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Oberrichter bis Oberschênkel (Bd. 3, Sp. 565 bis 566)
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Artikelverweis Der Oberrichter, des -s, plur. ut nom. sing. der obere oder höhere Richter, im Gegensatze des Unterrichters. Ingleichen der Richter in einem Obergerichte. In einigen Dörfern Chursachsens ist der Oberrichter auch ein Unterthan in eines andern Dorfe, worüber einem dritten die Obergerichte gehören, welcher denn die Vorladungen besorget, und überhaupt darauf Acht hat, daß nichts zum Nachtheil des Obergerichtes vorgenommen werde.
 
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Oberrichterlich, adj. et adv. dem obersten und höchsten Richter gehörig, in dessen Recht und Würde gegründet. Die oberrichterliche Gewalt. Wofür man auch wohl im Superlativ oberstrichterlich sagt.
 
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Die Oberrinde, plur. die -n, die obere oder oberste Rinde, im Gegensatze der Unterrinde; z. B. an dem Brote.
 
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Der Oberrist, des -es, plur. die -e, der obere Theil des untern Fußes, im Gegensatze der Ferse, der Zehen und der Fußsohle, welcher auch nur der Rist schlechthin genannt wird, S. dieses Wort. Er heißt auch der Vorderfuß, der Oberfuß, die Fußwurzel, Lat. Tarsus.
 
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Der Oberrock, des -es, plur. die -röcke, der obere Rock, in der weitern Bedeutung dieses letztern Wortes, so daß der Oberrock der Weste entgegen gesetzet ist, da er denn auch nur der Rock

[Bd. 3, Sp. 566]


schlechthin genannt wird. Der Überrock ist von demselben gewisser Maßen noch verschieden, obgleich beyde oft verwechselt werden, auch verwechselt werden können, weil ober das Beywort, über aber das Vorwort ist; beyde aber eine und eben dieselbe Bedeutung gewähren.
 
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Der Oberrücken, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Oberklaue und Rücken.
 
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Der Obersatz, des -es, plur. die -sätze, in der Logik, derjenige Vordersatz, oder diejenige Prämisse eines Schlusses, in welchem das Prädicat oder Hinterglied (Terminus major) mit dem Mittelgliede (Terminus medius) verglichen wird, im Lat. Propositio major; zum Unterschiede von dem Untersatze, Lat. Propositio minor.
 
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Die Oberschale, plur. die -n, die obere Schale, zum Unterschiede von der Unterschale. Bey den Fleischern in Obersachsen ist die Oberschale das obere Stück Ziem, welches von der Keule des Rindes gehauen wird; da denn das untere Stück die Unterschale heißt.
 
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Die Oberschar, plur. die -en, im Bergbaue, der übrige ungemuthete Raum außer den drey Wehr- und Fundgruben, der rückständige Raum, welcher noch gemuthet werden kann. Es ist in Meißen auch außer dem Bergbaue üblich, und scheint überhaupt ein freyes von niemanden besessenes Stück Feldes zu bezeichnen. Die Oberschar mit dem Viehe behüthen. S. Adelung Schar.
 
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Der Oberschênk, des -en, plur. die -en, an den Höfen, der oberste oder vornehmste Schenk, S. dieses Wort.
 
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Der Oberschênkel, des -s, plur. ut nom. sing. der obere Theil des Schenkels an und um die Hüfte.

 

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