Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Nassel bis Nativitǟt (Bd. 3, Sp. 439 bis 440)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Nassel, S. Adelung Assel.
 
Artikelverweis 
Nässeln, verb. reg. welches das Diminutivum von nässen und netzen ist, und im gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart in doppelter Gestalt vorkommt. 1) Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, ein wenig naß seyn, ingleichen ein wenig Feuchtigkeit von sich geben. 1) Als ein Activum, ein wenig naß machen, ein wenig netzen; in welchem Verstande es doch am seltensten gebraucht wird.
 
Artikelverweis 
Nässen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Nässe, Feuchtigkeit von sich geben. Die Wunde nässet, wenn sie Feuchtigkeit von sich gibt. Die Hände nässen ihm stets, wenn jemand starke Ausdünstungen und daher immer feuchte Hände hat. Bey den Jägern bedeutet nässen so wie feuchten, den Urin lassen, wo es aber nur von Thieren gebraucht wird. Das Activum davon ist netzen. Indessen ist es in durchnässen auch in thätiger Gestalt üblich, S. dasselbe. Im Nieders. ist naten nassen, naß seyn; der May nasset, hat nasses Wetter.
 
Artikelverweis Der
Náßhaufen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Brauern, der Haufe genetzter Gerste.
 
Artikelverweis Das
Nßlein, bey den Jägern, S. Adelung Nase 2.
 
Artikelverweis 
Nßlich, adj. et adv. ein wenig naß, im gemeinen Leben.
 
Artikelverweis Der
Nast, des -es, plur. die -e, ein nur in den gemeinen Sprecharten für Ast in dem Holze übliches Wort, welches die Zufälligkeit des n zu Anfange sehr vieler Wörter beweiset, S. Adelung N. Mit vorgesetztem Gaumenlaute sagen die Niedersachsen auch Knast, alles in eben derselben Bedeutung.
 
Artikelverweis Die
Nath, Nätherinn, S Naht.
 
Artikelverweis Der
Näther, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur im Wasserbaue übliches Wort, ein mit Pfählen und Ruthen geflochtener starker Zaun, womit man den Damm eines Teiches oder das Ufer eines Flusses wider das Auswaschen des Wassers verwahret; ein Strichzaun. Es gehöret ohne Zweifel zu nähen, Naht, so fern solches in der weitesten Bedeutung ehedem für verbinden, flechten, und Verbindung überhaupt gebraucht wurde.
 
Artikelverweis Die
Natiōn, plur. die -en, aus dem Latein. Natio, die eingebornen Einwohner eines Landes, so fern sie einen gemeinschaftlichen Ursprung haben, und eine gemeinschaftliche Sprache reden, sie mögen übrigens einen einzigen Staat ausmachen, oder in mehrere vertheilet seyn. Die Deutsche Nation, die Französische, die Spanische, die Italiänische, die Russische Nation. Auch besondere Zweige einer solchen Nation, d. i. einerley Mundart

[Bd. 3, Sp. 440]


redende Einwohner einer Provinz, werden zuweilen Nationen genannt, in welchem Verstande es auf den alten Universitäten, wo die Glieder nach Nationen vertheilet sind, üblich ist. S. des Du Fresne Gloss. v. Natio. Ehe dieses Wort aus dem Latein. entlehnet wurde, gebrauchte man Volk für Nation, in welchem Verstande es auch noch von alten Nationen üblich ist. Wegen der Vieldeutigkeit dieses Wortes aber hat man es in dieser Bedeutung großen Theils verlassen und Völkerschaft für Nation einzuführen gesucht, welches Wort auch bereits Beyfall gefunden.
 
Artikelverweis Die
Nativitǟt, plur. inus. aus dem Latein. nativitas, die Bestimmung der künftigen Schicksale eines Menschen aus dem Stande der Gestirne in seiner Geburtsstunde. Einem die Nativität stellen, diese Schicksale daraus berechnen. Daher der Nativität-Steller, welcher diese Afterkunst übt.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: