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Neubegierig bis Neugänger (Bd. 3, Sp. 476 bis 478)
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Artikelverweis  Neubegierig, -er, -ste, adj. et adv. Neubegierde habend und darin gegründet, so wie dieses Hauptwort.

[Bd. 3, Sp. 477]



 
Artikelverweis Der
Neubekehrte, des -n, plur. die -n, Fämin. die Neubekehrte, eine Person, welche erst vor kurzen bekehret worden, und in weiterer Bedeutung, welche sich erst vor kurzen zu einer bessern Religion gewandt hat; ein Proselyt, bey einigen auch ein Neugläubiger.
 
Artikelverweis Der
Nēubrúch, des -es, plur. die -brche, ein altes Wort, ein neu ausgebrochenes Holz, d. i. ein vor kurzen, oder doch später als eine andere Gegend, ausgerottetes und zu Feld oder Wiesen gemachtes Gehölz; das Neuland, Neugereut, Neureut, Rodeland, Reutfeld, Rode, der Stockraum, das Geräumte, Noval-Acker, von dem mittlern Lat. Novale. »Neubruch und Neugereuth werden genennet diejenige Grunndt, allda zuvor we »der Furch, Strang noch Geäffter gesehen, auch nie war angebauet »worden. Die Aufbrüch aber eine Grunndt, welche vorhero zwar »angebauet gewesen, aber kurz oder lang hernach in einem und »andern Bau verkehret worden.« Leopoldi Satz und Ordnung im Erzherz. Österreich. Daher der Neubruchszehent, oder Noval-Zehent, der von solchen Neubrüchen entrichtet wird.
 
Artikelverweis 
1. Das Neue, ein Neues, S. das folgende.
 
Artikelverweis 
2. Die Neue, plur. inus. oder ein Neues, plur. inus. ein nur bey den Jägern übliches Wort, welches theils den Thau und neblige Witterung, besonders des Morgens, theils aber und am häufigsten auch den Schnee bedeutet. Ein gemachtes Neues, ein frisch gefallener Schnee, dagegen ein aufgehender oder aufthauender Schnee eine Halbneue genannt wird. Es scheinet, daß dieses Wort von neu, novus, gänzlich verschieden ist, und noch das Stammwort des Wortes Schnee aufbehalten hat, welches vermittelst des Zischlautes daraus gebildet worden; zumahl da andere Sprachen diesen Zischlaut auch nicht haben, wie das Lat. Nix, das alte Franz. Noif, Nois, das neuere Franz. Neige, das Lotharingische Nadge, Noge. Im mittlern Lat. ist Nibata, bey dem Petronius Niuata, ein jedes aus der Luft fallendes Wasser. Es müßte denn seyn, daß beyde Wörter in der Bedeutung des Hellen, Glänzenden, mit einander überein kämen. Im mittlern Lat. ist nibulatus (eigentlich nivulatus) glänzend. S. Adelung Schnee.
 
Artikelverweis 
Neuen, verb. reg. act. welches, so wie das Intensivum oder Frequentativum neuern, nur in den Zusammensetzungen erneuen, erneuern, verneuen, verneuern üblich ist, für wieder neu machen. Doch gebraucht man das Zeitwort neuen in der Bienenzucht, wo die Bienen neuen, wenn sie anfangen an dem Werke zu arbeiten.
 
Artikelverweis 
Neuerlich, adj. et adv. neulich, vor kurzen, ingleichen neu, so wohl als ein Bey- als auch als ein Nebenwort; doch nur am häufigsten im Oberdeutschen. Ich habe ihn erst neuerlich gesehen, erst neulich. Seine neuerlich angenommenen Lehren. Als ein Beywort, in neuerlichen Zeiten, ist es im Hochdeutschen noch seltener. Nieders. nuur, im Hannöv. nuus; nuur Dages, vor wenig Tagen, nuur Abends, neulich des Abends. S. Adelung Nur.
 
Artikelverweis Die
Neuerung, plur. die -en, die Veränderung in dem bisherigen Herkommen, eine neue Gewohnheit, ein neuer Gebrauch, doch am häufigsten in engerer Bedeutung, eine vorher nicht da gewesene Sache zu bezeichnen, welche jemand, bloß weil sie etwas Neues ist, einführen will. So nennt man neue Auflagen, neue Anstalten, neue Verordnungen im gehässigen Verstande Neuerungen. Allerley Neuerungen aufbringen. Neuerungen in der Lehre, in der Rechtschreibung u. s. f. Neuerungen anfangen. Daher die Neuerungsbegierde, die Neuerungssucht, d. i. ungeordnete Begierde nach Neuerungen, d. i. nach neuen Gewohnheiten, Lehren, Gebräuchen u. s. f. bloß um ihrer Neuigkeit willen. Es scheinet nicht, daß dieses Wort den nachtheiligen Nebenbegriff von je her bey sich gehabt hat, denn Frisch hat es irgendwo auch von der Erneuerung einer Obligation gefunden. Das mittlere Lat. Novitas und Franz. Nouveauré sind mit eben diesem Nebenbegriffe üblich.

[Bd. 3, Sp. 478]



 
Artikelverweis Der
Neufänger, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, so wohl derjenige, welcher einen Gang zuerst gefunden und aufgenommen hat, als auch derjenige, welcher die letzten Maßen gemuthet hat; wo es nach einer verderbten Aussprache für Neufinder zu stehen scheinet.
 
Artikelverweis 
Neufürstlich, adj. et adv. den neuern Fürsten gehörig, in ihrer Würde gegründet, S. Adelung Altfürstlich.
 
Artikelverweis Der
Neugänger, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, derjenige, welcher einen neuen Gang entblößet und ergangen hat.

 

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