Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Nêtzbrúch bis Nêtzwurst (Bd. 3, Sp. 474)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Nêtzbrúch, des -es, plur. die -brche, derjenige Bruch an den thierischen Körpern, wenn das Netz, omentum, in die Leisten oder den Hodensack tritt; Epiplocele. Tritt dasselbe in der Gegend des Nabels aus, so wird ein solcher Bruch ein Netznabelbruch, Epiploomphalon, genannt.
 
Artikelverweis 
Nêtzen, verb. reg. act. welches von dem Worte naß abstammet, naß machen, als das Activum von dem Neutro nässen oder nassen. Die Finger netzen. Den Flachs im Spinnen netzen. Das Mehl zum Kneten, das Getreide zum Mahlen, das Papier zum Drucken netzen, wofür auch feuchten üblich ist. Ich netze mit meinen Thränen mein Lager, Ps. 6, 7. Und fing an seine Füße zu netzen mit Thränen, Luc. 7, 38. S. auch Benetzen. Daher die Netzung.
   Anm. Bey dem Ottfried nezen, bey dem Notker nezzen, im Nieders. naten, wo es auch intransitive für nassen, nässen, gebraucht wird, im Hebr. 05e005d605d4. S. Adelung Naß. Netzen setzt eigentlich mehr Feuchtigkeit voraus als feuchten, indessen wird der Unterschied so genau nicht genommen.
 
Artikelverweis 
Nêtzförmig, adj. et adv. die Form, d. i. Gestalt, eines Netzes habend.
 
Artikelverweis Die
Nêtzhaut, plur. die -häute, eine netzförmige Haut, siehe Netz 2. 2).
 
Artikelverweis Das
Nêtzjagen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Jägern, eine Art des Jagens, da das Wild in die aufgestellten Netze getrieben, und daselbst entweder gefangen oder erlegt wird.
 
Artikelverweis Die
Nêtzkammer, plur. die -n, von dem Zeitworte netzen, bey den Brauhäufern, ein Gemach, worin das Malz, ehe es auf die Mühle kommt, genetzet, d. i. angefeuchtet wird.
 
Artikelverweis Die
Nêtzmelōne, plur. die -n, bey den Gärtnern, eine Art großer langer Melonen, welche eine dünne, von außen netzförmige, inwendig grüne Schale, ein dunkles orangengelbes Fleisch, und einen kleinen gelben Samen haben; Franz. les Melons brodés oder marechés.
 
Artikelverweis Der
Nêtzschwamm, des -es, plur. die -schwämme, ein mit Wasser angefüllter Schwamm der Spinnerinnen, den Faden im Spinnen damit zu benetzen.
 
Artikelverweis Der
Nêtzständer, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Papiermachern, ein Faß oder Ständer mit kaltem Alaunwasser, worin das Papier alaunet wird; vermuthlich auch von dem Zeitworte netzen.
 
Artikelverweis Der
Nêtzstricker, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Netzstrickerinn, eine Person, welche Netze strickt.
 
Artikelverweis Die
Nêtzwurst, plur. die -würste, Würste aus gehacktem Kalbfleische, welches in lange Streifen von dem Kalbsnetze gewickelt wird; mit einem Französischen Ausdrucke Fricandellen.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: