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Nêrvenfieber bis Nêssel (Bd. 3, Sp. 468 bis 469)
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Artikelverweis Das Nêrvenfieber, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. ein schleichendes verzehrendes Fieber, welches gemeiniglich mit Mattigkeit und Schwäche, mit anhaltender Verstopfung des Leibes, Ausstoßen und andern Kennzeichen der Blähungen in dem Magen und den Gedärmen verbunden ist, und von einem kränklichen Zustande der Nerven des Magens und der Gedärme, oft

[Bd. 3, Sp. 469]


auch des ganzen Körpers, seinen Ursprung hat. Es ist eine Art der Nervenkrankheit. S. Adelung Nerve 2.
 
Artikelverweis Das
Nêrvengras, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden ein Nahme des Sandrohres oder so genannten Helmes, welches an dem sandigen Meerufer Europens wächset, und den Flugsand abhält und stehend macht; Arundo arenaria L.
 
Artikelverweis Die
Nêrvenkrankheit, plur. die -en, eine jede Krankheit, welche aus einer mangelhaften Beschaffenheit der Nerven in der zweyten Bedeutung dieses Wortes gegründet ist.
 
Artikelverweis Der
Nêrvensaft, des -es, plur. inus. ein sehr feiner geistiger flüssiger Körper, welcher von einigen in den Röhren der Empfindungsnerven angenommen und für den Sitz der Empfindung und des Lebens gehalten wird; Fluidum nerveum, der Gehirnsaft, der Nervengeist, die Lebensgeister. Nach andern dienet diese Flüssigkeit bloß die Nerven anzufeuchten.
 
Artikelverweis Die
Nêrvensalbe, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, eine aus Fett, Öhlen und die Nerven stärkenden Kräutern zubereitete Salbe, die Nerven durch Einschmieren damit zu stärken; Unguentum nervinum. S. Adelung Nerve 2.
 
Artikelverweis Das
Nếrven-Systēm, des -es, plur. die -e, der ganze Umfang der Empfindungs- und Bewegungsnerven in einem Körper, in ihrer gegenseitigen Verbindung betrachtet.
 
Artikelverweis Die
Nêrvenwarze, plur. die -n, Diminut. das Nervenwärzchen, Oberd. Nervenwärzlein, kleine Warzen an dem Ende der Nerven auf der Zunge und in der Nase, welche der eigentliche Sitz des Geschmackes und des Geruches sind; Papillae nerveae.
 
Artikelverweis Der
Nêrvenwurm, des -es, plur. die -würmer, ein Wurm, welcher einem zarten Nerven oder Faden Zwirne gleicht, mit dem Wasser in den menschlichen Körper kommt, alsdann alle Theile durchkriecht und sich oft durch die äußere Haut frißt; Gordius aquaticus L. S. Adelung Fadenwurm.
 
Artikelverweis 
Nêrvig, -er, -ste, adj. et adv. viele und starke Nerven habend, in beyden Bedeutungen des Hauptwortes. Figürlich, kräftig, stark. Die nervige Schreibart, wo starke Gedanken gleichsam zusammen gedränget werden. Nervicht würde nur Nerven ähnlich bedeuten.
 
Artikelverweis Die
Nêspel, plur. die -n, S. Adelung Mispel.
 
Artikelverweis Die
Nêssel, plur. die -n. 1. Eigentlich, eine Pflanze, welche sägeartig gezähnte und mit subtilen Stacheln versehene Blätter hat, welche, wenn man sie berühret, ein empfindliches Stechen verursachen, welches man ein Brennen nennet; Urtica L. Daher sie auch Brennessel, und im gemeinen Leben einiger Gegenden Eiternessel (S. dieses Wort) genannt wird, um sie von den folgenden mit keinen Stacheln versehenen und also auch nicht brennenden Arten zu unterscheiden. Es gibt verschiedene Gattungen derselben. Die Pillennessel, oder Römische Nessel, Urtica pilulifera, ist im mittägigen Europa einheimisch und brennet heftig. Unsere gewöhnliche Brennnessel, im gemeinen Leben Eiternessel und Netternessel, wohnt in den Gartenländern und auf Rainen; Urtica urens und dioica, von welcher es wiederum eine größere und eine kleinere Art gibt. Die hanfartige Nessel, welche in Sibirien angetroffen wird, wird oft sechs Ellen hoch, Urtica cannabina; einiger ausländischer Arten zu geschweigen. Sprichw. Was eine Nessel werden will, brennet bald. Es brenne fruo das zeiner nesselen werden sol, Winsbeck. Nesseln brennen Feinde und Freunde. Kluge Hühner legen auch wohl in die Nesseln, weise Leute können auch fehlen. 2. Figürlich führet wegen einer Ähnlichkeit der Gestalt und der Blätter noch eine doppelte Art von Pflanzen den Nahmen der Nessel, welche aber, weil sie nicht brennen, taube oder todte Nesseln genannt werden. 1) Das Lamium L. besonders das Lamium album, purpureum und amplexicaule, welche auf unsern Gartenländern wachsen, und eßbar sind. 2) Das

[Bd. 3, Sp. 470]


Katzengesicht, Galeopsis L. welches auch Hanfnessel genannt wird, im gemeinen Leben aber, so wie die vorige am häufigsten unter dem Nahmen der tauben oder todten Nessel bekannt ist. Nieders. Dannettel, Wallis. Danadl, welches vermuthlich aus taube Nessel zusammen gezogen ist.
   Anm. Im Nieders. Nettel, im Angels. Netl, Nytle, im Engl. Nettle, im Holländ. Netel, im Schwed. Näsla und Nättla, im Dän. und Norweg. Nälde, Nelde. Der Nahme dieser Pflanze rühret von ihrer stechenden Eigenschaft her, und ist ein naher Verwandter von Nadel, und dem Griech. νυττω, νυσσω, ich steche, S. Adelung Nadel und Natter, von welchem Worte auch der im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. in Thüringen, für Brennnessel übliche Nahmen Netternessel herstammet. Auf ähnliche Art heißt sie von urere, brennen, im Lat. Urtica.

 

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