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Nêrve bis Nêrvenwurm (Bd. 3, Sp. 468 bis 469)
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Artikelverweis Der Nêrve, des -n, plur. die -n, ein Wort, welches an den Körpern der Menschen und Thiere in einem zwiefachen Verstande gebraucht wird. 1) Die festen und starken Bandarten, welche zur Verbindung anderer Theile, besonders aber der Beine dienen, und auch Spannadern, Flächsen, Flachsadern, Bänder, am häufigsten aber Sehnen genannt werden, führen im gemeinen Leben häufig den Nahmen der Nerven. Im Lat. heißen sie Vincula oder Ligamenta. In diesem Verstande wird die auch von außen sichtbare Sehne dieser Art, welche hinten an dem Beine eines Pferdes an dem Röhrbeine hinunter läuft, und eigentlich aus zwey Sehnen und einem Bande bestehet, der Nerve genannt. 2) Noch häufiger werden gewisse zarte röhrartige von außen unsichtbare Fasern, welche sich aus dem Gehirne und Rückenmarke über alle Theile des Leibes erstrecken, und der Sitz so wohl der Empfindung als der Bewegung sind, Nerven genannt; Lat. Nervi. In welcher Bedeutung das Wort auch häufig im weiblichen Geschlechte gebraucht wird, die Nerve. Dieß Gefühl, das mir so neu in jeder Nerve bebt. Sie werden von einigen auch, obgleich sehr unschicklich, Spannadern genannt.
   Anm. Im Engl. Nerve, im Pohln Nerwa. Es ist wohl aus dem Lat. Nervus entlehnet, welches wiederum von dem Griech. νευρα abstammet.
 
Artikelverweis 
Nêrven, verb. reg. act. 1) Mit Nerven versehen, wovon doch nur der Gegensatz entnerven im figürlichen Verstande, für entkräften, schwächen, üblich ist. 2) Ein Pferd nervet sich, wenn es im Gehen mit dem Eisen der Hinterfüße den Nerven der Vorderfüße beschädiget, S. Adelung Nerve 1.
 
Artikelverweis Das
Nêrvenbein, des -es, plur. die -e, S. Adelung Gedankenbein.
 
Artikelverweis Das
Nêrvenfieber, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. ein schleichendes verzehrendes Fieber, welches gemeiniglich mit Mattigkeit und Schwäche, mit anhaltender Verstopfung des Leibes, Ausstoßen und andern Kennzeichen der Blähungen in dem Magen und den Gedärmen verbunden ist, und von einem kränklichen Zustande der Nerven des Magens und der Gedärme, oft

[Bd. 3, Sp. 469]


auch des ganzen Körpers, seinen Ursprung hat. Es ist eine Art der Nervenkrankheit. S. Adelung Nerve 2.
 
Artikelverweis Das
Nêrvengras, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden ein Nahme des Sandrohres oder so genannten Helmes, welches an dem sandigen Meerufer Europens wächset, und den Flugsand abhält und stehend macht; Arundo arenaria L.
 
Artikelverweis Die
Nêrvenkrankheit, plur. die -en, eine jede Krankheit, welche aus einer mangelhaften Beschaffenheit der Nerven in der zweyten Bedeutung dieses Wortes gegründet ist.
 
Artikelverweis Der
Nêrvensaft, des -es, plur. inus. ein sehr feiner geistiger flüssiger Körper, welcher von einigen in den Röhren der Empfindungsnerven angenommen und für den Sitz der Empfindung und des Lebens gehalten wird; Fluidum nerveum, der Gehirnsaft, der Nervengeist, die Lebensgeister. Nach andern dienet diese Flüssigkeit bloß die Nerven anzufeuchten.
 
Artikelverweis Die
Nêrvensalbe, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, eine aus Fett, Öhlen und die Nerven stärkenden Kräutern zubereitete Salbe, die Nerven durch Einschmieren damit zu stärken; Unguentum nervinum. S. Adelung Nerve 2.
 
Artikelverweis Das
Nếrven-Systēm, des -es, plur. die -e, der ganze Umfang der Empfindungs- und Bewegungsnerven in einem Körper, in ihrer gegenseitigen Verbindung betrachtet.
 
Artikelverweis Die
Nêrvenwarze, plur. die -n, Diminut. das Nervenwärzchen, Oberd. Nervenwärzlein, kleine Warzen an dem Ende der Nerven auf der Zunge und in der Nase, welche der eigentliche Sitz des Geschmackes und des Geruches sind; Papillae nerveae.
 
Artikelverweis Der
Nêrvenwurm, des -es, plur. die -würmer, ein Wurm, welcher einem zarten Nerven oder Faden Zwirne gleicht, mit dem Wasser in den menschlichen Körper kommt, alsdann alle Theile durchkriecht und sich oft durch die äußere Haut frißt; Gordius aquaticus L. S. Adelung Fadenwurm.

 

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