Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Nêbenwêg bis Nêbst (Bd. 3, Sp. 455)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Nêbenwêg, des -es, plur. die -e, ein Weg, welcher neben einem andern gehet. Ingleichen ein dem Hauptwege nach- oder untergeordneter Weg. Zuweilen auch figürlich für Abweg.
 
Artikelverweis Das
Nêbenweib, des -es, plur. die -er, eine weibliche Person, mit welcher eine verheirathete männliche außer und neben der rechtmäßigen Gattinn einen verbothenen Umgang unterhält; ehedem das Kebsweib, mit ausländischen Ausdrücken die Concubine, Maitresse, im verächtlichen Verstande die Beyschläferinn.
 
Artikelverweis Das
Nêbenwêrk, des -es, plur. die -e, ein dem Hauptwerke nach- oder untergeordnetes, von demselben abhängiges Werk.
 
Artikelverweis Der
Nêbenwind, des -es, plur. die -e, ein Wind, welcher aus einer Nebengegend wehet. S. Adelung Hauptwind.
 
Artikelverweis Der
Nêbenwinkel, des -s, plur. ut nom. sing. in der Geometrie, Winkel, welche sich neben einander befinden, d. i. einen gemeinschaftlichen Schenkel und eine gemeinschaftliche Spitze haben.
 
Artikelverweis Das
Nêbenwort, des -es, plur. die -wörter. 1) Überhaupt, ein Wort, welches dem Hauptworte, d. i. dem vornehmsten wichtigsten Worte, nach- und untergeordnet ist; in welcher Bedeutung es doch nur selten gebraucht wird. Am häufigsten, in der Sprachkunst, 2) das Adverbium zu bezeichnen, d. i. eine solche Partikel, welche dem Zeitworte beygesellet wird, und dasselbe bestimmt, z. B. er reitet schnell, wofür andere die Benennungen Beywort, Zuwort u. s. f. versucht haben.
 
Artikelverweis Das
Nêbenzimmer, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Nebenzimmerchen, S. Adelung Nebenstube.
 
Artikelverweis Der
Nêbenzoll, des -es, plur. die -zölle, S. Adelung Hauptzoll.
 
Artikelverweis Der
Nêbenzwêck, des -es, plur. die -e, ein dem Hauptzwecke nach- und untergeordneter, von demselben abhängiger, in demselben gegründeter Zweck.
 
Artikelverweis Der
Nêber, S. Adelung Näber.
 
Artikelverweis 
Nêbst, ein Vorwort, welches die dritte Endung erfordert, und nur in der figürlichen Bedeutung des Vorwortes neben gebraucht wird, anzudeuten, daß ein Ding neben, d. i. mit dem andern zugleich,

[Bd. 3, Sp. 456]


ist oder geschiehet, ohne doch den Nebenbegriff der geringern Beschaffenheit zu haben; für mit. Man gebraucht es gemeiniglich da, wo mit eine Zweydeutigkeit veranlassen könnte, wenn weiter nichts als eine Coexistenz der Sache oder Handlung angedeutet werden soll. Sie war nebst ihrem Geschwister im Garten. Der Nachtanker wird nebst dem Hauptanker zur Nachtzeit ausgeworfen. Meine Angehörigen empfehlen sich ihnen nebst mir. Aber in der eigentlichen Bedeutung des Vorwortes neben, von dem Orte gebraucht, ist es im Hochdeutschen ungewöhnlich.
   Vor ihm liegt der Tod, nebst ihm liegt das Leben,
   Withof. Anm. Im Nieders. neffens, nevens, im gemeinen Leben der Hochdeutschen nebenst, nebest, benebenst. S. Adelung Neben, von welchem Vorworte es unmittelbar abstammet.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: