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Ochshoft bis Odem (Bd. 3, Sp. 577 bis 579)
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Artikelverweis Das Ochshoft, S. Adelung Oxhoft.
 
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Ockeley, eine Art Weißfische, S. Adelung Ukeley.
 
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Octāv, ein aus dem Lat. octava forma entlehntes unabänderliches Hauptwort, die Größe eines in acht Blätter zusammen gelegten Bogens zu bezeichnen. Ein Buch in Octav, dessen Bogen drey Mahl gebrochen sind und also acht Blätter geben, zum Unterschiede von dem Folio, Quart, Duodez u. s. f. Ein Buch in Groß-Octav, in Klein-Octav. Das Octav-Blatt, ein solches Blatt; das Octav-Format, ein solches Format der Bücher; ein Octav-Band, ein Buch in Octav.
 
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Die Octāve, plur. die -n, aus dem Lat. Octava, in der Musik, der Zwischenraum zwischen zwey Tönen, wovon der eine noch Ein Mahl so stark ist als der andere, da denn nur jeder der beyden äußersten Töne die Octave des andern genannt wird. Dieser Zwischenraum heißt die Octave, weil er, die beyden äußersten Töne mit gerechnet, aus acht ganzen Tönen bestehet. Auch eine Reihe von acht auf einander folgenden Tönen führet den Nahmen der Octave. In den Orgeln ist die Octave ein Nahme verschiedener Register, wohin die große Octave, von acht Fuß Ton, die mittlere Octave oder Mittel-Octave, von vier Fuß, die kleine Octave, von zwey Fuß, und das Super-Octävlein, von einem Fuße, gehören.

[Bd. 3, Sp. 578]



 
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Der Octōber, des -s, plur. ut nom. sing. aus dem Latein. October, der zehnte Monath im Jahre, der bey den Römern der achte war, und 31 Tage hat. Carl der Große nannte ihn den Weinmonath, weil die Weinlese gemeiniglich in denselben fällt, welchen Nahmen er auch noch zuweilen führet, obgleich derselbe den Römischen nicht verdrängen können. Nach dem Raban Maurus aus dem achten Jahrhunderte bey dem Goldast lautete dieser von Carln dem Großen herrührende Nahme, Windumanoth, Windmonath, welche Leseart auch einige Handschriften des Eginhard haben, dagegen andere Windrumanoth und Weinmoneth lesen. Allein es ist sehr wahrscheinlich, daß die Nahmen der vier letzten Monathe bey allen Schriftstellern dieser Zeit verderbt sind. Siehe auch September.
 
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Oculiren, verb. reg. act. S. Adelung Äugeln.
 
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Der Oculist, des -en, plur. die -en, aus dem Lat. Oculus, ein Wundarzt, welcher sich vorzüglich der Heilung der Augenschäden befleißigt; der Augenarzt.
 
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-Od, in Kleinod, S. dieses Wort.
 
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Öde, -r, -ste, adj. et adv. ein sehr altes Wort, welches in folgenden Bedeutungen gefunden wird. 1) * Hohl; eine im Hochdeutschen unbekannte Bedeutung, welche indessen eine der ersten zu seyn scheinet, und noch bey dem Dasypodius nach dem Frisch vorkommt, welcher öde durch hohl und cavus erkläret. Bey eben demselben ist die Öde die Höhle, Concavitas. Es ist in diesem Verstande mit dem Niederdeutschen Öhse, ein Öhr, ösen, schöpfen, Öse, ein Schöpfgefäß, und unserm Hose, ein Gefäß, genau verwandt, indem die Verwandlung des d in s und s in d in allen Sprachen und Mundarten sehr gewöhnlich ist, auch in den folgenden Bedeutungen öse für öde gefunden wird. Das Lat. haurire, im Perf. hausi, scheinet gleichfalls dahin zu gehören. 2) * Leer; eine im Hochdeutschen gleichfalls unbekannte, mit der vorigen aber genau verwandte Bedeutung, worin mit der Ableitungssylbe -el auch eitel üblich war, (S. Adelung Eitel 1,) und von welcher Bedeutung auch das Franz. vuide und Ital. vuoto, leer, abstammen, welche nur den müßigen Blaselaut angenommen haben. 3) In engerer Bedeutung, von Menschen und Arbeiten des menschlichen Fleißes leer, unbewohnt und ungebauet. Eine öde Gegend, wo gar keine Menschen oder doch verhältnißmäßig nur sehr wenig Menschen angetroffen werden. Ein ödes Land, ein unbewohntes und ungebauetes. Die Häuser sollen wüste stehen, und die großen und feinen öde stehen, Es. 5, 9. Ich will deinem Willen folgen, vielleicht führst du mich ödern Gegenden zu, Geßn. Zwar ist die Gegend öde, die Herden ruhen eingeschlossen im wärmenden Stroh, ebend. Einen Acker, ein Feld öde liegen lassen, ungebauet. Die Welt ist für mich so öde wie das Grab. Daher ist einen Wald aböden, die Bäume völlig ausschlagen, ihn abräumen, die Fischbrut ausöden, sie ausrotten und vertilgen u. s. f. S. auch Wüst. 4) * Figürlich, keinen innern Werth habend, eitel; in welchem Verstande es jetzt veraltet ist, ehedem aber üblich war, wie aus einigen Beyspielen bey dem Frisch erhellet. Öde Werke, nichtswürdige, eitle. Ein öder Balg, ein nichtswürdiger, Pellex vana. Ein öder Pfaff.
   Anm. In der dritten Bedeutung schon bey dem Notker ode, im Dän. öde, im Böhm. owdowely. Im Finnischen ist Authia ein leerer Raum, und im Friesischen Oode und im Irländ. Ait ein Ort, welcher Begriff mit dem leeren Raume genau zusammen hängt, so wie das Lat. Locus, ein Ort, zu unserm Loch gehöret. Ein leerer, wüster Ort heißt schon im Isidor Odhin, und bey dem Ulphilas Authids, im Schwed. Oede, im Isländ. Eide und Auda. S. auch Eitel und 3 Heide, welche gleichfalls damit verwandt sind. Wachter hat schon die Verwandtschaft mit dem Griech. οιος, allein, einsam, οιοθι, allein οιοειν, verwüsten, οιοθεις,

[Bd. 3, Sp. 579]


verwüstet, eingesehen. Da keine Mitlauter häufiger mit einander verwechselt werden, als d, t und s, so lautete dieses Wort ehedem auch öse, daher das Zeitwort ösen, erösen, verösen, erösigen, das im Hochdeutschen unbekannte ostur, wüst, in den Mundarten so oft vorkommen, wovon bey dem Frisch Beyspiele anzutreffen sind. Härtere Mundarten sprechen und schreiben dieses Wort nur öd, da denn das d wie ein t lautet; im Hochdeutschen ist um der weichern Aussprache dieses Mitlauters willen das e euphonicum unentbehrlich.
 
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Die Öde, plur. die -n, ein öder, unbewohnter, ungebaueter Ort; ein im Hochdeutschen seltenes Wort, wofür in der Bedeutung eines unbewohnten Ortes jetzt Einöde üblich ist, S. dieses Wort.
 
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Der Odem, S. Adelung Athem.

 

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