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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Name bis Narbenseite (Bd. 3, Sp. 426 bis 428)
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Artikelverweis Der Name, S. Adelung Nahme.
 
Artikelverweis 
Nämlich, S. Adelung Nähmlich.
 
Artikelverweis Der
Napf, des -es, plur. die Näpfe, Diminut. das Näpfchen, Oberd. Näpflein, ein Wort, welches ehedem überhaupt ein jedes tiefes Gefäß bedeutet zu haben scheinet, und daher von verschiedenen Arten derselben gefunden wird. Und die Söhne Aaronis nahmen ein jeglicher seinen Napf, und thäten Feuer darein, 3 Mos. 10, 1. Und soll einen Napf voll Gluth vom Altar nehmen, Kap. 16, 12; in welchen Stellen Michaelis das Wort Räuchfaß gebraucht. Die Lampen mit ihren Näpfen, 4 Mos. 4, 9; Schälchen für die Lichtschnupfen, Michaelis. Die Messer, Becken, Löffel und Näpfe waren lauter Gold, 2 Chron. 4, 22. Jetzt ist es noch von verschiedenen Arten tiefer Gefäße üblich, welche man in manchen Fällen auch Schalen nennt, welchen Nahmen sie aber in manchen nicht bekommen können. Von ihrer Bestimmung bekommen sie allerley zusammen gesetzte Nahmen

[Bd. 3, Sp. 427]


Ein Milchnapf, der an manchen Orten auch ein Milchasch heißt, Käsenapf, die Käse darin zu bilden, ein Punschnapf, eine Punschschale, Suppennapf, tiefe Suppenschüssel, Suppenschale, Spülnapf, ein Spülkummet, ein Spucknapf, Hundenapf u. s. f. So auch im Diminutivo ein Suppennäpfchen, Vogelnäpfchen, den Vögeln darin zu essen oder zu trinken vorzusetzen, u. s. f. In das Näpfchen treten, im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. in Meißen, einen Fehler begehen, und in engerer Bedeutung, sich aus Versehen Schaden thun. Bey jemanden ins Näpfchen treten, eben daselbst, sich ihm verhaßt machen. In einigen Salzwerken werden, dem Frisch zu Folge, auch die Salzpfannen Nappen genannt, ungeachtet sie verhältnißmäßig sehr flach sind.
   Anm. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter Naff. im Schwabenspiegel Napfe. Bey dem Willeram und in den Monseeischen Glossen ist Napf ein Becher, welche Bedeutung auch das Schwed. Napp, das Angelsächs. Nappe, Hnaeppe, das Isländ. und Nieders. Nap, das Altfranz. Hanap, das Bretagnische Anaf, das Ital. Nappo und andere mehr haben, welche aber auch zum Theil eine Schale und Schüssel bedeuten. Es gehöret zu dem Geschlechte der Wörter Nabe, Nabel, Navis, Napellus, und vielleicht auch zu offen, Ofen, Obba, u. s. f. weil doch das N in vielen Wörtern nur ein müßiger Vorschlag ist, S. Adelung N.
 
Artikelverweis Der
Nápfkūchen, S. Adelung Aschkuchen.
 
Artikelverweis Die
Napfmorchel, S. Adelung Becherschwamm.
 
Artikelverweis Die
Naphtha, plur. car. ein Nahme, welchen man dem feinesten weißen Bergöhle gibt, welches auf allen Säften und Geistern schwimmet und die Flamme sehr leicht an sich ziehet. Es stammet aus dem Arab. Naft her, indem man dieses Bergöhl dort zuerst kennen gelernet, ungeachtet es auch in einigen Gegenden Europens angetroffen wird.
 
Artikelverweis 
Näppen, Näpper, S. Adelung Noppen.
 
Artikelverweis 1. * Die
Narbe, plur. die -n, (nach der härtern Oberdeutschen Mundart die Narb, plur. die -en,) ein nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, dasjenige Schließzeug an einer Thüre zu bezeichnen, welches man in Regensburg eine Anlege, in andern Gegenden eine Klammer, und in Ober- und Niedersachsen eine Krampe nennet, d. i. dasjenige bewegliche Eisen, welches auf den Kloben passet, in welchen das Vorlegeschloß gehänget wird. In Steyermark heißt es nur die Arb, zur neuen Bestätigung des Satzes, daß das N zu Anfang vieler Wörter bloß zufällig ist, wie auch aus dem folgenden erhellet. Popowitsch leitet es von dem Altbrittischen Arf, Eisen, her, von welchem auch das Engl. Arrow, ein Pfeil, abstammen soll, welches sich aber auch zu werfen rechnen läßt.
 
