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Oberkleid bis Oberläuterung (Bd. 3, Sp. 563 bis 564)
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Artikelverweis Das Oberkleid, des -es, plur. die -er. 1) Ein oberes Kleid oder Kleidungsstück, welches man über andern trägt; in welchem Verstande der Rock und die Weste Oberkleider in Ansehung des Brusttuches sind. 2) Ein Kleid oder Kleidungsstück welches die obern Theile des Leibes bekleidet; zum Unterschiede von dem Unterkleide oder den Hosen. S. auch Überkleid.
 
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Der Oberknêcht, das -es, plur. die -e, der erste und oberste Knecht unter mehrern. So wird auf großen Landgütern, wo man mehrere Knechte hat, der oberste der Oberknecht, an einigen Orten auch Oberenke, Großenke, Großknecht, Schirrmeister genannt; alles im Gegensatze des Unterknechtes, Unterenken, Kleinknechtes und Kleinenken, und zuweilen auch des Mittelknechtes oder Mittelenken.
 
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Der Oberknêter, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Bäckern einiger Gegenden, z. B. zu Leipzig, der zweyte Bäckerknecht dem Range nach, welcher auf den Werkmeister folget, und den Unterkneter oder Mitkneter nach sich hat. In kleinern Backhäusern ist auch nur Ein Kneter.
 
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Der Ōberkchenmeister, des -s, plur. ut nom. sing. an den Höfen, ein vornehmer Hofbeamter, welcher die oberste Aufsicht über die Küche und Küchenbediente hat, und welchem der Küchenmeister untergeordnet ist.
 
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Das Oberland, des -es, plur. die -länder, Oberd.-lande, der obere, d. i. höher, näher nach dem Gebirge zu gelegene Theil eines Landes; im Gegensatze des Niederlandes.
 
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Der Oberländer, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Oberländerinn, eine Person, welche aus einem Oberlande gebürtig ist. Im männlichen Geschlechte auch zuweilen ein jedes aus einem Oberlande kommendes Ding. So werden z. B. in Holland gewisse kleine Fahrzeuge auf dem Rheine und der Maß, welche Erde und Thon zur Töpferarbeit aus den höher am Rheine hinauf gelegenen Provinzen hohlen, Oberländer genannt.
 
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Oberländisch, adj. et adv. aus einem Oberlande gebürtig, daher kommend, in demselben gegründet; im Gegensatze des niederländisch.
 
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Die Oberlast, plur. die -en, die obere Last, im Gegensatze der Unterlast. So wird dasjenige, was auf die Flöße, und in

[Bd. 3, Sp. 564]


die obern Theile der Schiffe geladen ist, die Oberlast genannt, dagegen das Floß selbst, ingleichen der Ballast und andere in den untern Schiffsraum geladene Dinge die Unterlast heißen.
 
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Oberlästig, -er, -ste, adj. et adv. ein nur von Schiffen übliches Wort. Ein Schiff ist oberlästig, wenn es oben zwischen den Verdecken zu sehr beladen worden, und daher schlecht segelt; Engl. topheavy. Ist es hinten zu sehr beladen, so wird es hinterlastig oder hinterlästig, ingleichen steuerlästig, und wenn es vorn zu sehr beladen ist, vorlastig oder vorlästig genannt.
 
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Der Oberlauf, des -es, plur. die -läufe, das obere oder oberste Verdeck auf den Schiffen, welches auch wohl der Überlauf genannt wird.
 
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Die Oberläuterung, plur. die -en, in den Rechten, eine nochmahlige, wiederhohlte Läuterung, wo ober für das veraltete aber, wiederum, nochmahls, stehet.

 

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