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Oberdeichgraf bis Oberfauth (Bd. 3, Sp. 559 bis 560)
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Artikelverweis Der Oberdeichgraf, des -en, plur. die -en, der oberste unter den Deichgrafen einer Provinz; in Nieder-Deutschland, der Oberdeichgräfe. S. Deichgraf.
 
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Ober-Deutsch, oder Oberdeutsch, adj. et adv.in Ober-Deutschland einheimisch, daher kommend, in demselben befindlich; im Gegensatze, des Niederdeutsch. In engere Bedeutung auch zum Unterschiede von dem Hochdeutsch, S. das letztere. Die Oberdeutsche Sprache oder Mundart, welche in Ober-Deutschland gesprochen, und auch das Oberdeutsch genannt wird. Die Oberdeutschen, die Einwohner Ober-Deutschlandes; im Gegensatze der Hoch- und Nieder-Deutschen.
 
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Ober-Deutschland, -es, plur. car. der obere oder höhere, d. i. näher nach dem Gebirge zu gelegene südliche Theil Deutschlandes, welcher in dem Deutschen Staatsrechte auch die Lande des Schwäbischen Rechtes genannt wird; im Gegensatze Nieder-Deutschlandes, wozu in diesem Verstande auch Ober-Sachen gehöret.
 
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Das Obereigenthum, des -es, plur. car. das oberste und höchste Eigenthumsrecht über liegende Gründe. Daher der Obereigenthumsherr, des -en, plur. die -en, der dieses höchste Eigenthumsrecht besitzet. So ist z. B. der oberste Lehensherr in

[Bd. 3, Sp. 560]


einem geschlossenen Lande zugleich der Obereigenthumsherr über die darin befindlichen Lehensgüter.
 
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Der Obereinfahrer, des -s, plur. ut nom. sing. in dem Bergbaue, der oberste Einfahrer, S. Adelung Einfahrer.
 
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Der Obereinnehmer, des -s, plur. ut nom. sing. der oberste Einnehmer der landesherrlichen Gefälle, welchem die Einnehmer untergeordnet sind.
 
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Der Oberênke, des -n, plur. die -n, in der Landwirthschaft, S. Adelung Enke.
 
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Der Oberfalkenmeister, des -s, plur. ut nom. sing. an einigen Höfen, ein adeliger Jagdbeamter, welchem der Falknerey-Hauptmann, der Falknerey-Page und die Falkenmeister untergeordnet sind.
 
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Das Ōberfáß, des -sses, plur. die -fässer, in dem Hüttenbaue, dasjenige Abflaufaß bey einem Planherde, in welchem die zwey Oberplanen gewaschen werden; zum Unterschiede von den Unterfässern. In den Salzkothen sind die Oberfässer, oder nach Oberdeutscher Mundart Oberfasse, die obern oder höher gelegenen Fässer, worin die Sohle aufbehalten wird; zum Unterschiede von den Unterfässern oder Unterfassen.
 
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Die Oberfäule, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, in dem Hohensteinischen Bergbaue, eine Fäule, d. i. aus Kalk, Sand und Thon zusammen gesetzte Steinart, welche sich über der zarten Fäule und unmittelbar unter dem so genannten Zechsteine befindet. S. Adelung Fäule.
 
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Der Oberfauth, des -es, plur. die -e, S. Adelung Obervogt.

 

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