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Nothjahr bis Nothreif (Bd. 3, Sp. 531 bis 532)
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Artikelverweis Das Nothjahr, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, ein theures Jahr, da Noth, d. i. Mangel an Getreide und Lebensmitteln ist.
 
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Die Nothklage, plur. die -n, noch in den Gerichten einiger Gegenden, die Klage über angethane Noth, d. i. offenbare Gewalt, besonders die Klage über erlittene Nothzucht.
 
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Der Nothknêcht, des -es, plur. die -e, ein Knecht, dessen man sich nur aus Noth, auf kurze Zeit, und in Ermangelung eines ordentlichen Knechtes bedienet. Im gemeinen Leben auch in weiterer Bedeutung, eine Person, deren Hülfe man sich, in Ermangelung der ordentlichen und bessern, auf kurze Zeit bedienet; der Nothhelfer. Jemandes Nothknecht seyn.

[Bd. 3, Sp. 532]



 
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* Der Nothkönig, des -es, plur. die -e, ein ungebräuchliches Wort, welches einige für einen Zwischenkönig, Interrex aufbringen wollen, welches aber wegen des dem Worte Noth in solchen Fällen anklebenden Nebenbegriffes des Geringern, Schlechtern, unschicklich ist.
 
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Nothleidend, das Mittelwort der R. A. Noth leiden, welches so wohl als ein Beywort, als auch als ein Hauptwort üblich ist, ein gegenwärtiges die Wohlfahrt in einem hohen Grade verminderndes Übel leidend, oder empfindend, und im engern Verstande, Mangel an den unentbehrlichsten Erhaltungsmitteln des zeitlichen Lebens leidend. Einem Nothleidenden helfen. Die Thränen eines nothleidenden Unterthanen rühren ihn nicht. So gehe denn keiner zur Ruhe des Grabes, er habe denn erwquickenden Schatten über den Nothleidenden gestreut, Geßn.
 
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Die Nothlüge, plur. die -n, eine Lüge, zu welcher man durch die Noth, d. i. zur Vermeidung eines Übels, oder auch zur Erfüllung seiner Pflicht, bewogen wird. Eine Nothlüge sagen.
 
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Der Nothnagel, S. Niethnagel. In einem andern Verstande höret man im gemeinen Leben oft, man müsse Nothnagel seyn, wenn man andern in Ermangelung eines bessern aus einer Verlegenheit helfen muß.
 
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Nothpeinlich, S. Adelung Hochnothpeinlich.
 
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Der Nothpfennig, des -es, plur. inus. Geld, welches man auf einen dringenden Nothfall aufsparet, zum Unterschiede von einem Ehrenpfennige und Zehrpfennige; Nieders. Noodgrooten, Nothgroschen. Sich einen Nothpfennig ersparen.
 
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Das Nothrêcht, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden. 1) Das Recht in Nothklagen, d. i. in Klagen über angethane Gewalt, besonders über Nothzucht. Das Nothrecht ergehen lassen, in solchen Fällen Recht sprechen. 2) Ein Recht zu dessen Ausübung jemand gezwungen wird, oder gezwungen werden kann. So ist es an einigen Orten ein Nothrecht, daß, wenn jemand zu einer obrigkeitlichen Stelle erwählet wird, er dieselbe schlechterdings annehmen muß. 3) Das Befugniß, etwas in einem Nothfalle unter dem Schutze der Gesetze zu thun; wohin z. B. die Nothwehr gehöret. 4) In Breslau ist das Nothrecht eine Art des außerordentlichen Rechtes, nach welchem in dringenden Nothfällen verfahren wird; z. B. wenn ein fressendes Pfand vorhanden ist.
 
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Nothreif, adj. et adv. welches in der Landwirthschaft von dem Getreide, Früchten und Obste gebraucht wird, wenn es von übermäßiger Hitze vor der Zeit, ehe es noch völlig ausgewachsen ist, zur Reise gezwungen wird.

 

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