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Naturbegêbenheit bis Naturlehre (Bd. 3, Sp. 443 bis 445)
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Artikelverweis Die Naturbegêbenheit, plur. die -en, in weiterer Bedeutung, eine jede Veränderung, welche in der Natur, d. i. in der Welt, vorgehet, und in den allgemeinen Veränderungsgesetzen der Dinge gegründet ist. In engerer Bedeutung sind es solche Veränderungen, welche die Körper betreffen.
 
Artikelverweis Das
Naturêll, des -es, plur. die -e, aus dem Französ. Naturel, die natürliche, d. i. erste und ursprüngliche Einrichtung

[Bd. 3, Sp. 445]


der Vorstellungs- und Begehrungskräfte eines Menschen. Ein gutes Naturell haben, seinem Gemüthe, ingleichen seinen Vorstellungskräften nach gut geartet seyn. Man hat eine gewisse Verläugnung seiner selbst in der Freundschaft zum Wunder der Tugend erhoben, die doch oft nur ein glücklicher Eigensinn des Naturells war, Gell.
 
Artikelverweis Der
Naturforscher, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Naturforscherinn, eine Person, welche die Veränderungen in der Natur, d. i. in der Körperwelt, nach ihren Gesetzen und ihrer Entstehungsart zu erforschen sucht. S. Adelung Naturkenner. Daher die Naturforschung, die Bemühung, die Veränderungen, welche in den Körpern vorgehen, und die Gesetze, nach welchen sie erfolgen, zu erforschen.
 
Artikelverweis Die
Naturgabe, plur. die -n, Gaben, d. i. vorzügliche Eigenschaften, welche jemand von der Natur, d. i. bey und mit seinem Entstehen, empfangen hat; zum Unterschiede von den Fertigkeiten, d. i. den durch Unterricht und Übung erlangten Eigenschaften.
 
Artikelverweis Die
Naturgeschichte, plur. doch nur von mehrern Lehrbüchern dieser Art, die -n, die Geschichte, d. i. das Verzeichniß und die Beschreibung der natürlichen oder zu den drey Naturreichen gehörigen Körper; Historia naturalis, die Natur-Historie. S. Adelung Geschichte.
 
Artikelverweis Das
Naturgesêtz, des -es, plur. die -e. 1) In der Naturlehre, die Gesetze, d. i. Regeln, nach welchen sich die Veränderungen in der Natur, d. i. in der Körperwelt, zutragen; die Bewegungsgesetze. In weiterer Bedeutung werden auch wohl die Vorstellungsgesetze in der Geisterwelt mit unter den Naturgesetzen begriffen. 2) In der Moral sind die Naturgesetze Regeln, Vorschriften für unsere freyen Handlungen, welche aus natürlich bekannten Wahrheiten hergeleitet werden, welche wir durch den richtigen Gebrauch der Vernunft lernen. Der ganze Umfang dieser Gesetze wird auch collective das Naturgesetz oder das Gesetz der Natur genannt; da denn der Plural ungewöhnlich ist.
 
Artikelverweis Der
Naturkênner, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Naturkennérinn, eine Person, welche die Veränderungen in der Natur, d. i. in der Körperwelt nach ihrem Daseyn, nach ihrer Entstehungsart, und nach den Gesetzen, nach welchen sie erfolgen, kennet, ihrer kundig ist, d. i. klare und deutliche Vorstellungen davon hat; der Naturkundige. Bey dem Notker Naturo sago. Daher die Naturkênntniß, plur. inus. die Kenntniß der Natur, d. i. der Inbegriff der klaren und deutlichen Vorstellungen von den allgemeinen Veränderungskräften der Körper, welche auch die Naturkunde genannt wird. S. Adelung Kenntniß.
 
Artikelverweis Die
Naturkraft, plur. die -kräfte. 1) Eine jede in der Verbindung des Mannigfaltigen eines Körpers gegründete Veränderungskraft. S. Adelung Natur 1. 2) So fern die Natur den Inbegriff aller Veränderungskräfte der Körper bezeichnet, werden auch einzelne Äußerungen dieser Kraft Naturkräfte genannt.
 
Artikelverweis Die
Naturkunde, plur. inus. S. Adelung Naturkenner und Kunde.
 
Artikelverweis Der
oder die Naturkundige, des oder der -n, plur. die -n, S. Adelung Naturkenner und Kundig.
 
Artikelverweis Die
Naturlehre, plur. doch nur von mehrern Lehrbüchern dieser Art, die -n, die Lehre, d. i. der Inbegriff aller die Veränderungskräfte der Körper betreffenden Wahrheiten, die Lehre von den Ursachen der Veränderungen in der Körperwelt; Physica. Ingleichen ein Buch, worin diese Lehre vorgetragen wird. Wird diese Lehre auf eine wissenschaftliche Art behandelt, so heißt sie die Naturwissenschaft.

 

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