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Nếrven-Systēm bis Nêsselgarn (Bd. 3, Sp. 469 bis 470)
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Artikelverweis Das Nếrven-Systēm, des -es, plur. die -e, der ganze Umfang der Empfindungs- und Bewegungsnerven in einem Körper, in ihrer gegenseitigen Verbindung betrachtet.
 
Artikelverweis Die
Nêrvenwarze, plur. die -n, Diminut. das Nervenwärzchen, Oberd. Nervenwärzlein, kleine Warzen an dem Ende der Nerven auf der Zunge und in der Nase, welche der eigentliche Sitz des Geschmackes und des Geruches sind; Papillae nerveae.
 
Artikelverweis Der
Nêrvenwurm, des -es, plur. die -würmer, ein Wurm, welcher einem zarten Nerven oder Faden Zwirne gleicht, mit dem Wasser in den menschlichen Körper kommt, alsdann alle Theile durchkriecht und sich oft durch die äußere Haut frißt; Gordius aquaticus L. S. Adelung Fadenwurm.
 
Artikelverweis 
Nêrvig, -er, -ste, adj. et adv. viele und starke Nerven habend, in beyden Bedeutungen des Hauptwortes. Figürlich, kräftig, stark. Die nervige Schreibart, wo starke Gedanken gleichsam zusammen gedränget werden. Nervicht würde nur Nerven ähnlich bedeuten.
 
Artikelverweis Die
Nêspel, plur. die -n, S. Adelung Mispel.
 
Artikelverweis Die
Nêssel, plur. die -n. 1. Eigentlich, eine Pflanze, welche sägeartig gezähnte und mit subtilen Stacheln versehene Blätter hat, welche, wenn man sie berühret, ein empfindliches Stechen verursachen, welches man ein Brennen nennet; Urtica L. Daher sie auch Brennessel, und im gemeinen Leben einiger Gegenden Eiternessel (S. dieses Wort) genannt wird, um sie von den folgenden mit keinen Stacheln versehenen und also auch nicht brennenden Arten zu unterscheiden. Es gibt verschiedene Gattungen derselben. Die Pillennessel, oder Römische Nessel, Urtica pilulifera, ist im mittägigen Europa einheimisch und brennet heftig. Unsere gewöhnliche Brennnessel, im gemeinen Leben Eiternessel und Netternessel, wohnt in den Gartenländern und auf Rainen; Urtica urens und dioica, von welcher es wiederum eine größere und eine kleinere Art gibt. Die hanfartige Nessel, welche in Sibirien angetroffen wird, wird oft sechs Ellen hoch, Urtica cannabina; einiger ausländischer Arten zu geschweigen. Sprichw. Was eine Nessel werden will, brennet bald. Es brenne fruo das zeiner nesselen werden sol, Winsbeck. Nesseln brennen Feinde und Freunde. Kluge Hühner legen auch wohl in die Nesseln, weise Leute können auch fehlen. 2. Figürlich führet wegen einer Ähnlichkeit der Gestalt und der Blätter noch eine doppelte Art von Pflanzen den Nahmen der Nessel, welche aber, weil sie nicht brennen, taube oder todte Nesseln genannt werden. 1) Das Lamium L. besonders das Lamium album, purpureum und amplexicaule, welche auf unsern Gartenländern wachsen, und eßbar sind. 2) Das

[Bd. 3, Sp. 470]


Katzengesicht, Galeopsis L. welches auch Hanfnessel genannt wird, im gemeinen Leben aber, so wie die vorige am häufigsten unter dem Nahmen der tauben oder todten Nessel bekannt ist. Nieders. Dannettel, Wallis. Danadl, welches vermuthlich aus taube Nessel zusammen gezogen ist.
   Anm. Im Nieders. Nettel, im Angels. Netl, Nytle, im Engl. Nettle, im Holländ. Netel, im Schwed. Näsla und Nättla, im Dän. und Norweg. Nälde, Nelde. Der Nahme dieser Pflanze rühret von ihrer stechenden Eigenschaft her, und ist ein naher Verwandter von Nadel, und dem Griech. νυττω, νυσσω, ich steche, S. Adelung Nadel und Natter, von welchem Worte auch der im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. in Thüringen, für Brennnessel übliche Nahmen Netternessel herstammet. Auf ähnliche Art heißt sie von urere, brennen, im Lat. Urtica.
 
Artikelverweis Der
Nêsselbaum, des -es, plur. die -bäume, ein in den warmen Ländern einheimischer Baum, welcher auch Zirgelbaum, Bohnenbaum und Lotus-Baum genannt wird, und von welchem es mehrere Arten gibt; Celtis L.
 
Artikelverweis Der
Nêsselbrand, des -es, plur. inus. die Beschädigung der Haut von den zarten Stacheln der Brennnessel und die Empfindung dieser Verletzung.
 
Artikelverweis Das
Nêsselfieber, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. eine Art des Scharlachfiebers, wo mit einem gelinden Fieber kleine Erhöhungen auf der Haut zum Vorscheine kommen, welche einem Nesselbrande gleichen und einen brennenden Schmerz verursachen, aber in einigen Tagen wieder vergehen; die Nesselkrankheit, Nesselsucht, und, wenn ein Friesel damit verbunden ist, das Nesselfriesel.
 
Artikelverweis Der
Nêsselfink, S. Adelung Braunkehlchen.
 
Artikelverweis Das
Nêsselgarn, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, ein zartes, aus den Fäden in den viereckten Stängeln der großen Brennnessel gesponnenes Garn. Figürlich, wird auch wohl ein sehr zartes, glattes und gleiches baumwollenes Garn Nesselgarn genannt. S. Adelung Nesseltuch.

 

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