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Ōberstwáchmeister bis Oberwurf (Bd. 3, Sp. 567 bis 568)
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Artikelverweis Der Ōberstwáchmeister, des -s, plur. ut nom. sing. ein vornehmer Officier bey den Kriegsvölkern, welcher auf den Oberst-Lieutenant folget, und die oberste Aufsicht über die Wachen und Posten hat. Bey den Regimentern zu Fuße führet er den fremden Nahmen des Majors, dagegen der Deutsche sich noch bey der Reiterey erhalten hat.
 
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Das Obertheil, des -es, plur. die -e, der obere Theil eines Dinges, im Gegensatze des Untertheiles. Von dem Geschlechte dieses Wortes S. Adelung Theil.
 
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Der Oberuntergang, des -es, plur. die -gänge, in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, der vornehmste Untergang oder Umgang, d. i. Besichtigung der Gränzen einer Flur, besonders der Stadtflur oder Stadtgränzen, der Oberumgang; dagegen die Besichtigung der der Stadt gehörigen Dorffluren der Unterumgang oder Unteruntergang genannt wird. S. Adelung Untergang.
 
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Das Oberverdêck, des -es, plur. die -e, das obere oder oberste Verdeck eines Schiffes, der Oberlauf; im Gegensatze des Unterverdeckes oder Unterlaufes.
 
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Der Ōbervōgt, des -es, plur. die -vögte, der oberste oder vornehmste Vogt unter mehrern, welchem andere Vögte untergeordnet sind; in einigen Oberdeutschen Gegenden der Oberfauth. S. Adelung Vogt. Daher die Obervogtey, Oberd. auch Oberfauthey,

[Bd. 3, Sp. 568]


das Amt, die Würde eines Obervogtes, ingleichen der ihm untergebene Bezirk.
 
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Der Obervormund, des -es, plur. die -münder, der obere Vormund, welcher die Aufsicht über andere Vormünder hat. Daher die Obervormundschaft, das Amt, die Würde eines Obervormundes, das Obervormundschaftsamt, ein Collegium, welchem die oberste Aufsicht über die Vormünder einer Stadt oder eines Landes aufgetragen ist, obervormundschaftlich, zur Obervormundschaft gehörig, darin gegründet.
 
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Oberwähnt, adj. S. 1 Ob.
 
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Oberwärts, ein Nebenwort des Ortes, nach oben hin, nach der obern Gegend zu; im Gegensatze des unterwärts.
 
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Die Oberwèlt, plur. car. die obere Welt, d. i. der auf der Erdfläche befindliche Zusammenhang der Dinge, im Gegensatze der dichterischen Unterwelt; das gegenwärtige Leben im Gegensatze des Zustandes nach dem Tode. Beyde Ausdrücke werden nur noch als Nachahmung der Griechischen und Lateinischen Fabellehre gebraucht.
 
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Der Oberwuchs, des -es, plur. car. im Forstwesen, 1) die Äste eines Baumes, welche auch wohl das Oberholz, das Hochholz genannt werden. 2) Alles Holz, welches in einen Stamm gehen oder zu Bäumen erwachsen soll; im Gegensatze des Unterwuchses oder Gebüsches. Daher denn auch alles Oberholz, d. i. zu Bäumen erwachsenes Holz, der Oberwuchs genannt wird.
 
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Der Oberwurf, des -es, plur. die -würfe, bey den Jägern, der obere Kinnbacken eines wilden Schweines, im Gegensatze des Unterwurfes. S. Adelung Wurf.

 

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