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Nênnêndung bis Nêrvengras (Bd. 3, Sp. 467 bis 469)
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Artikelverweis Die Nênnêndung, plur. die -en, bey den ältern Deutschen Sprachlehrern, die erste Endung der Nennwörter, als eine buchstäbliche Übersetzung des Lat. Nominativus, wofür andere das Wort Nennfall versucht haben. Beyde sind durch den bessern Ausdruck erste Endung verdränget worden. S. das folgende.
 
Artikelverweis Der
Nênner, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Die erste Endung der Nennwörter, bey einigen neuern Sprachlehrern. 2) In der Rechenkunst ist der Nenner diejenige Zahl eines Bruches, welche die Eintheilung des Ganzen bezeichnet oder benennet, Denominator; zum Unterschiede von dem Zähler oder Numerator, welcher die Zahl der Theile des Ganzen anzeiget, welche der Bruch enthält.
 
Artikelverweis Der
Nènnfall, des -es, plur. die -fälle, S. Adelung Nennendung.
 
Artikelverweis Das
Nênnwort, des -es, plur. die -wörter, in der Sprachkunst, ein abänderlicher Redetheil, welcher den Nahmen eines Dinges oder einer seiner Eigenschaften ausdruckt, wohin denn so wohl die Hauptwörter als auch die Beywörter gehören. Latein. Nomen, bey den ältern Sprachlehrern gleichfalls der Nahme, schon bey dem Ruodepert im 8ten Jahrh. Namo.
 
Artikelverweis 
-Nêr, eine Ableitungssylbe, vermittelst welcher Hauptwörter männlichen Geschlechtes von andern Wörtern gebildet werden. 1) Von Zeitwörtern, eine Person männlichen Geschlechtes zu bezeichnen, welche die Handlung des Zeitwortes verrichtet; von welcher Art doch die wenigsten sind. Klämpener, von klampen, klämpen, und vielleicht noch andere mehr. 2) Von Nennwörtern,

[Bd. 3, Sp. 468]


besonders von Hauptwörtern, eine Person männlichen Geschlechtes anzudeuten, deren vornehmster Gegenstand das Hauptwort ist, wo aber die Art und Weise ihrer Verbindung oder Beschäftigung mit demselben bloß durch die Gewohnheit und den Gebrauch bestimmt wird. Der Beständner, der etwas in Bestand oder Pacht hat, der Pachter; der Bündner, in der Schweiz, der Theilhaber an einem Bunde, der Mitverbundene, Bundesgenoß; der Büttner, welcher Butten verfertiget; der Clausener, der in einer Clause lebt; der Falkner, der mit Falken umzugehen weiß; der Glöckner, der die Glocken zu lauten hat; der Kellner, der die Aufsicht über den Keller hat; der Kistner, der Kisten verfertiget; der Mauthner, Zöllner, der Einnehmer der Mauth oder des Zolles; der Meßner, der das Meßgeräth in seiner Verwahrung hat; der Kirchner, in ähnlichem Verstande; Pförtner, der die Aufsicht über die Pforte hat; Pfründner, der eine Pfründe in Bestitz hat; Schuldner, im Gegensatze des Gläubigers; Söldner, der um Gold dienet; Wöchner, der Wochenweise arbeitet u. s. f. Diejenigen Wörter gehören nicht hierher, wo das Hauptwort schon ein n hat, an welches die Ableitungssylbe -er angehänget worden, wie Gärtner von Garten, Gegener von gegen, Hafener von Hafen u. s. f. Manche der oben angeführten Wörter können freylich wohl von dem Plural auf -en gebildet seyn, da denn auch nur die Sylbe -er angehänget worden; allein in den meisten ist doch die Sylbe -ner unläugbar. Sie kommt mit der Sylbe -er sehr genau überein, und es kann seyn, daß sie auch vermittelst des euphonischen vorgesetzten n aus derselben gebildet worden.
 
Artikelverweis Der
Nêrfling, eine Art Fische, S. Adelung Nörfling.
 
Artikelverweis Der
Nêrve, des -n, plur. die -n, ein Wort, welches an den Körpern der Menschen und Thiere in einem zwiefachen Verstande gebraucht wird. 1) Die festen und starken Bandarten, welche zur Verbindung anderer Theile, besonders aber der Beine dienen, und auch Spannadern, Flächsen, Flachsadern, Bänder, am häufigsten aber Sehnen genannt werden, führen im gemeinen Leben häufig den Nahmen der Nerven. Im Lat. heißen sie Vincula oder Ligamenta. In diesem Verstande wird die auch von außen sichtbare Sehne dieser Art, welche hinten an dem Beine eines Pferdes an dem Röhrbeine hinunter läuft, und eigentlich aus zwey Sehnen und einem Bande bestehet, der Nerve genannt. 2) Noch häufiger werden gewisse zarte röhrartige von außen unsichtbare Fasern, welche sich aus dem Gehirne und Rückenmarke über alle Theile des Leibes erstrecken, und der Sitz so wohl der Empfindung als der Bewegung sind, Nerven genannt; Lat. Nervi. In welcher Bedeutung das Wort auch häufig im weiblichen Geschlechte gebraucht wird, die Nerve. Dieß Gefühl, das mir so neu in jeder Nerve bebt. Sie werden von einigen auch, obgleich sehr unschicklich, Spannadern genannt.
   Anm. Im Engl. Nerve, im Pohln Nerwa. Es ist wohl aus dem Lat. Nervus entlehnet, welches wiederum von dem Griech. νευρα abstammet.
 
Artikelverweis 
Nêrven, verb. reg. act. 1) Mit Nerven versehen, wovon doch nur der Gegensatz entnerven im figürlichen Verstande, für entkräften, schwächen, üblich ist. 2) Ein Pferd nervet sich, wenn es im Gehen mit dem Eisen der Hinterfüße den Nerven der Vorderfüße beschädiget, S. Adelung Nerve 1.
 
Artikelverweis Das
Nêrvenbein, des -es, plur. die -e, S. Adelung Gedankenbein.
 
Artikelverweis Das
Nêrvenfieber, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. ein schleichendes verzehrendes Fieber, welches gemeiniglich mit Mattigkeit und Schwäche, mit anhaltender Verstopfung des Leibes, Ausstoßen und andern Kennzeichen der Blähungen in dem Magen und den Gedärmen verbunden ist, und von einem kränklichen Zustande der Nerven des Magens und der Gedärme, oft

[Bd. 3, Sp. 469]


auch des ganzen Körpers, seinen Ursprung hat. Es ist eine Art der Nervenkrankheit. S. Adelung Nerve 2.
 
Artikelverweis Das
Nêrvengras, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden ein Nahme des Sandrohres oder so genannten Helmes, welches an dem sandigen Meerufer Europens wächset, und den Flugsand abhält und stehend macht; Arundo arenaria L.

 

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