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Niederhohlunder bis Niederläger (Bd. 3, Sp. 495 bis 496)
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Artikelverweis Der Niederhohlunder, im gemeinen Leben Niederholder, des -s, plur. inus. eine Art niedrigen Hohlunders, welche unter dem Nahmen des Attiches am bekanntesten ist, S. dieses Wort.
 
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Die Nīederjāgd, plur. inus. besser die niedere Jagd, das Recht, das niedere oder kleine Weidwerk jagen zu dürfen, im Gegensatze der hohen Jagd, S. Adelung Jagd.
 
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Niederkippen, verb. reg. welches so wohl als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, gebraucht wird, kippend niedersinken, als auch als ein Activum, auf solche Art niedersinken machen. S. Adelung Kippen.
 
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Niederklappen, verb. reg. act. die Klappe niederlassen. Einen Tisch niederklappen.
 
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Das Niederkleid, des -es, plur. die -er, ein im Hochdeutschen seltenes Wort, wofür Unterkleid üblicher ist. Und sollt ihnen leinene Niederkleider machen, 2 Mos. 28, 42; Kap. 39, 28; Ezech. 44, 18; wo Beinkleider verstanden werden, welche in der anständigern Sprechart gleichfalls Unterkleider heißen.
 
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Niederknien, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, auf die Erde knien, sich kniend niederlassen. Daher das Niederknien.
 
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Niederkohlen, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort seyn bekommt, aber nur bey den Köhlern üblich ist, zu Kohlen niederbrennen. Einen Meiler niederkohlen.
 
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Niederkommen, verb. irreg. neutr. (S. Adelung Kommen,) welches das Hülfswort seyn erfordert, aber nur in engerer eingeschränkter Bedeutung üblich ist, für entbunden werden; im gemeinen Leben, in das Kindbett kommen, in die Wochen kommen, in einigen Gegenden einkommen. Mit einem Sohne, mit einer Tochter niederkommen. Die Frau ist noch nicht niedergekommen, wird bald niederkommen. Im Isidor ist nidherquheman in mehr eigentlichem Verstande vom Himmel kommen, in welchem man in der höhern Schreibart auch wohl sagt hernieder kommen.
 
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Die Niederkunft, plur. inus. der Zustand, da eine Person andern Geschlechtes entbunden wird, und die Zeit, wenn solches geschiehet. Ihre Niederkunft ist nahe, nahet heran. Die Niederkunft erwarten. Vor ihrer Niederkunft, nach derselben. Eine schwere Niederkunft haben. Bey einer Niederkunft zugegen seyn. S. das vorige.
 
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Die Niederlage, plur. die -n, von dem Zeitworte niederlegen. 1) Die Handlung, da ein Ding niedergeleget wird. Besonders figürlich bey Kriegsheeren, der Zustand, da ein Kriegsheer geschlagen wird. Eine beträchtliche, ansehnliche, gänzliche, völlige Niederlage leiden. Die Niederlage läugnen. Nach der Niederlage nahm der Überrest des Feindes die Flucht. Im Nieders. wird Underlage auch von dem Unterliegen einzelner Personen in einem Gefechte oder in einer Schlägerey gebraucht, Unterlage leiden, den Kürzern ziehen; in welchem Verstande im Hochdeutschen weder Niederlage noch Unterlage üblich ist. S. Adelung Niederliegen.

[Bd. 3, Sp. 496]


So fern die Niederlage zu verschiedenen Zeiten oder Mahlen Statt findet, kann auch der Plural gebraucht werden. Zwey Niederlagen leiden. 2) Der Zustand da man danieder liegt, d. i. bettlägerig ist. Nach einer kurzen Niederlage sterben. 3) Der Ort, wo Waaren oder andere Sachen in Menge niedergeleget, d. i. auf eine Zeit lang verwahret werden. So haben die Kaufleute außer ihren gewöhnlichen Gewölbern und Läden noch besondere Niederlagen, welche, wenn sie aus ganzen Häusern bestehen, oft Magazine, Vorrathshäufer und in Niedersachsen Speicher genannt werden. In der Schifffahrt werden auch zuweilen diejenigen Plätze, welche zum Ein- und Ausladen gewisser Waaren allein und ausschließungsweise bestimmt sind, Niederlagen genannt. Solche Niederlagen sind für die Spanischen nach Westindien segelnden Schiffe Calao in Amerika und Cadir in Spanien; Evan. Embarcados. Auch Stapelstädte, wo gewisse Waaren niedergelegt werden müssen, heißen zuweilen Niederlagen oder Niederlagsstädte. 4) Das Recht, die Befugniß, etwas an einem Orte niederzulegen, ingleichen die Verbindlichkeit, etwas an einem Orte niederlegen zu müssen; ohne Plural. So werden so wohl das Stapelrecht, als auch das Krahnrecht, Jus Geranii, sehr häufig die Niederlage genannt, und oft ist es streitig, ob unter diesem Worte das Stapelrecht oder nur das Krahnrecht verstanden werden müsse, S. diese Wörter. In Wien ist die Niederlage das Befugniß eines ausländischen Kaufmannes, im Großen handeln zu dürfen, daher solche ausländische Kaufleute, oder Kaufleute im engern Verstande daselbst Niederläger und Niederlagsverwandte heißen, S. Kaufmann.
 
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Der Niederläger, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Niederlägerinn, S. das vorige, ingleichen Kaufmann.

 

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