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2. Die Nonne bis Nonnenzêlle (Bd. 3, Sp. 518 bis 519)
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Artikelverweis  2. Die Nonne, plur. die -n, Diminut. das Nönnchen, Oberd. Nönnlein, bey verschiedenen Handwerkern ein Nahme eines hohlen Raumes, oder vertieften Gefäßes, so wie 1 Mönch einen hervor ragenden Theil bedeutet. Im Hüttenbaue wird der Ring, worin die Kapellen mit dem Mönche oder Stämpel geschlagen werden, die Nonne genannt. Bey den Büchsenmachern ist die Nonne ein Werkzeug in Gestalt eines Ringes oder einer Hülse, welche auf den Zapfen der Nuß gesteckt wird, um den Hahn und die Studel damit zu vereinigen. Unter den Hohlziegeln werden diejenigen Nonnen genannt, welche ihre vertiefte Seite auswärts kehren, zum Unterschiede von den Mönchen, welche die erhabene Seite auswärts haben. Bey den Fleischern ist die Nonne ein breiter Ring oder Trichter, welcher in den Wurstbügel gesteckt wird, die Würste durch denselben zu füllen. Im Safflorbaue werden die gepflegten glatten Safflorstöcke Nonnen, die ausgearteten stacheligen aber Mönche genannt. Im Nieders. ist die Nüneke, oder das Nüneken, ein Fläschchen mit einem Zapfen in Gestalt einer Brustwarze, woraus man die Säuglinge saugen lässet; wo es aber auch unmittelbar von dem noch im Nieders. üblichen ninnen, nünnken, ninnken, saugen, abstammen kann, wofür in den gemeinen Hochdeutschen Sprecharten mit andern Endlauten nutschen, nudeln und nollen üblich sind. In Isidors Glossen kommt Nonnula von einem Vogelnetze vor.
   Anm. Es ist in dieser Bedeutung mit dem vorigen verwandt, und hat eine zahlreiche Menge von Geschlechtsverwandten, obgleich mit andern Endlauten, dergleichen Napf, Nachen, Nuß und so ferner sind.
 
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3. Die Nonne, plur. die -n, Diminut. das Nönnchen, Oberd. Nönnlein, eine gottesdienstliche Person weiblichen Geschlechtes, welche sich in Gemeinschaft mit andern dem ehelosen Stande widmet. 1) Eigentlich, wo überhaupt alle solche in Gemeinschaft lebende Personen weiblichen Geschlechtes, welche über dieß noch das Gelübde der Armuth und des Gehorsames auf sich haben, Nonnen genannt werden. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung sind es nur die zum eigentlichen Gottesdienste gewidmeten Personen dieser Art, welche in der anständigern Sprechart auch wohl Klosterfrauen, Ordensfrauen, Chorfrauen, genannt werden, zum Unterschiede von den Schwestern oder Klosterschwestern, welche die niedrigen häuslichen Geschäfte in den Klöstern verrichten. 2) Figürlich, wird wegen einer Ähnlichkeit in der Gestalt, eine Art weißlicher Taucher mit einem schwarzen Kopfe in einigen Gegenden

[Bd. 3, Sp. 519]


die Nonne oder schwarze Nonne genannt. Bey den neuern Schriftstellern des Insecten-Reiches führet auch eine Art Nachtfalter, Phalaena Bombyx monacha L. den Nahmen der Nonn.
   Anm. Im Nieders. und Dän. Nunne. Das Wort ist in diesem Verstande alt, indem es schon bey dem Hieronymus vorkommt. Der Ursprung desselben ist indessen so ausgemacht noch nicht. Einige halten es für ein Ägyptisches Wort, andere leiten es von dem Griechischen μονοςab. Allein da es ehedem ein Ehrenwort war, welches jüngere Personen ältern aus Achtung gaben, und auch von männlichen Personen gebraucht wurde, so reicht diese Ableitung nicht hin. Nonnones, Nonnanes heißen im mittlern Lat. die alten Armen, welche bey den Kirchen verpfleget wurden. Nonnos, sagt Papias, vocamus majores ob reverentiam, nam intelligitur paterna reverentia. Und in der Regel des heil. Benedicts heißt es: Juniores autem Priores suos Nonnos vocent, quod intelligitur paterna reverentia. Mehrere Beyspiele hat Du Fresne gesammelt. So wie man nun die bejahrten Mönche aus Achtung Patres, Väter, nannte, so nannte man sie auch Nonnos, und die Klosterfrauen Nonnas, beyde aber zusammen genommen, Nonnones und Nonnanes. Ja dieses Wort wurde so wie Pater den eigenthümlichen Nahmen oft vorgesetzet; Nonnus Fredericus Monachus, bey dem Cäsarius. Von den Mönchen ist es mit der Zeit veraltet, von den Klosterfrauen aber ist es geblieben. So fern nun der Begriff des Alters in diesem Worte der herrschende ist, so fern kommt es auch mit dem Griech. νεννος Vaterbruder, νανν Mutterschwester, ja mit unserm Ahn selbst überein, denn das N ist, wie mit so vielen Wörtern bewiesen werden kann, oft ein sehr zufälliger Vorschlag. Im Ital. ist Nonno der Großvater, und Nonna die Großmutter.
 
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Das Nonnenbrot, des -es, plur. inus. eine Art Confectes, welches in den Nonnenklöstern sehr häufig verfertiget, und aus einem Marzipan-Teige in einer Tortenpfanne gebacken wird.
 
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Das Nonnenfleisch, des -es, plur. inus. nur im gemeinen Leben und figürlich, die einer Nonne anständige Verläugnung der Welt und Sinnlichkeit. Es ist ihr kein Nonnenfleisch gewachsen, sagt man von einer Person, welche an der eingeschränkten Lebensart der Nonnenklöster keinen Geschmack findet.
 
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Das Nonnenglas, des -es, plur. die -gläser, ein Nahme der gewöhnlichen Arzeneygläser.
 
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Das Nónnenklōster, des -s, plur. die -klȫster, ein für Nonnen gestiftetes, von Nonnen bewohntes Kloster, ein weibliches Kloster; in der anständigern Sprechart das Frauenkloster.
 
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Das Nonnenkraut, des -es, plur. inus. S. Adelung Erdrauch.
 
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Das Nonnenlêben, des -s, plur. inus. der Stand, die Lebensart der Nonnen; das Klosterleben.
 
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Die Nonnenmeise, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Mönchsmeise, ohne Zweifel wegen einiger Ähnlichkeit mit der Kleidung der Nonnen; Franz. Nonnette. Siehe Aschmeise.
 
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Der Nonnenteig, des -es, plur. inus. in den Küchen, eine Art des Teiges oder Breyes, woraus allerley in Butter gebackene Speisen bereitet werden. Er wird aus Mehl, Milch, Wein, Eyern und Salz bereitet.
 
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Die Nonnenzêlle, plur. die -n, die Zelle für eine Nonne, in einem Nonnenkloster.

 

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