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Ōbstmarkt bis Óchergêlb (Bd. 3, Sp. 574 bis 575)
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Artikelverweis Der Ōbstmarkt, des -es, plur. die -märkte, ein Marktplatz, auf welchem vornehmlich Obst feil gehalten wird.
 
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Der Ōbstmonath, des -es, plur. die -e, ein von einigen für September in Vorschlag gebrachtes Wort, welches aber wenig Beyfall gefunden hat.
 
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Der Ōbstmost, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, ein aus Obst gepreßter Most, welcher, wenn er gegohren hat, Obstwein genannt wird. S. Adelung Cider.
 
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Die Ōbstmotte, plur. die -n, eine Art Motten, welche sich auf den Obstbäumen aufhält und deren Larve sich in den Birnen und Äpfeln befindet; Phalaena Tinea L. Von einigen Schriftstellern wird auch die Phalaena Tordryx Holmiana L. die kleine gelbrothe Obstmotte genannt.
 
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Der Ōbstwein, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, S. Adelung Obstmost und Cider.
 
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Obwalten, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert und aus dem Zeitworte walten und dem veralteten Vorworte ob, über, (S. 1 Ob,) zusammen gesetzet ist, aber nur im Oberdeutschen und in den Hochdeutschen Kanzelleyen gebraucht wird. 1) Vorhanden, gegenwärtig seyn, obschweben. Die obwaltende Gefahr. Aus obwaltenden Ursachen. 2) Mit Einfluß gegenwärtig seyn, vorhanden seyn und bestimmen. Dein eigenes Interesse waltet hierunter so sehr ob, als das meinige. So auch die Obwaltung.
 
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Obwohl, ein Bindewort, welches mit obgleich und obschon gleichbedeutend ist, und so wie das erstere auch in der anständigen Schreibart gebraucht werden kann, dagegen obschon mehr in der gemeinen üblich ist. Es wird auf eben dieselbe Art gebraucht, als obgleich. Es wird weggeführet werden, wie eine Eiche oder Linde, welche den Stamm haben, obwohl ihre Blätter abgestoßen werden, Es. 6, 13. Und obwohl ihre Schwester Juda gesehen hat noch fürchtet sich ihre Schwester nicht, Jer. 3, 7, 8; besser, so fürchtet sich ihre Schwester doch nicht. Du sollt dich nicht fürchten, ob sie wohl ein ungehorsames Haus sind, Ezech. 2, 6. Ob du wohl solches alles weißt, Dan. 5, 22.
 
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Der Oceān, des -es, plur. die -e, aus dem Lat. Oceanus, das Weltmeer, ein beträchtlicher Theil des allgemeinen Weltmeeres, welcher mehr als Einen Welttheil berühret; das Meer oder Weltmeer. Der südliche Ocean, das stille Meer, die Südsee. Der nördliche Ocean, zwischen Amerika, Europa und Afrika bis an die Linie. Der Äthiopische Ocean, zwischen Afrika und Amerika jenseits der Linie. Der Indische Ocean, zwischen Asien und Afrika.
   Unglücklicher, der, schon von Hoffnung trunken,
   Des Oceans Gebiether ist,
   Raml. Ingleichen in der höhern Schreibart eine große Menge solcher Dinge, welche mit einem vollen Meere verglichen werden können. Der Ocean von Empfindungen, Herd.
   Anm. Das Lat. Oceanus stammet von dem Griech. οκεανος her, welches wiederum in Asien einheimisch zu seyn scheinet; wenigstens ist im Persischen Ukianus gleichfalls das Weltmeer. Notker gebraucht dafür Endil mere, das Endmeer, wo sich die bewohnte Welt endiget.
 
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Ochelbeze, eine Art Weißfische, S. Adelung Ukeley.
 
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Der Ócher, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, ut nom. sing. eine metallische Erde, welche aus reinen durch die Säure aufgelösten oder zerstörten Metallen entstehet, und nach Verschiedenheit der Metalle von verschiedener Farbe ist. Der Eisenocher, welcher gelb, braun und röthlich von Farbe ist, und wohin auch der Rost gehöret. Der Kupferocher, wohin das Kupfergrün, der Grünspan, der Kobaltbeschlag u. s. f. gehören. Der Bleyocher, der am häufigsten Bleyweiß genannt wird, u. s. f.

[Bd. 3, Sp. 575]


In engerer Bedeutung ist der Ocher eine milde Erdart von dunkel gelber aus citronengelb und braun gemischter Farbe, welche in den Bley- und Kupferbergwerken angetroffen, von den Mahlern gebraucht und auch Berggelb genannt wird.
   Anm. In den harten Sprecharten Ocker, Oker, Franz. Ochre Ocre. Es ist aus dem Lat. Ochra und Griech. ωχρα entlehnet. Die Schreibart Occher ist unrichtig, auch wenn im Griechischen ein doppelter Gaumenlaut befindlich wäre, weil das ch im Deutschen zwischen zwey Selbstlautern ohnehin schon doppelt ausgesprochen wird.
 
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Óchergêlb, adj. et adv. der dunkelgelben Farbe des Ochers in der engsten Bedeutung gleich und ähnlich. Auch als ein Hauptwort wird es zuweilen theils für diese gelbe Farbe, theils für den Ocher selbst gebraucht.

 

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