Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Nonnenmeise bis Nordisch (Bd. 3, Sp. 519 bis 521)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Nonnenmeise, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Mönchsmeise, ohne Zweifel wegen einiger Ähnlichkeit mit der Kleidung der Nonnen; Franz. Nonnette. Siehe Aschmeise.
 
Artikelverweis 
Der Nonnenteig, des -es, plur. inus. in den Küchen, eine Art des Teiges oder Breyes, woraus allerley in Butter gebackene Speisen bereitet werden. Er wird aus Mehl, Milch, Wein, Eyern und Salz bereitet.
 
Artikelverweis 
Die Nonnenzêlle, plur. die -n, die Zelle für eine Nonne, in einem Nonnenkloster.
 
Artikelverweis 
Das Noppeisen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Webern, eine kleine Zange, die Knoten des Gewirkes damit abzunoppen. d. i. abzuzwicken.
 
Artikelverweis 
Noppen, verb. reg. act. welches nur noch in einigen Fällen des gemeinen Lebens üblich ist, wo es so viel wie kneipen, zwicken, rupfen bedeutet. Die Tuchmacher noppen die gewebten Tücher, wenn sie die Knoten oder Knöpfe mit dem Noppeisen abzwicken,

[Bd. 3, Sp. 520]


welches von einer besondern Person geschiehet, welche der Nopper, im Fämin. die Nopperinn genannt wird. In Niedersachsen werden die Knötchen von Wolle an gewissen Zeugen Nobben genannt, und alsdann ist noppen, solche Knötchen an den Zeugen verfertigen. Das Fettnoppen, ist bey den Tuchmachern eine andere ähnliche Arbeit, da das gewebte Tuch gegen das Tageslicht beschauet wird, um die Öhlflecke in demselben zu entdecken, wo es auch zu dem Nieders. nipp, genau, nipp sehen, genau, scharf sehen, gehören kann. Es ist mit kneipen, Schnabel und andern dieses Geschlechtes genau verwandt. Im Nieders. ist nobben mit den Zähnen schaben, und im Holländ. nypen, und im Schwed. nappa, rupfen. S. auch Fellnäpper.
 
Artikelverweis 
Der Nord, des -s, plur. inus. 1) Der aus Mitternacht kommende Wind; in welchem Verstande es in der höhern und dichterischen Schreibart am üblichsten ist, dagegen außer dem Nordwind häufiger gebraucht wird.
   Sein Nord schwebt auf der Fluth mit ungestümen Schwingen, Gieseke.
   2) Diejenige Himmelsgegend, welche Mittag gegen über ist, oder welche Abend zur Rechten und Morgen zur Linken hat, Norden, Mitternacht; in welchem Verstande es ohne Artikel und nur mit einigen Vorwörtern gebraucht wird. Der Wind kommt aus Nord. Gegen Nord reisen. Es kommt in dieser Bedeutung seltener vor, indem Norden dafür üblicher ist. Mit dem Artikel, wie einige Schriftsteller es versucht haben, ist es noch ungewöhnlicher. Durch die Erfindung der Magnetnadel ward die Schifffahrt kühner, da sie gewiß war, vermittelst des gezeigten Nords sich alle Mahl orientiren zu können. 3) * Der Nordstern, oder Polarstern; eine ungewöhnliche Bedeutung, in welcher Opitz dieses Wort, vermuthlich um des Sylbenmaßes willen, ein Mahl braucht:
   Das sternenlichte Feuer
   Kommt, wie der schöne Nord den Schiffern, mir zu Steuer. Anm. Schon bey dem Raban Maurus im 8ten Jahrhunderte Nordroni, bey dem Notker Nord, im Angels. North, im Engl. North, im Schwed. Nord, im Franz. Nord. Der Versicherung der gleichzeitigen Schriftsteller zu Folge rühret dieser Nahme, so wie die Nahmen der übrigen Himmelsgegenden, von Carln dem Großen her. Vielleicht hat er sie nur erneuert oder feyerlich bestätiget. Wachter leitet dieses Wort von νερθε, unten, nieder, Frisch aber von Ort her. Allein, da Süd von der Wärme den Nahmen hat, so scheinet mit dem Nahmen dieser Gegend auf das Brausen des Nordwindes gezielet zu seyn, und alsdann würde derselbe ein Geschlechtsverwandter von dem Holländ. neuren, knirschen, snorren, schnauben, so wie von unsern schnurren, gnurren, knurren u. s. f. seyn, welche ähnliche lärmende Laute ausdrucken. Aus einer ähnlichen Ursache heißt dieser Wind bey den Griechen und Lateinern Boreas. Bey den alten heidnischen Schweden war Niord der Gott der Winde und des Wassers, daher Carl der Große dieses Wort wenigstens nicht erfunden haben kann.
 
Artikelverweis Der
Nord-Caper, oder Nordkaper, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Wallfische, welche zuweilen zwanzig Fuß lang wird, und wenigstens halb so dick, als er lang ist; Delphinus Orca L. der Butzkopf, wegen seines dicken unförmlichen Kopfes. Nordkaper heißt er, weil er sich am häufigsten in der Gegend des Nord-Cap in Norwegen sehen lässet.
 
Artikelverweis 
Norden, ein Hauptwort, welches nur mit einigen Vorwörtern und ohne Artikel gebraucht wird, die mitternächtige Himmelsgegend, Nord, zu bezeichnen. Der Wind kommt aus Norden. Sich gegen Norden wenden. Das Haus liegt gegen Norden. Als ein abänderliches Hauptwort mit dem Artikel, wie es einige gewagt

[Bd. 3, Sp. 521]


haben, der Norden, klingt es doch allemahl sehr ungewohnt, wenn es sich gleich zuweilen in der dichterischen Schreibart dulden lässet.
 
Artikelverweis 
Die Norderbreite, plur. die -n, in der Geographie und Astronomie, die Breite nach Norden; im Gegensatze der Süderbreite. S. Adelung Breite und Polhöhe.
 
Artikelverweis 
Der Nordgürtel, des -s, plur. ut nom. sing. in der Seefahrt, gewisse Taue an den Enden oder Winkeln der Segel, vermittelst derer dieselben gegen die Rahen zu aufgezogen werden.
 
Artikelverweis 
Nordisch, adj. et adv. welches zuweilen für das bessere nördlich gebraucht wird. Die nordischen Reiche, die nördlichen. Nordische Sprachen, nördliche.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: