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Oberländer bis Oberlehenshêrr (Bd. 3, Sp. 563 bis 564)
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Artikelverweis Der Oberländer, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Oberländerinn, eine Person, welche aus einem Oberlande gebürtig ist. Im männlichen Geschlechte auch zuweilen ein jedes aus einem Oberlande kommendes Ding. So werden z. B. in Holland gewisse kleine Fahrzeuge auf dem Rheine und der Maß, welche Erde und Thon zur Töpferarbeit aus den höher am Rheine hinauf gelegenen Provinzen hohlen, Oberländer genannt.
 
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Oberländisch, adj. et adv. aus einem Oberlande gebürtig, daher kommend, in demselben gegründet; im Gegensatze des niederländisch.
 
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Die Oberlast, plur. die -en, die obere Last, im Gegensatze der Unterlast. So wird dasjenige, was auf die Flöße, und in

[Bd. 3, Sp. 564]


die obern Theile der Schiffe geladen ist, die Oberlast genannt, dagegen das Floß selbst, ingleichen der Ballast und andere in den untern Schiffsraum geladene Dinge die Unterlast heißen.
 
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Oberlästig, -er, -ste, adj. et adv. ein nur von Schiffen übliches Wort. Ein Schiff ist oberlästig, wenn es oben zwischen den Verdecken zu sehr beladen worden, und daher schlecht segelt; Engl. topheavy. Ist es hinten zu sehr beladen, so wird es hinterlastig oder hinterlästig, ingleichen steuerlästig, und wenn es vorn zu sehr beladen ist, vorlastig oder vorlästig genannt.
 
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Der Oberlauf, des -es, plur. die -läufe, das obere oder oberste Verdeck auf den Schiffen, welches auch wohl der Überlauf genannt wird.
 
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Die Oberläuterung, plur. die -en, in den Rechten, eine nochmahlige, wiederhohlte Läuterung, wo ober für das veraltete aber, wiederum, nochmahls, stehet.
 
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Das Oberlêder, des -s, plur. ut nom. sing. das obere Stück Leder, im Gegensatze des Unterleders. An den Schuhen wird dasjenige Stück Leder, welches den Rist des Fußes bedecket, im Gegensatze des Hinterleders und der Sohle, das Oberleder genannt. Im Oberdeutschen heißt es das Obergeschühe, und an den Stiefeln der Vorderschuh.
 
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Die Oberlêfze, plur. die -n, im Oberd. und der anständigern Sprechart der Hochdeutschen, die obere Lefze; im gemeinen Leben die Oberlippe. Ingleichen figürlich, an den Flöten, das nieder gedrückte schräge Feld über dem Aufschnitte. Alles im Gegensatze der Unterlefze. S. Adelung Lefze.
 
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Das Oberlehen, des -s, plur. ut nom. sing. in dem Lehenswesen, ein Lehen, welches unmittelbar bey dem obersten Lehensherren zu Lehen gehet; zum Unterschiede von einem Afterlehen.
 
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Der Oberlehensfall, des -es, plur. die -fälle, eben daselbst, ein Lehensfall, welcher sich in der obern Hand ereignet, d. i. den Lehensherren betrifft; im Gegensatze des Unterlehensfalles.
 
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Der Oberlehenshêrr, des -en, plur. die -en, der oberste Lehensherr, im Gegensatze des Afterlehensherren.

 

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