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Nieten bis Nikolaus (Bd. 3, Sp. 508 bis 509)
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Artikelverweis 1. * Nieten, verb. reg. recipr. welches nur im Oberdeutschen üblich ist, sich bestreben, sich bemühen, sich sauer werden lassen. Sich über etwas nieten. Er hat sich viel genietet, er hat sichs sauer werden lassen. Sich zernieten. Mehrere Beyspiele führet Frisch an. Es hat eine sichtbare Übereinkunft mit dem Lat. niti, ohne eben von demselben abzustammen, indem es mit Noth, kneten, und vielleicht auch mit niedlich eines Geschlechtes ist. Das Nieders. niten, mit den Hörnern oder mit dem Kopfe stoßen, und nietsk, netelsk, stößig, gehöret gleichfalls dahin. In dem Bremisch-Niedersächsischen Wörterbuche wird es irrig von dem Engl. Neat, ein Rind, Angels. Nyten, (S. Adelung Noß,) abgeleitet.
 
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2. Nieten, verb. reg. act. 1) Vermittelst eines Nietes befestigen. Zwey Stücke zusammen nieten. Siehe auch Vernieten. 2) Einen eingeschlagenen oder zur Verbindung eingesteckten Nagel an dem Ende breit hämmern, ihm gleichsam einen Kopf hämmern; vernieten. 3) Die hervor stehende Spitze eines eingeschlagenen Nagels umbiegen und niederschlagen, besonders in dem zusammen gesetzten umnieten.
   Anm. In einem alten Vocabulario von 1482 wird nyeten durch wiederbiegen erkläret. Im Nieders. lautet dieses Zeitwort needen, neen, nein. Frisch lässet es von nähen, Naht, abstammen, da es denn verbinden überhaupt bedeuten würde. Allein es kann auch zu Nadel, Nessel (Nieders. Nettel,) und andern dieses Geschlechtes gehören, und zunächst den Begriff der Spitze ausdrucken.
 
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Der Niethammer, des -s, plur. die -hämmer, bey verschiedenen Handwerkern, ein Hammer, welchen man auf das eine Ende des Nietes hält, wenn man das andere Ende breit hämmert; bey den Schlössern auch der Bankhammer, weil er zum Vernieten auf der Bank gebraucht wird.
 
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1. Der Nietnagel, des -s, plur. die -nägel, ein Nagel, welcher am Ende eine Vernietung bekommt, breit gehämmert wird.
 
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2. Der Nietnagel, des -s, plur. die -nägel. 1) Ein Stückchen von dem Nagel eines Fingers, welches sich von dem übrigen Theile absondert, unten aber mit der Wurzel in dem Fleische fest sitzet, und Schmerzen verursacht. 2) Ein Stückchen aufgesprungene Haut an dem Nagel am Finger, welches oft weiter reißet und alsdann empfindliche Schmerzen verursacht; in einigen Gegenden das Nagelstroh, die Nagelwurzel, der Neidhaken, im Nieders. Hungertitten, Hungerzitzen, Dän. Nägleröd. Die schmerzhafte Empfindung von beyden Arten von Nietnägeln wird auch der Nagelzwang, Schwed. Nageltråug genannt.

[Bd. 3, Sp. 509]



   Anm. In den gemeinen Sprecharten lautet dieses Wort bald Neidnagel, bald Neider, bald auch Niednagel. Gemeiniglich siehet man es als eine Figur der vorigen Nietnägel an. Allein die Niedersächsische Mundart, in welcher dieses Wort Nothnagel lautet, beweiset, daß es mit 1 Nieten, zu Noth gehöret, und einen Nagel bedeutet, der Schmerzen verursacht, daher ein Nietnagel im Engl. auch Angnail, Angstnagel, genannt wird. So fern nieten, sich heftig bemühen, stoßen, und figürlich Schmerzen verursachen, auch mit Neid, heftige Leidenschaft, verwandt ist, lassen sich auch die Schreib- und Sprecharten Niednagel und Neidnagel vertheidigen, wenn man nur dabey nicht an den Neid in der heutigen Bedeutung denkt, wie der große Haufe zu thun pflegt.
 
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Der Nietpfaffe, des -n, plur. die -n, bey den Schlössern, ein Pfaffe, d. i. eine Art Meißel, welchen man auf die Niete, zu welcher man mit dem Hammer nicht kommen kann, setzet, und mit dem Hammer darauf schlägt. S. Adelung Pfaffe.
 
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Die Nifel, S. Adelung Feifel.
 
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* Niffeln, verb. reg. act. welches nur in den gemeinen Sprecharten für reiben üblich ist, wofür man auch wohl riffeln zu sagen pflegt. Das Holz hat sich stark abgeniffelt, abgeriffelt, oder abgerieben.
 
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Die Niftelgerade, plur. die -n, diejenige Gerade, d. i. dasjenige Geräth, welches die nächste Niftel, d. i. Nichte, oder Blutsfreundinn mütterlicher Linie, von ihrer verstorbenen Muhme, Base oder Niftel erbt, welches, weil es die Hälfte der gewöhnlichen Gerade ausmacht, auch die halbe Gerade genannt wird. Von Niftel, welches ehedem auch für Nichte üblich war, S. das letztere.
 
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* Der Nīkawitz, des -es, plur. die -e, ein im Österreichischen üblicher Nahme des Bergfinken, welcher in Niedersachsen Quäker genannt wird. S. Adelung Bergfink. Das Wort scheinet Slavonischen oder Ungarischen Ursprunges zu seyn, wenn es nicht eine Nachahmung seines Geschreyes ist.
 
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Nikolaus, ein aus dem Griechischen entlehnter männlicher Taufnahme, von νικ, der Sieg, und λαος, das Volk, welcher im gemeinen Leben in Nickel, und mit Wegwerfung der ersten Sylbe in Klaus, Claus und Klas verkürzet wird.

 

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