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Nstelwurm bis Nêtt (Bd. 3, Sp. 472)
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Artikelverweis Der Nstelwurm, des -es, plur. die -würmer, in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, der Nahme des Bandwurmes, Taenia L. wegen seiner Ähnlichkeit mit einer Nestel oder einem Bande.
 
Artikelverweis 
Nsterweise, adv. S. Adelung Nest 1.
 
Artikelverweis Das
Nstey, des -es, plur. die -er, im gemeinen Leben, dasjenige Ey, welches man bey Ausnehmung der Eyer des zahmen Federviehes im Neste liegen lässet, damit dasselbe im Eyerlegen nicht ermüden möge.
 
Artikelverweis Die
Nstkammer, plur. die -n, diejenige Höhle oder Kammer unter der Erde, welche dem Hamster zu seinem Aufenthalte dienet, zum Unterschiede von seinen Vorrathskammern.
 
Artikelverweis Die
Nstfêder, plur. die -n, die ersten haarartigen Federn, welche die jungen Vögel in dem Neste vor ihren ordentlichen Federn bekommen.
 
Artikelverweis Das
Nstkchen, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Nestküchlein, das letzte und gemeiniglich schwächste Küchlein, welches aus einem Neste voll Eyer ausgebrütet wird; Nieders. Nestquak, vermuthlich von Queck, lebendiges Vieh. Figürlich, doch nur im gemeinen Leben, das jüngste Kind unter mehren, welches gemeiniglich von den Ältern verzärtelt wird.
 
Artikelverweis Der
Nstler, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Nestlerinn, eine besonders in einigen Oberdeutschen Gegenden übliche Benennung eines Handwerkers, welcher allerley Nestel, d. i. Schnüre, mit ihrem Beschläge verfertiget. S. Adelung Senkler.
 
Artikelverweis Der
Nstling, des -es, plur. die -e, bey den Jägern, ein junger Raubvogel, so lange er noch nicht fliegen kann, sondern sich im Neste aufhält. Auch ein Raubvogel, welcher im Neste gefangen und zahm gemacht worden; im mittlern Lat. Nidarius, Nidasius, Franz Niais.
 
Artikelverweis Die
Nstraupe, plur. die -n, eine im gemeinen Leben übliche Benennung derjenigen Arten Raupen, welche sich an den Bäumen in ganzen Nestern beysammen befinden; zum Unterschiede von den Stammraupen und Ringelraupen.
 
Artikelverweis Die
Nsttaube, plur. die -n, junge Tauben, welche noch nicht ausgeflogen, sondern aus dem Neste genommen sind.
 
Artikelverweis 
Nêtt, -er, -este, adj. et adv. ein besonders in der vertraulichen Sprechart übliches Wort, welches alles das in sich begreift, was man sonst rein, glänzend und zierlich nennet. Ein küpfernes Gefäß ist sehr nett gescheuert, wenn es rein und glänzend ist. Ein nettes, zierliches, Kleid. Sich immer nett halten, reinlich und zierlich. Eine nette Jungfer, ein netter junger Mensch, beydes vornehmlich in Ansehung der Kleidung. Das steht ihm nett. Nett tanzen, zierlich. Eine nette Schreibart, eine zierliche.

[Bd. 3, Sp. 473]



   Anm. Im Nieders. gleichfalls nett und nette, im Schwed. nätt, im Engl. neat, im Ital. netto, im Franz. net, im mittlern Lat. nectus. Es ist mit dem Lat. nitidus verwandt, ohne eben davon abzustammen, und bedeutet daher eigentlich glänzend. S. auch Niedlich. Im Nieders. wird es auch für genau, accurat, gebraucht. Das macht nett zehen Thaler. Wofür bey den Hochdeutschen Kaufleuten das Ital. netto üblich ist, welches auch für rein, nach Abzug aller Unkosten, ingleichen nach Abzug des Gewichtes der Emballage, gebraucht wird.

 

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