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Nothdürftigkeit bis Notgeschrey (Bd. 3, Sp. 529)
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Artikelverweis Die Nothdürftigkeit, plur. inus. der Zustand, die Eigenschaft, da eine Person oder Sache nothdürftig ist, in denjenigen Fällen, worin das Beywort noch im Hochdeutschen üblich ist.
 
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Der Notheimer, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, ein Eimer, dessen man sich nur in Feuersnoth bedienet; ein Feuereimer, Nieders. Noodammer.
 
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Der Nothèrbe, des -n, plur. die -n, in den Rechten, Erben, welche man ohne dringende Noth nicht übergehen darf, welchen man sein Vermögen zu hinterlassen gewisser maßen gezwungen ist, d. i. Ältern und Kinder, im Gegensatze fremder Erben. Von Noth 5, Zwang.
 
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Die Nothèrbschaft, plur. die -en, derjenige Theil der Erbschaft, welchen man den Seinigen zu hinterlassen gezwungen ist; daher in einigen Gegenden, z. B. zu Nürnberg, in Hamburg, und in dem Culmischen Rechte, der Pflichttheil unter dem Nahmen der Notherbschaft bekannt ist. In einigen Gegenden heißt sie die Nothgebührniß.
 
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Der Nothfall, des -es, plur. die -fälle, ein jeder Fall, da man durch äußere oder innere Bewegungsgründe zu etwas gedrungen wird, in den fünf letzten Bedeutungen des Hauptwortes Noth. Im Nothfalle will ich mich seiner bedienen, wenn ich ihn gebrauche, seiner benöthiget bin, wen die Noth es erfordert. Dringende Nothfälle, welche keinen Aufschub verstatten. Im Nothfalle ist es schon gut, wenn man nichts bessers hat.
 
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Das Nothfeuer, des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben, ein abergläubiges Feuer, welches von dem großen Haufen bey ansteckenden Seuchen oder dem so genannten wilden Feuer, unter freyem Himmel, vermittelst eines Haarseiles aus einem trockenen Zaunpfahle durch Reiben hervor gelocket, und mit brennbaren Mitteln unterhalten wird, worauf das Vieh drey Mahl mit Gewalt durch dasselbe getrieben wird, um es auf diese Art vor der Krankheit zu verwahren. Es ist von dem Johannis-Feuer noch unterschieden, welches nur eine Art desselben ist, und jetzt an den meisten Orten von den Obrigkeiten abgeschaffet worden. Das Wort ist so alt, als der Aberglaube selbst, der schon unter Carln dem Großen unter dem Nahmen des Nodfyrs, Niedfeors, als eines sacrilegi ignis, gedacht wird. Es hat den Nahmen von Noth 1 und 5, so fern es ehedem heftige Bemühung, Zwang bedeutete, indem es theils aus dem Holze erzwungen, theils auch das Vieh mit Gewalt dadurch getrieben wird.
 
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Die Nothfrist, plur. die -en, in den Rechten einiger Gegenden, ein peremtorischer Termin, welchen man nicht ohne die höchste Noth versäumen darf, zu dessen Abwartung man gezwungen ist.
 
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Das Nothgedinge, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, ein Gedinge, welches auf Gewinn und Verlust gemacht wird; vielleicht, weil es nur aus Noth geschiehet.
 
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Das Nothgèld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, in den Gerichten einiger Gegenden, z. B. in Bremen, dasjenige Geld, welches zu Abtragung der Criminal-Kosten entrichtet wird. S. das folgende.
 
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Das Nothgericht, des -es, plur. die -e, ein noch in einigen, besonders Niedersächsischen Gegenden, übliches Wort, ein Criminal-Gericht zu bezeichnen. Im Hochdeutschen kommt es noch in dem zusammen gesetzten Ausdrucke vor, ein hoch-nothpeinliches Halsgericht hegen, oder halten.
 
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Das Notgeschrey, des -es, plur. inus. ein größten Theils veraltetes Wort, ein Geschrey bey und über angethane äußere

[Bd. 3, Sp. 530]


Gewalt, besonders bey angethaner Nothzucht zu bezeichnen. Von Noth 5.

 

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