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Nähterey bis Naphtha (Bd. 3, Sp. 426 bis 427)
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Artikelverweis Die Nähterey, plur. die -en, die Art und Weise zu nähen, die Naht. Die künstliche Nähterey. Das Nähen selbst, ohne Plural. Sich mit der Nähterey beschäftigen. Über der Nähterey sitzen. Ingleichen genähete, oder ausgenähete Arbeit.
 
Artikelverweis Die
Nähterinn, plur. die -en, eine Person weiblichen Geschlechtes, welche nähet, und in engerer Bedeutung, welche aus dem Nähen ihr vornehmstes Geschäft macht; in einigen Gegenden auch die Näherinn, welches der Analogie unzähliger anderer Wörter gemäßer ist, dagegen Nähterinn von Naht, oder von einem veralteten Zeitworte naten für nähen (S. Niethen) gebildet zu seyn scheinet. Nieders. Naierske.
 
Artikelverweis Der
Nahthaken, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Kürschnern, eine Art kleiner Zange, die Enden der Felle an die Naht herbey zu ziehen, um sie ohne Runzeln an einander zu heften.
 
Artikelverweis Das
Nähzeug, des -es, plur. die -e. 1) Alles was zum Nähen gehöret; als ein Collectivum und ohne Plural. 2) Ein Gesteck, oder Futteral mit den darin befindlichen und zum Nähen gehörigen Werkzeugen.
 
Artikelverweis 
Nav, (zweysylbig,) -er, -este, aus dem Franz. naïv, und dieß vermuthlich aus dem mittlern Latein. nativus offenherzig. 1) Natürlich, der Natur des Gegenstandes angemessen; natürlich. Naive Gedichte, welche die Empfindungen der Natur des Gegenstandes gemäß ausdrucken. 2 Natürliche Gegenstände, ohne die durch den Wohlstand nothwendig gewordenen Umschweife ausdruckend; natürlich. In beyden Bedeutungen könnte man es entbehren, wenn nicht die Vieldeutigkeit des Wortes natürlich es zuweilen erforderte. 3) In der engsten in den schönen Künsten üblichen Bedeutung ist naiv und das Naive, das Unerwartete mit einer unschuldigen Offenherzigkeit verbunden. So auch die Naivheit, Franz. Naiveté, so wohl als ein Abstractum und ohne Plural, als auch im Concreto von naiven Gedanken und Ausdrücken, mit demselben.
 
Artikelverweis Der
Name, S. Adelung Nahme.
 
Artikelverweis 
Nämlich, S. Adelung Nähmlich.
 
Artikelverweis Der
Napf, des -es, plur. die Näpfe, Diminut. das Näpfchen, Oberd. Näpflein, ein Wort, welches ehedem überhaupt ein jedes tiefes Gefäß bedeutet zu haben scheinet, und daher von verschiedenen Arten derselben gefunden wird. Und die Söhne Aaronis nahmen ein jeglicher seinen Napf, und thäten Feuer darein, 3 Mos. 10, 1. Und soll einen Napf voll Gluth vom Altar nehmen, Kap. 16, 12; in welchen Stellen Michaelis das Wort Räuchfaß gebraucht. Die Lampen mit ihren Näpfen, 4 Mos. 4, 9; Schälchen für die Lichtschnupfen, Michaelis. Die Messer, Becken, Löffel und Näpfe waren lauter Gold, 2 Chron. 4, 22. Jetzt ist es noch von verschiedenen Arten tiefer Gefäße üblich, welche man in manchen Fällen auch Schalen nennt, welchen Nahmen sie aber in manchen nicht bekommen können. Von ihrer Bestimmung bekommen sie allerley zusammen gesetzte Nahmen

[Bd. 3, Sp. 427]


Ein Milchnapf, der an manchen Orten auch ein Milchasch heißt, Käsenapf, die Käse darin zu bilden, ein Punschnapf, eine Punschschale, Suppennapf, tiefe Suppenschüssel, Suppenschale, Spülnapf, ein Spülkummet, ein Spucknapf, Hundenapf u. s. f. So auch im Diminutivo ein Suppennäpfchen, Vogelnäpfchen, den Vögeln darin zu essen oder zu trinken vorzusetzen, u. s. f. In das Näpfchen treten, im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. in Meißen, einen Fehler begehen, und in engerer Bedeutung, sich aus Versehen Schaden thun. Bey jemanden ins Näpfchen treten, eben daselbst, sich ihm verhaßt machen. In einigen Salzwerken werden, dem Frisch zu Folge, auch die Salzpfannen Nappen genannt, ungeachtet sie verhältnißmäßig sehr flach sind.
   Anm. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter Naff. im Schwabenspiegel Napfe. Bey dem Willeram und in den Monseeischen Glossen ist Napf ein Becher, welche Bedeutung auch das Schwed. Napp, das Angelsächs. Nappe, Hnaeppe, das Isländ. und Nieders. Nap, das Altfranz. Hanap, das Bretagnische Anaf, das Ital. Nappo und andere mehr haben, welche aber auch zum Theil eine Schale und Schüssel bedeuten. Es gehöret zu dem Geschlechte der Wörter Nabe, Nabel, Navis, Napellus, und vielleicht auch zu offen, Ofen, Obba, u. s. f. weil doch das N in vielen Wörtern nur ein müßiger Vorschlag ist, S. Adelung N.
 
Artikelverweis Der
Nápfkūchen, S. Adelung Aschkuchen.
 
Artikelverweis Die
Napfmorchel, S. Adelung Becherschwamm.
 
Artikelverweis Die
Naphtha, plur. car. ein Nahme, welchen man dem feinesten weißen Bergöhle gibt, welches auf allen Säften und Geistern schwimmet und die Flamme sehr leicht an sich ziehet. Es stammet aus dem Arab. Naft her, indem man dieses Bergöhl dort zuerst kennen gelernet, ungeachtet es auch in einigen Gegenden Europens angetroffen wird.

 

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