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Nichtseyn bis 4. Der Nickel (Bd. 3, Sp. 488 bis 489)
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Artikelverweis Das Nichtseyn, des -s, plur. car. in der wissenschaftlichen Schreibart, der Mangel des Daseyns oder des Seyns, im Gegensatze des Seyns oder Daseyns.
 
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Nichtsnützig, -er, -ste, adj. et adv. welches nur in der gemeinen Sprechart üblich und aus der R. A. zu nichts nütze zusammen gezogen ist. Ein nichtsnütziger Mensch, der zu nichts zu gebrauchen ist, nichts taugt. So auch die Nichtsnützigkeit.
 
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Nichtswürdig, -er, -ste. adj. et adv. keine Würde, keinen Werth habend, auch in der anständigen Schreibart. Eine nichtswürdige Sache. Nichtswürdiges Geld. Nichtswürdige Dinge. Ingleichen keinen moralischen Werth habend. Ein nichtswürdiger Mensch, ein im hohen Grade lasterhafter Mensch. Sein Vermögen an Nichtswürdige verwenden.
 
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Die Nichtswürdigkeit, plur. die -en, die Eigenschaft einer Person oder Sache, da sie nichtswürdig ist; ohne Plural. Ingleichen eine nichtswürdige Sache; mit demselben.
 
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Das Nichtwollen, des -s, plur. car. in der wissenschaftlichen Schreibart, der Mangel des Wollens, die Abwesenheit des Willens; im Gegensatze des Wollens.
 
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Das Nick, S. Adelung Genick.
 
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Der Nickawitz, S. Adelung Nikawitz.
 
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1. Nickel, Genit. Nikels, der nur in den niedrigen Sprecharten einiger Gegenden übliche verkürzte männliche Taufnahme Nikolaus, welcher gemeiniglich von νικ, der Sieg, und λαος, das Volk, abgeleitet wird. Der Nickel, der Nikolaus. Andere Mundarten verkürzen diesen Nahmen vornen, da denn Klaus, Claus oder Klas daraus wird.
 
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2. Der Nickel, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, ut nom. sing. ein nur im Berg- und Hüttenbaue übliches Wort, eine arsenikalische Erzart zu bezeichnen, welche von einigen für ein eigenes Halbmetall gehalten wird; bey den neuern Lat. Nicolum, Niccolum. Sie ist dem Kobalte sehr ähnlich, außer, daß bey diesem die Auflösung in mineralischen Säuren röthlich, bey dem Nickel aber grün ist, welche Farbe der Nickel auch in der Verkalkung annimmt, dagegen der Kobalt im Flusse blau wird. S. der Kupfernickel. Die Abstammung ist ungewiß. Es kann seyn, daß es aus Arsenik mit Weglassung der ersten Sylben verkürzet und verderbt worden, so wie aus Nikolaus auf ähnliche Art Klaus wird. Es kann aber auch seyn, daß es Masse überhaupt, und eine vermischte Masse insbesondere bedeutet, da es denn von nahe, Nagel, Knocke, und andern dieses Geschlechtes, welche eine Verbindung andeuten, abstammen würde. Im Schwed. ist daher Nyckel ein Nagel, und Nek, Finnländ. Niculi, eine Garbe. S. auch Nagelflühe.
 
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3. * Der Nickel, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur in einigen Oberdeutschen Gegenden, z. B. in der Schweiz, übliches Wort, wo es, dem Frisch zu Folge, einen Hohlkreisel bedeutet. In diesem Verstande kommt es ohne Zweifel von nicken, neigen, her, so fern es ehedem auch stoßen bedeutete. Im Schwed. ist daher Nick ein Stoß, und im Finnländ. nyhja ich stoße. Mathesius nennt einen Nasenstüber einen Sternickel, gleichsam Stirnnickel.

[Bd. 3, Sp. 489]


Die Endsylbe ist hier, so wie in den folgenden, die Ableitungssylbe -el, welche so wohl ein Werkzeug, als auch ein Subject bedeutet.
 
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4. Der Nickel, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Nickelchen, Oberd. Nickelein, ein gleichfalls nur in den gemeinen Sprecharten einiger Gegenden, z. B. Frankens und Niedersachsens, übliches Wort, ein kleines Pferd, ein Pferd von geringer Größe, zu bezeichnen, Nieders. Nikkel, Engl. Nag, Holländ. Negge, im mittlern Lat. Naccus, in den Baierischen Gesetzen Gnacco, Angargnacco, ein schlechtes Ackerpferd, Karrengaul; alle in der Bedeutung eines kleinen Pferdes. Wachter, Frisch und andere lassen es in dieser Bedeutung von dem Angels. hnaeigen Engl. to neigh, wiehern, abstammen. Alsdann würde es eigentlich ein allgemeines Nennwort eines jeden Pferdes seyn, weil doch die kleinen, Pferde wohl nicht mehr wiehern als die großen, und da das N zu Anfange der Wörter oft sehr zufällig ist, so könnte auch das Lat. Equus dahin gerechnet werden. Allein, man findet Spuren genug, daß nak ehedem klein, und Nickel ein kleines Ding überhaupt bedeutet hat, da es denn ein Abkömmling von neigen, nicken ist. In der Rothwälschen Diebessprache ist Grunickel und Strohnickel ein Schwein, Hornickel ein Ochs u. s. f. wo es aber wieder zu einem andern Stamme zu gehören scheinet. S. auch Pumpernickel.

 

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