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3. Die Nonne bis Noppeisen (Bd. 3, Sp. 518 bis 519)
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Artikelverweis  3. Die Nonne, plur. die -n, Diminut. das Nönnchen, Oberd. Nönnlein, eine gottesdienstliche Person weiblichen Geschlechtes, welche sich in Gemeinschaft mit andern dem ehelosen Stande widmet. 1) Eigentlich, wo überhaupt alle solche in Gemeinschaft lebende Personen weiblichen Geschlechtes, welche über dieß noch das Gelübde der Armuth und des Gehorsames auf sich haben, Nonnen genannt werden. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung sind es nur die zum eigentlichen Gottesdienste gewidmeten Personen dieser Art, welche in der anständigern Sprechart auch wohl Klosterfrauen, Ordensfrauen, Chorfrauen, genannt werden, zum Unterschiede von den Schwestern oder Klosterschwestern, welche die niedrigen häuslichen Geschäfte in den Klöstern verrichten. 2) Figürlich, wird wegen einer Ähnlichkeit in der Gestalt, eine Art weißlicher Taucher mit einem schwarzen Kopfe in einigen Gegenden

[Bd. 3, Sp. 519]


die Nonne oder schwarze Nonne genannt. Bey den neuern Schriftstellern des Insecten-Reiches führet auch eine Art Nachtfalter, Phalaena Bombyx monacha L. den Nahmen der Nonn.
   Anm. Im Nieders. und Dän. Nunne. Das Wort ist in diesem Verstande alt, indem es schon bey dem Hieronymus vorkommt. Der Ursprung desselben ist indessen so ausgemacht noch nicht. Einige halten es für ein Ägyptisches Wort, andere leiten es von dem Griechischen μονοςab. Allein da es ehedem ein Ehrenwort war, welches jüngere Personen ältern aus Achtung gaben, und auch von männlichen Personen gebraucht wurde, so reicht diese Ableitung nicht hin. Nonnones, Nonnanes heißen im mittlern Lat. die alten Armen, welche bey den Kirchen verpfleget wurden. Nonnos, sagt Papias, vocamus majores ob reverentiam, nam intelligitur paterna reverentia. Und in der Regel des heil. Benedicts heißt es: Juniores autem Priores suos Nonnos vocent, quod intelligitur paterna reverentia. Mehrere Beyspiele hat Du Fresne gesammelt. So wie man nun die bejahrten Mönche aus Achtung Patres, Väter, nannte, so nannte man sie auch Nonnos, und die Klosterfrauen Nonnas, beyde aber zusammen genommen, Nonnones und Nonnanes. Ja dieses Wort wurde so wie Pater den eigenthümlichen Nahmen oft vorgesetzet; Nonnus Fredericus Monachus, bey dem Cäsarius. Von den Mönchen ist es mit der Zeit veraltet, von den Klosterfrauen aber ist es geblieben. So fern nun der Begriff des Alters in diesem Worte der herrschende ist, so fern kommt es auch mit dem Griech. νεννος Vaterbruder, νανν Mutterschwester, ja mit unserm Ahn selbst überein, denn das N ist, wie mit so vielen Wörtern bewiesen werden kann, oft ein sehr zufälliger Vorschlag. Im Ital. ist Nonno der Großvater, und Nonna die Großmutter.
 
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Das Nonnenbrot, des -es, plur. inus. eine Art Confectes, welches in den Nonnenklöstern sehr häufig verfertiget, und aus einem Marzipan-Teige in einer Tortenpfanne gebacken wird.
 
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Das Nonnenfleisch, des -es, plur. inus. nur im gemeinen Leben und figürlich, die einer Nonne anständige Verläugnung der Welt und Sinnlichkeit. Es ist ihr kein Nonnenfleisch gewachsen, sagt man von einer Person, welche an der eingeschränkten Lebensart der Nonnenklöster keinen Geschmack findet.
 
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Das Nonnenglas, des -es, plur. die -gläser, ein Nahme der gewöhnlichen Arzeneygläser.
 
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Das Nónnenklōster, des -s, plur. die -klȫster, ein für Nonnen gestiftetes, von Nonnen bewohntes Kloster, ein weibliches Kloster; in der anständigern Sprechart das Frauenkloster.
 
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Das Nonnenkraut, des -es, plur. inus. S. Adelung Erdrauch.
 
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Das Nonnenlêben, des -s, plur. inus. der Stand, die Lebensart der Nonnen; das Klosterleben.
 
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Die Nonnenmeise, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Mönchsmeise, ohne Zweifel wegen einiger Ähnlichkeit mit der Kleidung der Nonnen; Franz. Nonnette. Siehe Aschmeise.
 
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Der Nonnenteig, des -es, plur. inus. in den Küchen, eine Art des Teiges oder Breyes, woraus allerley in Butter gebackene Speisen bereitet werden. Er wird aus Mehl, Milch, Wein, Eyern und Salz bereitet.
 
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Die Nonnenzêlle, plur. die -n, die Zelle für eine Nonne, in einem Nonnenkloster.
 
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Das Noppeisen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Webern, eine kleine Zange, die Knoten des Gewirkes damit abzunoppen. d. i. abzuzwicken.

 

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