Artikelverweis 
2. Die Narbe, plur. die -n, Diminut. das Närbchen, Oberd. Närblein, ein Wort, welches ehedem eine Vertiefung in die Länge bedeutet zu haben scheinet, jetzt aber nur noch am häufigsten von dem Überbleibsel einer zugeheilten Wunde gebraucht wird. Eine Narbe im Gesichte haben. Die Wunde hat eine Narbe zurück gelassen. Voller Narben seyn. Pockennarben oder Blatternarben. Ähnliche Vertiefungen auf der äußern Seite des zubereiteten Leders werden gleichfalls Narben genannt, daher die Leder- und Pergamentarbeiter auch die äußere Haut auf den Fellen, und zuweilen auch die ganze auswendige Seite einer Haut, auf welcher die Haare gesessen haben, die Narbe, und in einigen Gegenden den Närben nennen. Die Narbe wegnehmen, oder abnarben, die Oberhaut der Felle verletzen. In den Eyern der Eyer legenden Thiere ist die Narbe ein kleiner weißer Zirkel, in welchem sich das junge Thier entwickelt, so wie die Narbe an den

[Bd. 3, Sp. 428]


Samen der Gewächse eine Vertiefung der Haut an der Stelle ist, wo der Same in seinem Gehäuse angewachsen war, Hilum L.
   Anm. Im Sachsenspiegel Nare, im Niedersächs. Nare und Narve, im Dän. Narv. Andere Sprachen haben dieses Wort nur ohne Anfangs N, wie das Schwed. Arr, das Isländ. Aer, das Nord-Engl. Ar, das Esthländ. Ar, und das Finnländ. Aerpi, alle in der Bedeutung einer Narbe von einer Wunde. Daß es in dieser Gestalt auch in einigen Gegenden Deutschlandes nicht selten seyn müsse, erhellet aus einem 1482 in Augsburg gedruckten Vocabelbuche, wo Cicatrix durch Arbe, Rense oder Mase gegeben wird. Es scheinet von ähren, arare, herzustammen, so fern solches Furchen in die Erde ziehen bedeutet. In der Grafschaft Rietberg nennet man die mit einem besondern Messer, welches das Siebt oder Heidesiebt genannt wird, abgeschnittene Heide, welche der Arbeiter, so wie er sie abschneidet, mit dem Rechen seitwärts schiebet, die Narbe, welches diese Ableitung bestätiget. Dieses Abschneiden selbst wird daselbst narben oder abnarben genannt. Übrigens ist dieses Wort der Hochdeutschen Mundart am geläufigsten, die Nieders. gebraucht dafür Schramme, Lidrecken, Gliedzeichen, Liekreken, Fleischzeichen, und die gemeinen Oberdeutschen Mahlzeichen, Anmahl, Wundenmahl, Mase, bey dem Notker Wuntmale. S. auch Schmarre.
 
Artikelverweis 
Narben, verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1) Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, wo es doch nur im gemeinen Leben einiger Gegenden vorkommt, eine Narbe geben, oder setzen. Die Wunde narbet sich, setzt eine Narbe. 2) Als ein Activum, wo es nur bey den Weißgärbern und Pergamentern üblich ist, und auch närben lautet. Ein Fell narben oder närben, die Haare oder Wolle von der äußern Seite abstoßen; entweder von den Narben, welche nachmahls auf dieser Seite sichtbar werden, oder auch so fern narben ehedem überhaupt schneiden, stoßen und schaben bedeutet hat, in welchem Verstande es noch in der Grafschaft Rietberg üblich ist, S. das vorige in der Anmerkung. Im Nieders. narven. S. auch Abnarben.
 
Artikelverweis Die
Narbenseite, plur. die -n, bey den Gärbern und Lederarbeitern, diejenige Seite einer Haut, auf welcher die Haare gesessen haben, und auf welcher nach der Zubereitung die Narben sichtbar sind; im Gegensatze der Fleisch- oder Aßseite. Sie wird zuweilen auch nur die Narbe schlechthin genannt.

 

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