Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Náß bis Näther (Bd. 3, Sp. 438 bis 439)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Das Náß, des -sses, plur. doch allenfalls nur von mehrern Arten, die -sse, ein flüssiger Körper, ein Wort, welches einige einzuführen gesucht, da wir noch kein bequemes Wort haben,

[Bd. 3, Sp. 439]


flüssige Körper überhaupt auszudrucken, indem Saft, Feuchtigkeit Nebenbegriffe haben, und Flüssigkeit eine Zweydeutigkeit mit der abstracten Bedeutung macht. Ein Naß welches nicht gefrieret. Indessen hat es in der dichterischen Schreibart noch den meisten Beyfall gefunden.
   Da (auf dem Rheine) kömmt das edle Naß auf Dordrecht abgefahren,
   Das Niederland erfreut,
   Opitz. Logau nennt den Regen ein gedeihlich Naß, und Zachariä singt:
   Drey Lasen waren stets von Wurzner Nasse voll, d. i. von Wurzener Biere.
 
Artikelverweis Die
Nässe, plur. inus. das Abstractum des Beywortes naß, der Zustand, da ein Körper naß, d. i. vom Wasser durchdrungen, mit Wasser benetzt ist. Die Nässe schadet dem Leibe. Eine Sache in der Nässe liegen lassen. Ist das nicht eine Nässe! sagt man, wenn ein Körper sehr naß ist. Ingleichen in weiterer Bedeutung. Die Herbstnässe, nasse Witterung im Herbste. Die viele Nässe im Frühlinge war den Gewächsen schädlich, die nasse Witterung. Wie auch Feuchtigkeit selbst. Nässe von sich geben. Im Nieders. Nattigkeit. Im Dithmars. ist Nette der Urin. S. Adelung Naß.
 
Artikelverweis Die
Nassel, S. Adelung Assel.
 
Artikelverweis 
Nässeln, verb. reg. welches das Diminutivum von nässen und netzen ist, und im gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart in doppelter Gestalt vorkommt. 1) Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, ein wenig naß seyn, ingleichen ein wenig Feuchtigkeit von sich geben. 1) Als ein Activum, ein wenig naß machen, ein wenig netzen; in welchem Verstande es doch am seltensten gebraucht wird.
 
Artikelverweis 
Nässen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Nässe, Feuchtigkeit von sich geben. Die Wunde nässet, wenn sie Feuchtigkeit von sich gibt. Die Hände nässen ihm stets, wenn jemand starke Ausdünstungen und daher immer feuchte Hände hat. Bey den Jägern bedeutet nässen so wie feuchten, den Urin lassen, wo es aber nur von Thieren gebraucht wird. Das Activum davon ist netzen. Indessen ist es in durchnässen auch in thätiger Gestalt üblich, S. dasselbe. Im Nieders. ist naten nassen, naß seyn; der May nasset, hat nasses Wetter.
 
Artikelverweis Der
Náßhaufen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Brauern, der Haufe genetzter Gerste.
 
Artikelverweis Das
Nßlein, bey den Jägern, S. Adelung Nase 2.
 
Artikelverweis 
Nßlich, adj. et adv. ein wenig naß, im gemeinen Leben.
 
Artikelverweis Der
Nast, des -es, plur. die -e, ein nur in den gemeinen Sprecharten für Ast in dem Holze übliches Wort, welches die Zufälligkeit des n zu Anfange sehr vieler Wörter beweiset, S. Adelung N. Mit vorgesetztem Gaumenlaute sagen die Niedersachsen auch Knast, alles in eben derselben Bedeutung.
 
Artikelverweis Die
Nath, Nätherinn, S Naht.
 
Artikelverweis Der
Näther, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur im Wasserbaue übliches Wort, ein mit Pfählen und Ruthen geflochtener starker Zaun, womit man den Damm eines Teiches oder das Ufer eines Flusses wider das Auswaschen des Wassers verwahret; ein Strichzaun. Es gehöret ohne Zweifel zu nähen, Naht, so fern solches in der weitesten Bedeutung ehedem für verbinden, flechten, und Verbindung überhaupt gebraucht wurde.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: