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Nußpfêrsiche bis Nutzbarkeit (Bd. 3, Sp. 545 bis 546)
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Artikelverweis Die Nußpfêrsiche, im gemeinen Leben Nußpfirsche, plur. die -n, eine Art Pfersichen oder Pfirschen, welche von außen glatt sind, und deren Kern wie ein Nußkern schmeckt.
 
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Der Nußring des -es, plur. die -e, bey den Büchsenmachern, ein starker Ring, welcher auf den Zapfen der Nuß an dem Gewehrschlosse gestecket wird, wenn der Hahn und die Studel aufgepresset werden sollen. S. Adelung Nuß 2 1).
 
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Die Nußschale, plur. die -n, die Schale einer Nuß, so wohl die äußere weiche, mit welcher sie am Baume umgeben ist, als auch, und zwar am häufigsten, die harte Schale, welche den Kern umgibt.
 
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Die Nußstaude, plur. die -n, eine Staude, deren Frucht eine Nuß ist. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, die Haselstaude, welche die Haselnüsse trägt.
 
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Die Nuth, plur. die -en, bey den Holzarbeitern, eine viereckte Rinne welche bey den Tischlern vermittelst eines besondern Hobels, welcher daher der Nuthhobel, verderbt der Nothhobel, heißt, in das Holz gemacht wird, einen andern Theil hinein zu schieben, und beyde auf diese Art zu verbinden. Dergleichen Nuthen befinden sich in den Fensterrahmen, das Glas hinein zu setzen, die Glasnuth, ingleichen in solchen Behältnissen, welche mit einem Schieber versehen sind u. s. f. Die Fensterrahmen mit Nuthen ausfahren, solche Nuthen darein verfertigen. Es gehöret zu Nuß, Nieders. Nut, so fern es eine Rinne, einen Canal bedeutet, S. Adelung Nuß 1, oder auch, so fern eine solche Rinne zur Verbindung dienet, zu Naht, nähen.
 
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Der Nuthhobel, des -s, plur. ut nom. sing. S. das vorige.
 
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Der Nutz, des -es, plur. inus. S. der Nutzen.
 
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Nütz, -er, -este, adj. et adv. brauchbar, und in weiterer Bedeutung nutzbar, nützlich. Und sind uns doch sehr nütze Leute gewesen, 1 Sam. 25, 15, sehr nützliche. Der Krämer nützer Schwur und ihr genießlich Lügen, Logau. Den nützen Freund nur immer plagen, ebend. Durch nütze Dieberey, Opitz, einträgliche. Im Hochdeutschen gebraucht man es nur noch als ein Nebenwort in der vertraulichen Sprechart, mit der Verneinung nichts und dem Zeitworte seyn, da man denn demselben so wie mehrern Nebenwörtern wohl noch ein e euphonicum anzuhängen pflegt. Das ist zu nichts nütze, zu nichts zu gebrauchen. Bey diesen frostigen Leuten sind wir nichts nütze, Gell. Luthers kein nütz oder kein nütze für nichts nütze, welches mehrmahls in der Deutschen Bibel vorkommt, ist im Hochdeutschen eben so sehr

[Bd. 3, Sp. 546]


veraltet, als der bejahende Gebrauch, es ist nütze, oder es ist mir nütze. S. auch Nichtsnützig, welches aus diesem nichts nütze gebildet ist.
   Anm. Dieses alte Bey- und Nebenwort, von welchem im Hochdeutschen nur noch ein kleiner Überrest gangbar ist, lautet schon bey dem Ottfried nuzzi, im Nieders. nutte, im Angels. nytte, im Holländ. nut. In unnütz ist es noch völlig gangbar. Die Oberdeutsche Mundart ziehet auch hier das breitere u dem rundern ü vor, daher auch im Hochdeutschen dieses Wort zuweilen nutz, nichts nutz, nichtsnutzig lautet.
 
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Die Nutzanwêndung, plur. die -en, die Anwendung einer Sache zu seinem Nutzen; doch nur in engerer Bedeutung, die Anwendung der Wahrheiten der Religion zum sittlichen Nutzen, zur Verbesserung des sittlichen Zustandes. In diesem Verstande ist die Nutzanwendung gemeiniglich ein Theil der Predigten.
 
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Nutzbar, -er, -ste, adj. et adv. was Nutzen bringt, oder Nutzen bringen kann; nützlich. Nutzbare Gelehrsamkeit. Ein nutzbarer Mann. Besonders in engerer Bedeutung des Wortes Nutzen, was durch seinen Gebrauch Gewinn verschaffet. Ein nutzbares Landgut. Einen Acker nutzbar machen. Die Capitalia sind bey uns nutzbarer, als in Holland, sie tragen bey uns mehr Zinsen. Das Schaf ist ein nutzbares Thier. In den übrigen Bedeutungen ist doch wohl nützlich üblicher. Von dem alten Zeitworte bären, tragen, S. 1 Bar.
 
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Die Nutzbarkeit, plur. inus. die Eigenschaft eines Dinges, da es nutzbar ist, so wie dieses Nebenwort. Die Nutzbarkeit eines Landgutes, eines Capitales. Aber für Nutzen, wie es Opitz gebraucht, ist es im Hochdeutschen ungewöhnlich:
   Der seiner Nutzbarkeit will selber lieber schaden, seinem Nutzen.

 

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