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Ōberfáß bis Ōbergeschóß (Bd. 3, Sp. 560 bis 561)
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Artikelverweis Das Ōberfáß, des -sses, plur. die -fässer, in dem Hüttenbaue, dasjenige Abflaufaß bey einem Planherde, in welchem die zwey Oberplanen gewaschen werden; zum Unterschiede von den Unterfässern. In den Salzkothen sind die Oberfässer, oder nach Oberdeutscher Mundart Oberfasse, die obern oder höher gelegenen Fässer, worin die Sohle aufbehalten wird; zum Unterschiede von den Unterfässern oder Unterfassen.
 
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Die Oberfäule, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, in dem Hohensteinischen Bergbaue, eine Fäule, d. i. aus Kalk, Sand und Thon zusammen gesetzte Steinart, welche sich über der zarten Fäule und unmittelbar unter dem so genannten Zechsteine befindet. S. Adelung Fäule.
 
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Der Oberfauth, des -es, plur. die -e, S. Adelung Obervogt.
 
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Die Oberflche, plur. die -n, die obere oder oberste Fläche eines Dinges, im Gegensatze der Unter- oder Grundfläche. Die Oberfläche der Erde oder einer jeden andern Kugel ist dem Mittelpuncte und den um denselben, befindlichen Theilen entgegen gesetzet.
 
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Ōberflchlich, -er, -ste, adj. et adv. welches nur im figürlichen Verstande gebraucht wird, im Gegensatze des gründlich. Eine oberflächliche Gelehrsamkeit, welche man auch eine seichte zu nennen pflegt. So auch die Oberflächlichkeit.
 
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Der Oberförster, des -s, plur. ut nom. sing. ein Forstbedienter, welcher einem Forste vorgesetzet, dem Forstmeister untergeordnet, den Förstern aber, über welche er die Aufsicht hat, vorgesetzet ist.
 
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Der Oberforstmeister, des -s, plur. ut nom. sing. ein vornehmer Forstbedienter, welcher einem ansehnlichen Forstbezirke vorgesetzet ist, und alle in demselben befindlichen Forstmeister und Forstbediente unter seiner Aufsicht hat. Ist er einem ganzen Lande oder einer ganzen Provinz vorgesetzet, so wird er auch wohl Oberlandforstmeister genannt.
 
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Der Oberfreygräfe, des -n, plur. die -n, der oberste und vornehmste unter den Freygräfen, S. dieses Wort.
 
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Der Ōberfūß, des -es, plur. die -füße. 1) In der Anatomie, der obere Theil des Fußes nach dem Beine zu, im Gegensatze der Zehen und des Theiles um die Zehen; die Fußwurzel. 2) Der obere Theil des untern oder Plattfußes, welcher auch der Vorderfuß, der Oberrist, genannt wird; im Gegensatze des Plattfußes, oder der Sohle.
 
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Das Obergericht, des -es, plur. die -e. 1) Ein oberes oder höheres Gericht, so wohl der Würde, als Gerichtbarkeit nach, unter welchem andere Gerichte als Untergerichte stehen. 2) Ein mit der obern oder criminellen Gerichtbarkeit versehenes Gericht, ein Criminal-Gericht, Halsgericht, Hochgericht u. s. f. zum Unterschiede von einem niedern, Nieder- oder Untergerichte. Auch die höhere Gerichtbarkeit oder Gerichtbarkeit über Leben und Tod, wird zuweilen im Plural die Obergerichte genannt. Daher der Obergerichtsherr, welcher die Gerichtbarkeit besitzet:

[Bd. 3, Sp. 561]


der Hochgerichtsherr, Halsgerichtsherr, im Oberdeutschen Fraißherr, Zentherr u. s. f.
 
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Das Ōbergeschóß, des -sses, plur. die -sse, das obere Geschoß eines Hauses, im Gegensatze des Untergeschosses oder Halbgeschosses.

 

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