind die Officianten

[Bd. 3, Sp. 587]


Hofbedienten geringer Art, welche keine Livree tragen.
 
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Der Officīer, des -s, plur. ut nom. sing. sehr häufig auch die -s, aus dem Franz. Officier, aber mit Deutscher Aussprache. 1) Ein jeder, welcher ein Amt, besonders ein öffentliches Amt bekleidet, in welchem Verstande auch das Franz. Officier gebraucht wird. Im Deutschen ist es in dieser weitern Bedeutung nur in einigen Oberdeutschen Gegenden üblich. Rait-Officier sind im Österreichischen die Beamten der kaiserl. königl. Cameral-Haupt-Buchhalterey. Das Kriegszahlamt zu Wien bestehet aus einem Kriegszahlmeister und verschiedenen Officieren. Das oberste Schiffamt zu Wien hat einen adeligen Schiffamtsobersten und einen Amts-Officier. Das kaiserl. königl. Waldamt in Nieder-Österreich hat einen adeligen Waldmeister, einen Waldschaffer und verschiedene Waldamts-Officier. Wo es zuweilen auch wie Officiant nur die Schreiber, Kanzellisten und andere Unterbeamten zu bezeichnen scheinet. Hingegen werden in Mähren der oberste Landkämmerer, der oberste Landrichter und der oberste Landschreiber, die drey obersten Land-Officierer (Officier) genannt. 2) In engerer und im Hochdeutschen gewöhnlicherer Bedeutung werden nur die Beamten oder Befehlshaber bey den Soldaten Officier genannt. Unter-Officier, die erste Staffel der Officier nach den Gemeinen; zum Unterschiede von den Ober-Officieren, welche auch nur Officier schlechthin genannt werden, und wozu die Fähnriche, Lieutenants und Capitäns und Rittmeister gehören. Die Stabs-Officier, die höhern Officier von dem Major an.

 

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