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Nothpeinlich bis Nothstand (Bd. 3, Sp. 532 bis 533)
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Artikelverweis  Nothpeinlich, S. Adelung Hochnothpeinlich.
 
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Der Nothpfennig, des -es, plur. inus. Geld, welches man auf einen dringenden Nothfall aufsparet, zum Unterschiede von einem Ehrenpfennige und Zehrpfennige; Nieders. Noodgrooten, Nothgroschen. Sich einen Nothpfennig ersparen.
 
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Das Nothrêcht, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden. 1) Das Recht in Nothklagen, d. i. in Klagen über angethane Gewalt, besonders über Nothzucht. Das Nothrecht ergehen lassen, in solchen Fällen Recht sprechen. 2) Ein Recht zu dessen Ausübung jemand gezwungen wird, oder gezwungen werden kann. So ist es an einigen Orten ein Nothrecht, daß, wenn jemand zu einer obrigkeitlichen Stelle erwählet wird, er dieselbe schlechterdings annehmen muß. 3) Das Befugniß, etwas in einem Nothfalle unter dem Schutze der Gesetze zu thun; wohin z. B. die Nothwehr gehöret. 4) In Breslau ist das Nothrecht eine Art des außerordentlichen Rechtes, nach welchem in dringenden Nothfällen verfahren wird; z. B. wenn ein fressendes Pfand vorhanden ist.
 
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Nothreif, adj. et adv. welches in der Landwirthschaft von dem Getreide, Früchten und Obste gebraucht wird, wenn es von übermäßiger Hitze vor der Zeit, ehe es noch völlig ausgewachsen ist, zur Reise gezwungen wird.
 
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Der Nothreif, des -es, plur. die -e, bey den Böttchern, ein Reif, welcher nur im Nothfall und auf kurze Zeit um ein Gefäß geleget wird, bis dasselbe mit ordentlichen Reifen versehen werden kann.
 
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Die Nōthsáche, plur. die -n. 1) Eine nöthige und nothwendige Sache. Das ist keine Nothsache, ist so gar nothwendig nicht. 2) Eine Sache, welche durch einen dringenden Nothfall veranlasset wird; daher auch eine rechtmäßige Entschuldigung vor Gericht in manchen Gegenden eine Nothsache genannt wird.
 
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Die Nothschlange, plur. die -n, eine Art eines groben Geschützes, S. Adelung Feldschlange. Entweder von Noth, Zwang, oder auch weil man sich dessen wegen seiner Größe nur im Falle der Noth bedienete. Es wurde ehedem auch der Nothdrache genannt.
 
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Der Nothschnitt, des -es, plur. die -e, im Bergbaue, ein Schnitt, d. i. eine Grube, welche man aus Noth und nicht nach den Regeln des Bergbaues macht. In engerer Bedeutung heißt daselbst Nothschnitte thun, das Erz wegnehmen, wo man es findet, um so bald als möglich auf die Kosten zu kommen.
 
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Der Nōthschuß, des -es, plur. die -schüsse, ein Schuß, wodurch man eine vorhandene dringende Noth verkündiget. Besonders

[Bd. 3, Sp. 533]


thut ein Schiff Nothschüsse aus Kanonen, wenn es sich in dringender Gefahr befindet, und dadurch andere zur Hülfe herbey zu rufen.
 
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Der Nothstall, des -es, plur. die -ställe, ein Stall, d. i. ein starkes Gerüst mit einem Dache, unbändige Pferde, welche sich nicht gern beschlagen, Arzeneyen eingießen u. s. f. lassen, darin zu zwingen, stille zu stehen, und geduldig auszuhalten, von 5 Noth, physischer Zwang; im mittlern Latein. Angarium. So fern Stall ehedem einen Gesellen, Gehülfen bedeutete, kommt Nothfall in den mittlern Zeiten mehrmals von einem Nothhelfer, Vasallen, vor, von welcher längst veralteten Bedeutung Schilters Glossarium nachgesehen werden kann.
 
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Der Nothstand, des -es, plur. inus. ein bedrängter Zustand, die Noth als ein Zustand betrachtet. Der bejammernswürdige Nothstand dieses verwüsteten Landes. Ingleichen der Zustand, da man aus Noth zu einer sonst unbefugten Handlung gezwungen wird.

 

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