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Nothreif bis Nothtaufe (Bd. 3, Sp. 532 bis 533)
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Artikelverweis  Nothreif, adj. et adv. welches in der Landwirthschaft von dem Getreide, Früchten und Obste gebraucht wird, wenn es von übermäßiger Hitze vor der Zeit, ehe es noch völlig ausgewachsen ist, zur Reise gezwungen wird.
 
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Der Nothreif, des -es, plur. die -e, bey den Böttchern, ein Reif, welcher nur im Nothfall und auf kurze Zeit um ein Gefäß geleget wird, bis dasselbe mit ordentlichen Reifen versehen werden kann.
 
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Die Nōthsáche, plur. die -n. 1) Eine nöthige und nothwendige Sache. Das ist keine Nothsache, ist so gar nothwendig nicht. 2) Eine Sache, welche durch einen dringenden Nothfall veranlasset wird; daher auch eine rechtmäßige Entschuldigung vor Gericht in manchen Gegenden eine Nothsache genannt wird.
 
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Die Nothschlange, plur. die -n, eine Art eines groben Geschützes, S. Adelung Feldschlange. Entweder von Noth, Zwang, oder auch weil man sich dessen wegen seiner Größe nur im Falle der Noth bedienete. Es wurde ehedem auch der Nothdrache genannt.
 
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Der Nothschnitt, des -es, plur. die -e, im Bergbaue, ein Schnitt, d. i. eine Grube, welche man aus Noth und nicht nach den Regeln des Bergbaues macht. In engerer Bedeutung heißt daselbst Nothschnitte thun, das Erz wegnehmen, wo man es findet, um so bald als möglich auf die Kosten zu kommen.
 
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Der Nōthschuß, des -es, plur. die -schüsse, ein Schuß, wodurch man eine vorhandene dringende Noth verkündiget. Besonders

[Bd. 3, Sp. 533]


thut ein Schiff Nothschüsse aus Kanonen, wenn es sich in dringender Gefahr befindet, und dadurch andere zur Hülfe herbey zu rufen.
 
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Der Nothstall, des -es, plur. die -ställe, ein Stall, d. i. ein starkes Gerüst mit einem Dache, unbändige Pferde, welche sich nicht gern beschlagen, Arzeneyen eingießen u. s. f. lassen, darin zu zwingen, stille zu stehen, und geduldig auszuhalten, von 5 Noth, physischer Zwang; im mittlern Latein. Angarium. So fern Stall ehedem einen Gesellen, Gehülfen bedeutete, kommt Nothfall in den mittlern Zeiten mehrmals von einem Nothhelfer, Vasallen, vor, von welcher längst veralteten Bedeutung Schilters Glossarium nachgesehen werden kann.
 
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Der Nothstand, des -es, plur. inus. ein bedrängter Zustand, die Noth als ein Zustand betrachtet. Der bejammernswürdige Nothstand dieses verwüsteten Landes. Ingleichen der Zustand, da man aus Noth zu einer sonst unbefugten Handlung gezwungen wird.
 
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Der Nothstein, des -es, plur. die -e, S. Adelung Kragstein.
 
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Der Nothstêrn, des -es, plur. die -e, eine ehemalige Benennung eines Kometen, weil er Jammer und Noth verkündigen sollte.
 
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Die Nothtaufe, plur. die -n, die Taufe, welche einem Kinde im Falle der Noth, d. i. in einer augenscheinlichen Lebensgefahr, ohne die sonst üblichen äußern Feyerlichkeiten ertheilet wird, besonders so fern sie von weltlichen Personen verrichtet wird; im Oberd. die Sachtaufe, Jähtaufe, und, und so fern sie auch von Weibern verrichtet werden kann, die Frauentaufe.

 

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